
Die MT Melsungen 2 hat nachgelegt und mit 30:26 (16:9) bei der TSG Hassloch gewonnen. Mit 4:0 Punkten ist der Start in die neue Staffel Süd-West der dritten Liga gelungen, auch wenn der zwischenzeitlich hohe Vorsprung zum Ende hin gehörig zusammenschmolz.
Mit acht Treffern ragte Benjamin Fitozovic aus einer ansonsten über weite Strecken sehr ausgeglichenen MT 2 heraus.
Größer hätte der Unterschied zum vorangegangenen Sieg über Friesenheim-Hochdorfs Reserve zu Beginn kaum sein können. Munterer Schlagabtausch ohne allzu große Widerstände der Deckungsreihen, viel zu viele kleine Unzulänglichkeiten im Zusammenspiel und vor allem schnelle Abschlüsse beiderseits waren zwar kurzweilig anzuschauen, aber sicher nicht im Sinne beider Trainer. Zunächst lief alles noch auf Augenhöhe, so dass bis zum 6:6 durch Rene Andrei, nach mehrfachem Führungswechsel zuvor, kaum Unterschiede auszumachen waren.
Das änderte sich, als erst Jason Wilfer das Leder aus kurzer Distanz raffiniert über TSG-Schlussmann Loic Modzinski hob, dann Andrei zwei Gegenstöße sicher zum 6:9 (17.) versenkte. Erstmals drei Tore vor für die MT 2, resultierend aus guten Reaktionen von Pawel Krawczyk und einem generell wesentlich besseren Abwehrverhalten als zuvor. Und was ebenfalls prima klappte: Die Verlagerung im Angriff auf links, so dass Benni Fitozovic rechts nach jeweils feinen Pässen freie Bahn hatte. Der fünfte Erfolg des Rechtsaußen war schon das 9:14 (25.), der sechste das 9:16 zum Halbzeitstand.
Die Eröffnung des zweiten Durchgangs gehörte Pawel Krawczyk. Erste seine achte Parade gegen Tino Gläßgen, dann der direkte Wurf ins gerade verlassene Tor gegenüber. Stark, was der Pole nach seiner überragenden Leistung in der Woche zuvor auch diesmal leistete. Kleiner Wermutstropfen: Jason Wilfer sah Rot nach einer unglücklichen Abwehraktion und kurz darauf dezimierte ein Wechselfehler die Rot-Weißen weiter. Doch die ließen sich davon nicht beirren, sondern legten nach: Jakob König nach Kempa-Anspiel von Leander Altena und anschließend der Linkshänder selbst mit Schmackes in den kurzen Winkel – 12:21 (39.).
Die Partie war zu diesem Zeitpunkt eigentlich bereits durch und entschieden. Melsungen konnte sich darauf beschränken, das Geschehen zu kontrollieren und Trainer Florian Weiß verteilte folgerichtig die Spielzeit. Kevin Trogisch kam zu seinem ersten Drittliga-Einsatz im Melsunger Trikot und traf sofort, Lian Kopeinigg legte zwei drauf, nachdem die Gastgeber zwischenzeitlich durch Tino Gläßgen bis auf 17:23 (45.) herangekommen waren. Doch das Kombinationsspiel stockte nach einer dreiviertel Stunde, weil mit Noah Eberhardt und Jonathan Atting noch zwei weitere frische Spieler von der Bank gekommen waren. Fast komplette Rotation also im Feld, ganz hinten musste der für Krawczyk gekommene Jannik Büde die sich häufenden Fehler vor ihm ausbaden.
Nach Niklas Glindemanns 21:25 (49.) kam Unruhe auf, Sebastian Bösings 23:26 (54.) führte zu Sorgenfalten auf der Stirn von Weiß, der zuvor schon Fitozovic und Jonas Riecke zurück auf die Platte beordert hatte. Und als Patrick Buschsieper von der Siebenmeterlinie auf 24:26 (55.) stellte, war Alarm angesagt bei der MT 2. Die wollte vorn mit dem Kopf durch die Wand, offenbarte hinten wieder die Schwächen der Anfangsminuten. Zum Glück behielt Riecke einen kühlen Kopf, hämmerte das Spielgerät zweimal ins Netz – 25:28 (58.). Den Rest besorgte schließlich Trogisch per Doppelpack in der Schlussminute und machte den zweiten doppelten Punktgewinn der Saison fest.
Statistik
TSG Hassloch: Modzinski (6 P. / 21 G.) , Pfaffmann (3 P. / 9 G.); Wieland, Gläßgen 3, Kern 1, Glindemann 4, J. Chrust 3, Zeimet 1, Buschsieper 5/1, Treiber, N. Klein 6, Maier, Bösing 3, Herbert, L. Klein, N. Chrust – Trainer: Leo Vuletic.
MT Melsungen 2: Krawczyk (10 Paraden / 19 Gegentore / 1 Tor), Büde (4 P. / 6 G.), Hüter (bei einem Siebenmeter, 0 P. / 1 G.); Eberhardt, Riecke 6, Altena 2, Reinbold 2, Liebergesell, Wöhler 2, König, Fitozovic 8, Wilfer 1, Trogisch 3/1, Andrei 4, Kopeinigg 2, Atting – Trainer Florian Weiß.
Schiedsrichter: Lars Salles / Dominik Salles (Pleidelsheim / Karlsruhe) - Zeitstrafen 12 : 6 Minuten – Disqualifikationen: Wilfer (MT2, Foul 34.), Treiber (TSG, 3x2 Min. 43:22) - Strafwürfe 2/1 : 2/1 - Zuschauer: 200.
Verlauf: 1:0 (1.), 2:3 (7.), 6:4 (11.), 6:9 (17.), 9:12 (24.), 9:16 (Halbzeit) – 9:17 (32.), 10:18 (36.), 12:21 (39.), 17:23 (45.), 21:25 (49.), 24:26 (55.), 26:28 (59.), 26:30 (Ende).