DHB-Pokal / 18.12.2025

Traum von Köln geplatzt

Pure Enttäuschung: MT-Abwehrchef Adrian Sipos. (Foto: Käsler/MT)

Die MT Melsungen hat den Einzug ins Lidl Final4 verpasst. Im Viertelfinale des DHB-Pokals unterlagen die Nordhessen beim Bergischen HC 23:30 (9:12).

Wie bitter. Wie schade. Der Traum von Köln und von der Teilnahme am Finalturnier um den DHB-Pokal ist für die MT Melsungen in Wuppertal geplatzt. Dort kassierte die Mannschaft von Trainer Roberto Garcia Parrondo eine deutliche 23:30 (9:12)-Niederlage gegen den Bergischen HC. Neben dem BHC und dem TBV Lemgo Lippe sind außerdem die Füchse Berlin und der SC Magdeburg am 18. und 19. April in der Lanxess-Arena dabei. 

Im Vergleich zur Bundesliga-Partie am vergangenen Sonntag gab es bei den Gästen eine Umstellung: Amine Darmoul musste in Wuppertal aufgrund von Knieproblemen passen, dafür rückte der junge Isländer Reynir Thor Stefansson in den Kader. Trainer Parrondo schickte zunächst diese Profis ins Rennen: Im Tor begann Kristof Palasics, die Aufbaureihe besetzten Vlad Kulesh, Olle Forsell Schefvert und Dainis Kristopans, am Kreis startete Arnar Freyr Arnarsson, und auf den Außen legten David Mandic und Timo Kastening los.

Und es ging auch ganz gut los für die Nordhessen. Kristopans und Kulesh sorgten für eine 2:0-Führung (4. Minute), die aber nicht lange hielt. Es entwickelte sich ein intensiver Schlagabtausch, in deren Verlauf der BHC immer mehr die Zähne zeigte. Der Ex-Melsunger Julian Fuchs markierte die erste Führung der Hausherren – 4:3 (9.). Deren Abwehr machte der MT das Leben extrem schwer, zudem häuften sich die technischen Fehler im Angriff. Und obendrein lief BHC-Schlussmann Christopher Rudeck zu Topform auf – am Ende des ersten Durchgangs standen elf gehaltene Würfe auf Rudecks Konto.

All das führte dazu, dass die Gäste nach Noah Beyers Treffer zum 8:4 mit vier Toren hinten lagen (17.). Nikolaj Enderleit beendete kurz danach eine achtminütige Torflaute der MT. Trotzdem: Angetrieben von den lautstarken Fans, wirkte der BHC wacher und bissiger in dieser Phase. Hätte Laszlo Bartucz nicht einen Siebenmeter gegen Beyer pariert (28.), hätte es noch übler ausgesehen für das Parrondo-Team, das auch mit dem oft praktizierten Sieben gegen Sechs nur wenige Lösungen fand. Immerhin: Ruben Marchan verkürzte noch zum 12:9-Halbzeitstand. 

Die gut 150 mitgereisten MT-Fans, die zur frenetischen Stimmung einen entscheidenden Teil beitrugen, mussten also auf eine kleine Aufholjagd hoffen. Palasics mit den Paraden fünf, sechs und sieben, Kulesh mit Wucht, Mandic mit Tempo – die MT kam hellwach aus der Kabine. Doch die Bergischen zeigten sich unbeeindruckt und kamen ebenfalls schnell auf Betriebstemperatur. Nach Sören Steinhaus‘ Hammer zum 18:14 lagen die Hausherren erneut mit vier Toren in Front (41.).

Der BHC ließ nicht locker. Rudeck hielt einen Siebenmeter gegen Kastening – es war der dritte, nachdem der Schlussmann bereits in der ersten Hälfte zweimal als Sieger gegen Florian Drosten das Duell vom Strich für sich entschieden hatte. Ein Doppelpack von Aron Seesing – die Hausherren gingen beim 21:16 erstmals mit fünf Toren in Führung (46.). Und weil Rudeck so weitermachte wie vor dem Wechsel, lief der MT so langsam, aber sicher die Zeit davon. Zumal Nico Schöttle auch noch auf 24:18 stellte (50.).

Rückstand sechs, und nur noch zehn Minuten zu spielen. Die Crunchtime begann mit dem vierten vergebenen Siebenmeter – dieses Mal hatte es wieder Drosten versucht, gefolgt von einer Roten Karte gegen Adrian Sipos und dazu noch zwei BHC-Treffer. Als dann Schöttle wenig später zum 28:21 traf (57.), war die Begegnung endgültig entschieden. Und die MT musste dem Gegner zum Einzug ins Lidl Final4 gratulieren. (RL)

Statistik

Bergischer HC: Rudeck (18 Paraden / 23 Gegentore), Diedrich (n.e.); Beyer 6/3, Servos, Becher, Schöttle 6, Babarskas, Kooij, Babak, Massoud, Püttmann, Fuchs 4, Seesing 7, Steinhaus 5, Wasielewski 2 – Trainer Markus Pütz.

MT Melsungen: Palasics (9 Paraden / 29 Gegentore), Bartucz (1 P. / 1 G.); Marchan 4, Enderleit 3, Mandic 3, Sipos, Kristopans 3, Ignatow, Drosten, Stefansson, Kulesh 5, Arnarsson, Forsell Schefvert 4, Eickhoff, Kastening 1, Ntanzi – Trainer Roberto Garcia Parrondo. 

Schiedsrichter: Marcus Hurst (Berlin) / Mirko Krag (Frankfurt); Spielaufsicht: Peter Behrens.

Zeitstrafen: 6 – 4 Minuten (Wasielewski 14:27, Steinhaus 22:43, Beyer 40:39 – Mandic 34:54, Kristopans 58:36); Rote Karte: Sipos 51:55 (grobes Foulspiel)

Strafwürfe: 4/3 – 4/0 (Bartucz pariert gegen Beyer 27:15 – Rudeck hält Wurf von Drosten 12:06, Rudeck erneut Sieger gegen Drosten 13:23, Kastening scheitert auch an Rudeck 43:38, Drosten über das Tor 50:55) 

Spielstände: 0:2 (4.), 3:3 (7.), 4:4 (10.), 8:4 (17.), 11:7 (23.), 12:8 (25.), 12:9 (29.) HZ – 12:11 (34.), 17:13 (40.), 21:16 (46.), 23:17 (49.), 26:19 (54.), 29:21 (58.), 30:22 (59.), 30:23 (60.) 

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