Bundesliga / 05.06.2026

Und dann flog Arni durch die Luft

Wunderbares Bild: Die MT-Spieler lassen Arnar Freyr Arnarsson zum Abschied hochleben. (Foto: Käsler/MT)

Abschiede, Ehrungen – nach dem letzten Heimspiel der MT Melsungen gegen die Füchse Berlin hat es noch jede Menge Programm in der Kasseler Rothenbach-Halle gegeben.

Diese „dritte Halbzeit“ hatte es in sich. Nach der Partie gegen die Füchse erlebten das MT-Team und Fans bedeutende wie emotionale Momente. Bewegend wurde es am Ende. Es galt, Abschied zu nehmen von einigen gerade erst frenetisch bejubelten European-League-Siegern.

Und da war der Applaus für die Förderkader-Spieler Bruno Eickhoff, Jonas Riecke und Pawel Krawczyk auch deshalb nicht minder laut, weil sie gerade auf internationalem Parkett den Großteil ihrer Profi-Einsätze absolvierten. Ohne diese Belastungsreduzierung für das Stammpersonal wäre der Titel ungleich schwerer zu holen gewesen. „Euer Abenteuer geht weiter, wir hoffen irgendwann auf ein Wiedersehen“, gab ihnen Jesper Larsson mit auf den Weg. Der MT-Sportvorstand hatte weitere Profis zu verabschieden: Laszlo Bartucz, Alexandre Cavalcanti, Marti Soler, Vlad Kulesh und Amine Darmoul. 

Beim letzten Spieler in der Reihe ging es richtig unter die Haut. Die Rede ist von Arnar Freyr Arnarsson, der die MT nach sechs Jahren Richtung Flensburg verlässt. In Nordhessen wurden seine beiden Söhne geboren, die ihn zum letzten Heimspiel auf das Feld begleiteten. Larsson attestierte dem Isländer ein ganz großes Herz. Sogar Timo Kastening schnappte sich das Mikro. Der Kapitän sprach von „dem größten Teamplayer, den ich je erlebt habe“. Arnarsson selbst ließ es sich zum Abschluss nicht nehmen, Komplimente zu verteilen: „Ich habe die Zeit hier sehr genossen. Vor allem diese Halle und euch“, sagt er an die Fans auf den vollen Tribünen gerichtet. Die hatten längst in „Arnar, Arnar“-Sprechchöre eingestimmt und den Isländer kaum von der Bühne lassen wollen. Und dann schnappten sich die Teamkollegen ihren Arni und ließen ihn durch die Luft fliegen. 

Eintrag ins Goldene Buch

Vor den Verabschiedungen hatten Ehrungen und Gratulationen auf dem Programm gestanden. Mit dem Eintrag der MT-Mannschaft ins Goldene Buch der Stadt Kassel gab es die nächste große Auszeichnung. Kassels Oberbürgermeister Dr. Sven Schoeller hatte es extra zu diesem Anlass aus dem Rathaus mitgebracht. „Ich musste darum kämpfen, dass dieses Buch das Rathaus überhaupt verlassen durfte“, sagte er bei seiner Laudatio, bevor sich die Europapokal-Helden darin verewigten. 

Das Kasseler Oberhaupt würdigte die Leistung der MT, passend gekleidet mit dem Siegershirt vom Sonntag. Er habe vor dem Fernseher mitgefiebert und freue sich nicht nur zu gratulieren, sondern auch Danke sagen zu können, dass die MT diesen Pokal nach Nordhessen geholt habe: „Es ist für Kassel wunderbar, Weltklassehandball in der Stadt zu haben. Das ist wichtig für unsere Region und zeigt, was wir mit der richtigen Motivation und Einstellung hier alles erreichen können.“

Grußworte und Glückwünsche der hessischen Minister Timon Gremmels (Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur) und Armin Schwarz (Kultus, Bildung und Chancen) schlossen sich an, nachdem sich Nebojsa Simic unter tosendem Beifall von den noch prall gefüllten Rängen der Rothenbach-Halle als letzter Spieler seine Unterschrift ins Goldene Buch der Stadt Kassel gesetzt hatte. Mit einem Gruppenfoto aller Aktiven und Offiziellen endete dieser erste Akt der Nachspielzeit.

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