
Es gibt Vorbereitungswochen, die laufen geordneter ab als jene, die hinter der A-Jugend der MT Talents vor ihrem Spiel beim HSC 2000 Coburg (Sonntag, 15.15 Uhr) liegt.
Mit nur sechs Spielern war an eine praktische Aufarbeitung der Niederlage zuletzt in Budenheim nicht zu denken. Der Rest der Mannschaft fehlte nämlich schulisch bedingt, es waren Klassenfahrten angesagt. Skipiste statt Sporthalle. Nicht unbedingt der Traum eines Trainers so mitten in der Saison. „Ich habe ihnen mitgegeben, sie sollen nur Langlauf machen und nach Möglichkeit auf gefährliche Abfahrten verzichten“, nahm es Trainer Georgi Sviridenko mit Humor.
Verstehen könne er den Spaß seiner Jungs an der saisonalen Abwechslung natürlich. Der gerade hereingebrochene Winter mit viel Schnee hierzulande erinnere ihn selbst an lange zurückliegende Zeiten in seiner Heimat, sagt er.
Bis Donnerstagabend immerhin gab es noch keine Meldungen über Stürze oder andere Blessuren, sodass zumindest für das freitägliche und das darüber hinaus anberaumte Training am Samstagvormittag alle an Bord sein dürften. Da wird dann sicherlich noch einmal abschließend über das Budenheim-Erlebnis gesprochen. „Es lag an uns. Unsere Abschlussquote war schlecht, die Zahl der technischen Fehler zu hoch. Und als wir uns nach Rückstand zu Führung zurückgekämpft hatten, fehlte die emotionale Bereitschaft, es zu Ende zu bringen“, steckt Sviridenko das ab, was er in Coburg am 13. Spieltag der 2. Jugendbundesliga Süd keinesfalls erleben möchte.
Sehr positiv entwickelt hat sich dagegen die Situation im Tor, wo neben dem auch in der 3. Liga eingesetzten Kim Hüter zuletzt Leon Rosenbusch so gut hielt, dass den gegnerischen Rückraumspielern mitunter das Werfen aus der zweiten Reihe vergällt wurde. Was gerade mit Blick auf das sehr treffsichere Coburger Rückraum-Trio Yaroshenko, Schartl und Knoth wichtig ist, denn da braucht es einen ordentlichen Rückhalt zwischen den Pfosten. „Und in der Abwehr müssen wir zurückkommen zu unserer kompakten, aggressiven 6:0-Deckung. Wenn wir uns da in einen Rausch spielen können, gibt uns das nach vorn die nötige Sicherheit“, sagt Sviridenko.
Der Olympiasieger hatte diese Woche noch eine ganz besondere Freude: Das von der HBL verliehene Jugendzertifikat für die MT Melsungen. Eine Auszeichnung, auf die Coburg zwar verzichten muss, deshalb aber keinesfalls ein leichterer Gegner ist. „Sie haben schon richtig gute Strukturen, aber es fehlt an der schulischen Kooperation, und die B-Jugend spielt nicht höchstklassig“, konkretisiert er.
Beides Punkte, die jedoch die Coburger A-Jugend nicht direkt betreffen. Im Gegenteil spielt da sogar mit Maximilian Schindler einer auf Linksaußen, der schon dreimal im HSC-Zweitligateam zum Einsatz kam und dort traf. Es wird also die gezogenen Lehren aus dem Budenheim-Spiel brauchen, um in Coburg wieder in die Erfolgsspur zurückzukehren. (Michael Koch)