Bundesliga / 28.02.2026

Nichts zu holen gegen Magdeburg

Schwerstarbeit in der Deckung: Olle Forsell Schefvert stellt sich Magdeburgs Felix Claar entgegen. (Foto: Käsler/MT)

Die MT Melsungen hat am 23. Spieltag der DAIKIN Handball-Bundesliga eine deutliche Niederlage hinnehmen müssen. Gegen den SC Madgeburg verloren die Nordhessen 23:34 (11:15).

In der Vorsaison gelang der MT Melsungen vor eigenem Publikum ein Coup. Dieses Mal war gegen den SC Magdeburg nichts zu holen. Am Ende unterlag die MT 23:34 (11:15) und musste einsehen, dass gegen die individuelle Klasse der Gäste kein Kraut gewachsen war. 

Bei der MT waren die meisten Profis, die am Dienstag in Skopje angeschlagen fehlten, zurückgekehrt – außer Nikolaj Enderleit und David Mandic, die beide mit Adduktorenproblemen zu kämpfen haben. Immerhin stand Marti Soler wieder zur Verfügung. Trotzdem: Die Verletztenmisere bei der MT zieht sich durch die komplette Saison und scheint kein Ende zu nehmen. 

Einer, der ebenfalls lange ausgefallen war, heißt Nebojsa Simic. Und der MT-Keeper war am Samstagabend direkt auf Betriebstemperatur. Erste Aktion: Parade. Zweite Aktion: gehaltener Siebenmeter gegen Omar Ingi Magnusson. Kann man mal so machen. Logisch, dass die MT-Fans unter den 4.500 Zuschauern ebenfalls heiß liefen. Ausverkaufte Rothenbach-Halle – geile Atmosphäre zum Spiel gegen den Spitzenreiter.

Die Mannschaft von Roberto Garcia Parrondo nahm die Stimmung auf. Giftig in der Deckung, die von ihrem Trainer offensiver eingestellt war. Die Nordhessen machten dem SCM das Leben enorm schwer. Einziges Manko: Im Angriff fehlte hier und da die Zielgenauigkeit. Es entwickelte sich ein offener und intensiver Schlagabtausch, wobei die MT vor allem dank Simic stets auf Tuchfühlung blieb – kurz hintereinander war er erst gegen Gisli Kristjansson und dann gegen Daniel Pettersson zur Stelle war. Zu diesem Zeitpunkt stand es 5:6 (12. Minute).

Nicht zu stoppen war allerdings Magdeburgs Felix Claar, der mit seinem fünften Treffer auf 7:10 stellte und seine Mannschaft erstmals mit drei Toren in Führung brachte (20.). Schade aus MT-Sicht, dass eine Überzahl spurlos verpuffte, und stattdessen Albin Lagergren auf 10:14 erhöhte (28.). Die Gäste schlichen sich langsam, aber sicher davon. Mit vier Toren Rückstand ging die MT beim 11:15 in die Pause. 

Die Nordhessen kamen engagiert aus der Kabine und setzten nun vermehrt auf einen siebten Feldspieler im Angriff. Die Einstellung passte, der Kampf war da. Nur stand da eben das Team aus Magdeburg mit seinen Top-Spielern. Claar zum Beispiel, der mit einem Doppelschlag die SCM-Führung auf 16:22 ausbaute (42.). Oder Kristjansson, der unwiderstehlich durch die MT-Deckung wirbelte und gegen den eingewechselten Kristof Palasics zum 16:27 verwandelte (47.).

Zu diesem Zeitpunkt ging es für die Gastgeber nur noch darum, die Niederlage halbwegs in Grenzen zu halten. Vor allem Reynir Thor Stefansson stemmte sich gegen die Klatsche – allein, es half nichts. Die Magdeburger waren an diesem Abend eine Nummer zu groß. Den Schlusspunkt setzte Florian Drosten mit einem verwandelten Siebenmeter zum 23:34-Endstand.  

Stimmen

Roberto Garcia Parrondo: Magdeburg war heute deutlich besser als wir. Aber ich möchte mich bei meinen Spielern bedanken für ihren Kampf. Sie haben alles gegeben. Leider haben wir weiterhin viele Verletzte und momentan nur Energie für 40 Minuten. Es bleibt eine schwierige Situation.

Bennet Wiegert: Ich bin super happy, dass wir uns heute so präsentiert haben nach den Reisestrapazen. Unsere Verteidigung war phasenweise nah an der Perfektion. Wir haben nicht lockergelassen, uns über die Abwehr gesteigert und uns in der zweiten Hälfte viele Chancen erspielt. Ich bin echt beeindruckt, wie die Mannschaft das heute runtergespielt hat. 

Statistik

MT Melsungen: Simic (7 Paraden / 24 Gegentore), Palasics (1 P. / 10 G.), Bartucz (n.e.); Marchan 1, Sipos 1, Kristopans 5, Ignatow, Drosten 1/1, Stefansson 4, Kulesh 2, Arnarsson 2, Soler, Forsell Schefvert 4, Guardiola 1, Eickhoff, Kastening 2 – Trainer Roberto Garcia Parrondo. 

SC Magdeburg: Hernandez (1 Tor / 8 Paraden / 23 Gegentore), Mandic (n.e.); Musche 4, Claar 11, Zechel, Kristjansson 6, Pettersson 1, Magnusson 3, Hornke, Jonsson, Weber, Lagergren 4, Mertens, Saugstrup 3, O’Sullivan 1, Bergendahl – Trainer Bennet Wiegert.

Schiedsrichter: Marcus Hurst (Berlin) / Mirko Krag (Frankfurt); Spielaufsicht: Peter Behrens.

Zeitstrafen: 8 – 6 Minuten (Sipos 14:00, Kristopans 19:33, Stefansson 28:45, Arnarsson 44:31 – Claar 25:38, Saugstrup 44:14, Bank 59:09)

Strafwürfe: 1/1 – 3/2 (Simic pariert Wurf von Magnusson 1:11)

Zuschauer: 4.500 in der Rothenbach-Halle, Kassel (ausverkauft)

Spielstände: 1:0 (3.), 3:3 (7.), 5:7 (15.), 9:11 (23.), 10:14 (28.), 11:15 (29.) HZ – 12:15 (32.), 15:20 (39.), 16:27 (47.), 20:31 (53.), 23:34 (60.) Endstand.  

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