
Es war das zu erwartende Torfestival zwischen den B-Jugendlichen der MT Talents und dem MTV Lübeck in der Pokalrunde der Jugendhandball-Bundesliga. Das die Norddeutschen am Ende verdient, wenn auch etwas zu deutlich, mit 35:42 (19:23) für sich entschieden.
Trotz eines gehaltenen Siebenmeters von Maximilian Knopp gegen Max Molt gleich in der Anfangsphase gelang den MT Talents der Einstieg ins Spiel nicht. Zum einen veranstalteten die Gäste im Angriff sofort mächtig Betrieb über sämtliche Spielpositionen, zum anderen gingen den Hausherren über unpräzise Zuspiele und technische Fehler gleich mal drei, vier Bälle verloren. Die Folge war ein schneller 1:4-Rückstand, der sich insbesondere durch Zutun von Linksaußen Solino Santos Zomaz und Spielmacher Kjell Novacki auf 5:10 (10.) anwuchs. Bis dahin hatte fast nur Philipp Kuhlen für positive Aktionen gesorgt, der aber nach seinen ersten drei Treffern auch gleich an die kurze Leine gelegt wurde.
Das klare Zeichen an seine Mitstreiter, präziser zu werden und Verantwortung zu übernehmen. Was gelang! Grundlage war ein viel beherzteres Zupacken hinten, das durch super funktionierendes Umschaltspiel vorn seinen Effekt hatte. So entsprangen die Treffer von Luca Witzel und Felix Kühlbauch zum 8:10 (11.) jeweils langen Pässen nach vorn nach gelungenen Defensivaktionen. Das passte mittlerweile prima und so war auch Jannis Schmidts Ausgleich und die Führungsübernahme durch Witzel und Kuhlen zum 14:12 (17.) eher folgerichtig als überraschend.
Bei weitgehend ausgeglichenem Geschehen passte es im Vorwärtsgang zunächst auch weiterhin, während die Abwehr leicht in Passivität zurückfiel. Was Lübeck durch Molt, Martin Kasten und Julius Schnitter erneut in Führung brachte. Und eine Schlussphase der ersten Halbzeit einleitete, die dem Spielbeginn glich: Der MTV variabler und mit wenig Fehlern, die sich dafür bei den MT Talents wieder häuften. Kurzzeitig stemmten sich nach fast zeitgleichen Strafen gegen Kjell Hildebrand und Kühlbauch nur vier Melsunger Feldspieler stark und erfolgreich dagegen, sofort wieder abgehängt zu werden. Was im Anschluss dennoch geschah. Trotz des bereits neunten Treffers von Kuhlen, der das Ungemach zur Halbzeit auf minus vier begrenzte.
Den Start in die zweite Hälfte gestalteten die Nordhessen dann zwar wesentlich offener, aber mit wenig Fortune. Da war der eingewechselte Milan Hahn zur Stelle und hatte den Wurf von Tom Dettman eigentlich schon pariert, doch das Leder fand doch noch seinen Weg über die Linie zum 21:26 (34.). Sie blieben dran, kamen aber nicht näher. Dazu blieb die Quote der technischen Fehler zu hoch. Stark weiterhin die Leistung von Hahn, der Melsungen im Spiel hielt und Marlon Junge die Chance gab, auf 26:29 (40.) zu verkürzen.
Kuhlen hatte bis dahin noch Verschnaufpause auf der Bank, meldete sich aber mit seinem zehnten Tor zum 27:31 (44.) zurück. Der Druck nach vorn passte nun wieder, die Stabilität hinten nicht. Da konnte Hahn noch so stark halten, es fanden immer noch genug Bälle der Lübecker ihren Weg ins Netz, um den Abstand konstant zu halten. Der Anschluss war noch in Sichtweite, als Kuhlen sein persönliches Dutzend mit dem 30:34 (51.) vollmachte.
Dann aber sorgte ein kurzer Lauf des MTV für vorzeitige Klarheit. Einmal Ole Schnack, zweimal Johan Kasten – 30:37 (53.). Da nutzte dann auch die letzte Auszeit von Trainer Max Pregler und die angeordnete offene Deckung nichts mehr, diesen Vorsprung ließen sich die Lübecker nicht mehr nehmen. Für die MT Talents kam zum Ende hin noch der C-Jugendliche Johannes Frank zu seinem Bundesliga-Debüt, das sein Mannschaftskamerad Ilias Rozco bereits am Anfang gefeiert hatte. Auch Marcos Sanchez Martin konnte noch einen Ball abwehren, an der bereits feststehenden Niederlage änderte das alles nichts mehr.
Statistik
MT Talents: Knopp (3 Paraden / 17 Gegentore), Hahn (10 P. / 20 G.), Sanchez Martin (1 P. / 5 G.); Kühlbauch 5, Schröder 1, Rozko, Kuhlen 14/2, Junge 8/1, Rode 1, Witzel 2, Winkler 1, Wetzel, Frank, Schmidt 2, Hildebrand 1 – Trainer Max Pregler.
MTV Lübeck: Teuscher (1 P. / 13 G.), Noack (9 P. / 22 G.); Kasten 6, Molt 3, Jahnke 1/1, Dettmann 7/3, Westfehling, Nowacki 9, Przygodda 4, Sellmann, Tomaz 4/1, Schnack 1, Schnitter 5, Osterndorff 2, Pischke – Trainer Marcus Sievers.
Schiedsrichter: Daniel Adam / Simon Adam (Grebenstein) – Zeitstrafen 8 : 4 Minuten – Strafwürfe 5/3 : 7/5 - Zuschauer: xxx.
Verlauf: 0:2 (1.), 1:4 (5.), 5:10 (10.), 10:12 (14.), 14:12 (17.), 16:17 (21.), 17:20 (26.), 19:23 (Halbzeit) – 21:26 (34.), 25:28 (39.), 27:31 (44.), 29:34 (50.), 31:38 (55.), 35:42 (Ende).