
Es geht um die Qualifikation für die Jugendbundesliga (JBLH). Die zweite Etappe in Hanau wird ungleich härter für die B-Jugend der MT Talents als die erste vor 14 Tagen in Büttelborn.
Gegen die HSG Dutenhofen/Münchholzhausen (11:10 Uhr), die TSG Münster (13 Uhr) und die HSG Hanau (17:10 Uhr) geht es am Samstag bei verkürzter Spieldauer von 2 x 20 Minuten in der Doorner Halle Steinheim (Hanau) um ein Ticket für die JBLH sowie zwei Plätze in der bundesweiten Qualifikation, die die letzte Möglichkeit zur Teilnahme in der höchsten Klasse wären.
Setzen sich die MT Talents im Viererfeld mit Dutenhofen, Münster und Hanau als Erster durch, ist die aktuelle Saison beendet und die B-Jugend spielt auch in der kommenden Saison sicher in der Jugendbundesliga. Sollte es schief gehen und nur Rang vier herausspringen, ist ebenfalls alles vorbei und der Weg führt zurück in die Regionalliga. Bei einem zweiten oder dritten Platz geht es jedoch weiter, und im Juni warten noch einmal Qualifikationstermine. Dann sogar auf Bundesebene, was zu möglicherweise weiten Reisen führen könnte.
„Ja, wir müssen mindestens ein Spiel gewinnen. Das wird nicht leicht, denn für mich sind alle vier Teilnehmer etwa auf Augenhöhe“, sagt Trainer Max Pregler. Er sehe drei Gegner, die seinem Team alles abverlangen werden. Da sei es nötig, in jeder Partie alles zu geben und den besten Handball zu spielen. Denn einer der vier wird leer ausgehen und in der Regionalliga starten müssen. Das Vertrauen, sich in dieser spielstarken Qualifikationsgruppe zu behaupten, habe er: „Wir wissen, was für ein Potenzial in uns steckt.“
Ein Spaziergang war schon die erste Etappe in Büttelborn nicht. Nach drei klaren Siegen ging es gegen die Gastgeber um alles. Der Beginn war verkorkst, der Rückstand schon früh ein Hemmschuh. Und da war auch noch der lautstarke Anhang der Gastgeber, gegen den es anzukommen galt. Trotzdem setzten sich die Melsunger am Ende durch – zwar knapp, aber doch noch souverän. Eine Erfahrung, die Pregler gar nicht so ungelegen kam. „Es ist immer gut, wenn man Drucksituationen im Wettkampfbetrieb kennenlernt, sie am Ende aber übersteht und vor allem mit einem positiven Gefühl rausgeht“, sagt er. Denn in Hanau kann im letzten Spiel des Tages, wieder gegen den Gastgeber, erneut alles auf die letzte Rille entschieden werden müssen.
Der Kader ist immerhin vollständig, niemand ist verletzt oder angeschlagen. Und einer ist dabei, der mit einem Riesenschub und ganz viel Selbstvertrauen auflaufen wird. Bruno Winkler erhielt nämlich in der vergangenen Woche eine Einladung zur U16/17-Nationalmannschaft und freut sich bereits auf zwei Lehrgänge im Juni und seine ersten Einsätze im Nationaldress gegen Frankreich. „Das hat er sich hart erarbeitet. Er ist athletisch gut dabei, ehrgeizig und in jedem Training enorm lernbereit“, sagt sein Trainer über den Linksaußen.
Für das System, das Pregler spielen lässt, ist Winkler ein wichtiger Baustein. Nicht nur im Angriff, wo der Flügelflitzer gerade nach Ballgewinnen immer zügig vorn ist und seine Gegenstöße fast immer erfolgreich abschließt. Auch in der Deckung nehme er eine wichtige Rolle ein, streicht der Coach heraus. Denn oft ist es Winkler selbst, der für die Eroberung des Spielgerätes sorgt und blitzschnell umschaltet. Dennoch: Es sei immer eine Leistung der kompletten Mannschaft.
Deshalb gilt es, bereits an diesem Samstag das vom Coach attestierte Potenzial abzurufen und, wie schon in Büttelborn, bis in die Endphase des abschließenden Spiels gegen die Hausherren konzentriert zu bleiben. Die nötige Erfahrung dafür wurde vor zwei Wochen gemacht. (Michael Koch)