Bundesliga / 27.08.2026

Vermurkste erste Hälfte – MT zeigt dann Moral

Alle Hände voll zu tun: Olle Forsell Schefvert und Johannes Golla stemmen sich gegen Mathias Gidsel. (Foto: Kohlhausen/MT)

Missglückter Saisonstart: Die MT Melsungen hat bei den Füchsen Berlin eine 31:33 (9:17)-Niederlage kassiert.

Nach einer komplett vermurksten ersten Hälfte zeigte der European-League-Sieger am ersten Spieltag der Opel Handball-Bundesliga nach dem Wechsel Moral und brachte den Rückstand noch auf ein erträgliches Maß. 

Sollte jemand am Donnerstagabend erst gegen Ende der ersten Hälfte den Handball-Sender Dyn eingeschaltet haben, dürfte er sich beim Blick aufs Ergebnis verwundert die Augen gerieben haben. 17:9 führten die Berliner zur Pause gegen die MT, die zuvor 30 rabenschwarze Minuten erlebt hatte. In der Offensive verdaddelten die Gäste reihenweise die Bälle, und wenn mal ein Wurf auf das Füchse-Tor kam, dann stand da Andreas Palicka, der einen prima Tag erwischte.

Bis zur 10. Minute war diese Begegnung in der ausverkauften Max-Schmeling-Halle ein typisches erstes Saisonspiel. Ein bisschen Abtasten hier, vorsichtiges Ausprobieren da, richtig viel lief bei beiden Teams noch nicht zusammen. Doch dann übernahmen die Hausherren das Kommando. Neben Palicka glänzte Matthes Langhoff, der mit dem Tor zum 12:7 seinen fünften Treffer nach fünf Versuchen markierte (21. Minute). So dürfte es für Aaron Mensing nur ein schwacher Trost gewesen sein, dass er kurz zuvor sein 250. Bundesliga-Tor erzielt hatte.

Dass sich MT-Trainer Roberto Garcia Parrondo zweimal gezwungen sah, eine Auszeit zu nehmen, sagt viel über den MT-Auftritt im ersten Durchgang aus. Berlin zog weiter gnadenlos davon und hatte sogar die Chance, den Vorsprung auf zehn Tore auszubauen. Bereits nach 30 Minuten mussten die Nordhessen auf ein kleines Handballwunder hoffen. 

Das blieb zwar aus, aber die MT präsentierte sich nach dem Wechsel so, wie es sich die Fans von der Mannschaft wünschen. Erik Balenciaga, der nach der Pause kam, brachte nicht nur Schwung, sondern mehr Sicherheit in den Angriff. Es lief jetzt. Nach Reynir Thor Stefanssons Treffer zum 24:18 hatte die MT in der zweiten Hälfte so viele Tore erzielt wie in Durchgang eins – und das bereits nach neun Minuten. 

Die MT kam ran. Hoffnung keimte auf, als Aaron Mensing auf 27:23 (47.) und Dainis Kristopans auf 28:24 (48.) stellten. Nur noch vier Tore Rückstand – aber mehr war nicht drin, dafür ließen die Füchse zu wenig locker, die zudem das Sieben gegen Sechs der MT mehrmals mit Treffern ins verwaiste Tor bestraften. Trotzdem: Der European-League-Sieger bewies Charakter und verkürzte dank eines Doppelpacks von Dimitri Ignatow in der Schlussminute sogar noch auf 33:31. Zugegeben, da war die Entscheidung längst gefallen, und die Berliner trudelten bereits gemütlich aus.

Zwei statistische Werte seien noch erwähnt: Mathias Gidsel markierte mit dem Tor zum 29:24 sein 1000. HBL-Tor. Und Adrian Sipos bestritt sein 100. Spiel in der stärksten Liga der Welt. (Robin Lipke)

Statistik

Füchse Berlin: Palicka (1 Tor / 9 Paraden / 24 Gegentore), Ludwig (0 P. / 7 G.); Darj, Prantner, Simak, Arino, Grondahl 5, Gidsel 7, Freihöfer 7/5, Pichiri, Langhoff 9, Kusche, av Teigum 2, Marsenic 2 – Trainer Nicolej Krickau.  

MT Melsungen: Simic (3 Paraden / 15 Gegentore), Palasics (3 P. / 18 G.); Marchan, Balenciaga 2, Sipos, Kristopans 2, Ignatow 5, Stehl, Golla 3, Drosten 4/3, Stefansson 4, Dujshebaev 2, Forsell Schefvert 1, Sigrist, Garcia 2, Mensing 6 – Trainer Roberto Garcia Parrondo.

Schiedsrichterinnen: Tanja Kuttler (Ostrach) / Maike Merz (Oberteuringen). Spielaufsicht: Sebastian Grobe. 

Zeitstrafen: 4 – 2 Minuten (Pichiri 16:21, Gidsel 55:38 – Stefansson 46:17)

Strafwürfe: 6/5 – 4/3 (Freihöfer an den Pfosten 26:15 – Drosten über das Tor 55:42)

Zuschauer: 9.000 in der Max-Schmeling-Halle, Berlin

Spielstände: 1:0 (1.), 2:2 (5.), 6:4 (12.), 10:5 (18.), 16:7 (25.), 17:9 (30.) HZ – 18:9 (31.), 22:16 (38.), 26:20 (42.), 28:24 (48.), 32:26 (53.), 33:27 (57.), 33:31 (60.) Endstand. 

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