
Die MT Melsungen hat am 4. Spieltag der Opel Handball-Bundesliga den zweiten Heimsieg bejubelt. Gegen den TVB Stuttgart gewannen die Nordhessen 32:27 (15:14).
Das war ein hartes Stück Arbeit. Aber mit viel Leidenschaft, einem beherzten Auftritt und einer stabilen Abwehr hat die MT Melsungen den TVB Stuttgart mit 32:27 (15:14) in die Knie gezwungen. Bis die Mannschaft von Roberto Garcia Parrondo zum Schlussspurt ansetzte, stand die Begegnung auf Messers Schneide.
Wie erwartet, sahen 3.475 Zuschauer in der Rothenbach-Halle eine Partie, für die es die Bezeichnung Kampfspiel gibt. An diesem Sonntagabend wurde Handball gearbeitet. Beide Abwehrreihen schenkten den Kontrahenten keinen Zentimeter. Auffallend zudem: Auf Stuttgarter Seite traten zunächst die ehemaligen MT-Spieler in den Vordergrund: Amine Darmoul traf einmal, Kai Häfner erzielte drei Treffer, zwei davon vom Siebenmeterstrich – da stand es 4:3 aus Sicht der Schwaben (9. Minute).
Die MT zeigte durchweg Kämpferherz, und nach etwas mehr als zehn Minuten setzten sich die Gastgeber etwas ab. Auch dank Keeper Nebojsa Simic, der mehr mehrfach spektakulär parierte. Obendrein war auf den Rückraum Verlass. Aaron Mensing stellte mit seinen ersten beiden Aktionen erst auf 8:7 und dann auf 9:7 (20.). Dainis Kristpopans bewies ebenfalls seine Wurfgewalt und sein super Auge, zum Beispiel als er den eingelaufenen Florian Drosten bediente, der zum 13:10 verwandelte (26.). Das sah gut aus, was die MT nun im Angriff anbot.
Erfreulich obendrein aus Sicht der Nordhessen, dass sich David Mandic mit einem Treffer zum 12:9 aus dem Lazarett zurückmeldete (24.). Doch der TVB schlug immer wieder zurück, vor allem in Person von Philipp Ahouansou, der mit seinem fünften Treffer den 15:14-Halbzeitstand markierte. Den ersten Augenschmaus nach dem Wechsel lieferte die MT, als Johannes Golla nach herrlichem Zuspiel von Erik Balenciaga gefühlvoll das 18:16 erzielte (37.).
Für den ersten Aufreger sorgten die Gäste in Person von Darmoul, der für zu viel Theatralik zwei Minuten bekam und sich fortan die Pfiffe der MT-Fans gefallen lassen musste. Ansonsten: Simic war da. Siebenmeter-Parade gegen Häfner, zwei weitere Rettungstaten obendrauf, nach Olle Forsell Schefverts Treffer zum 22:19 war die MT abermals mit drei Toren entrückt (46.).
Doch wie in Durchgang eins ließen sich die Stuttgarter nicht abschütteln. Häfner traf nun wieder aus sieben Metern, gleich zweimal, und da stand es 24:24 (52.) – der Startschuss für eine packende Schlussphase. Die MT legte vor, Mensing zum 25:24, Golla zum 26:25, der TVB zog dank Kasper Lien und Dario Sanz gleich. Spannung pur.
Dann aber der MT-Schlussspurt: Treffer Ruben Marchan, Forsell Schefvert, Simics elfte Parade und Treffer Kristopans zum 29:26 (57.) – das roch nach Vorentscheidung, zumal Mensing noch einen zum 30:26 nachlegte. Und die MT ließ sich das Ding nicht mehr nehmen. Drosten setzte per Siebenmeter zum 32:27 den Schlusspunkt. Zweites Liga-Heimspiel, zweiter Sieg – so kann es weitergehen für die MT. (Robin Lipke)
Stimmen
Roberto GarciaParrondo: Ich bin sehr zufrieden. Wir waren heute über 60 Minuten in der Abwehr das bessere Team. Es ist nicht einfach, mit zwei Spielen innerhalb von wenigen Tagen. Daher ist der Sieg umso wichtiger für uns. Heute haben wir als Team gekämpft – weiter so.
Misha Kaufmann: Melsungen führt die ganze Zeit, aber wir bleiben dran und kriegen unsere Chance beim 26:26. Bis dahin hat meine Mannschaft einen guten Job gemacht, aber dann verwerfen wir ein paar Bälle zu viel. In der Crunchtime haben wir uns nicht gut angestellt, was uns heute die Punkte gekostet hat.
Statistik
MT Melsungen: Simic (12 Paraden / 27 Gegentore), Palasics (n.e.); Marchan 1, Balenciaga 1, Mandic 1, Sipos, Kristopans 5, Ignatow, Stehl 3, Golla 6, Drosten 3/2, Stefansson 4, Forsell Schefvert 3, Sigrist, Garcia, Mensing 5 – Trainer Roberto Garcia Parrondo.
TVB Stuttgart: El-Tayar (2 Paraden / 10 Gegentore), Kornecki (5 P. / 22 G.); Ahouansou 6, Lien 1, Heydecke, Sanz 2, Mengon 2, Röthlisberger, Schmid, Matzken 2, Zieker 1, Häfner 7/6, Donker, Nigg 3, Darmoul 3 – Trainer Misha Kaufmann.
Schiedsrichter: Thomas Kern (Bellheim) / Thorsten Kuschel (Kandel). Spielaufsicht: Christoph Immel.
Zeitstrafen: 6 – 6 Minuten (Stefansson 4:15, Kristopans 26:57, Drosten 40:28 – Nigg 7:51, Darmoul 37:45, Ahousansou 42:38)
Strafwürfe: 2/2 – 7/6 (Simic hält Wurf von Häfner 40:32)
Zuschauer: 3.475 in der Rothenbach-Halle, Kassel
Spielstände: 1:0 (3.), 2:2 (7.), 6:5 (14.), 9:7 (20.), 12:9 (24.), 13:12 (28.), 15:14 (30.) HZ – 15:15 (35.), 19:16 (40.), 22:19 (46.), 22:21 (48.), 24:24 (52.), 26:26 (54.), 30:26 (58.), 32:27 (60.) Endstand.