Bundesliga / 26.09.2026

MT unterliegt in Mannheim

Trotz vier Toren und vier Assists von Erik Balenciaga kam die MT nicht über ein 28:30 hinaus. (Foto: Max Krause)

Die MT Melsungen hat am 6. Spieltag der Opel Handball-Bundesliga mit 28:30 (11:12) bei den Rhein-Neckar Löwen verloren. In der Neuauflage des Pokalspiels vom Dienstagabend haderten die Rot-Weißen mit ihrer Chancenverwertung.

Nur vier Tage waren vergangen, seitdem Melsungen und die Löwen im DHB-Pokal aufeinandergetroffen waren, und auch diesmal stand MT-Cheftrainer Roberto Garcia Parrondo kein gelernter Linkshänder im Rückraum zur Verfügung. Dainis Kristopans war nicht mit dem Team nach Mannheim gereist.

Im Vergleich zum Duell im Pokal tat sich zudem in der Startaufstellung etwas, denn da hatte Parrondo auf fünf Positionen rotiert. Dimitri Ignatow begann diesmal zusammen mit Florian Drosten auf den Außenpositionen. Erik Balenciaga führte das Spiel auf der Mitte, eingerahmt von Dani Dujshebaev sowie Reynir Thor Stefansson. Im Tor startete Nebojsa Simic und Johannes Golla am Kreis.

Parrondo hatte von seiner Mannschaft dieselbe Intensität wie am Dienstag, aber eine bessere Chancenverwertung gefordert. Genau diese Durchschlagskraft im Angriff fehlte aber zunächst. Gut, dass da Simic zwischen den Pfosten stand: Der Montenegriner parierte drei Mal glänzend. Aber auch sein Gegenüber David Späth setzte erste Ausrufezeichen und nahm einen Siebenmeter gegen Drosten weg. Dujshebaev sorgte mit einem Stemmwurf für die erste MT-Führung beim 2:1 (7. Minute), die der junge Stefansson mit einem abgeknickten Sprungwurf beim 4:3 (12.) weiter behauptete. Richtig in der Partie angekommen schien Melsungen nach einer Viertelstunde aber dennoch nicht.

Wer sich längst warmgelaufen hatte, war Späth, der am Ende der ersten Halbzeit bei neun Paraden stehen sollte und in dem auch der sonst so sichere Drosten ein zweites Mal seinen Meister fand. Im Gegenzug gingen die Gastgeber erstmals beim 8:6 mit zwei Toren in Front (18.). Parrondo wechselte durch, brachte David Mandic und Aaron Mensing in die Begegnung. Letzterer markierte mit einem Gewaltwurf den Anschluss und Balenciaga beim 9:9 den erneuten Ausgleich.

Mit Adrian Sipos und Olle Forsell Schefvert im Innenblock schloss Melsungen jetzt die Reihen und erarbeitete sich einige gute Möglichkeiten. Aber es blieb ein wiederkehrendes Muster: Späth nahm jetzt auch einen Siebenmeter von Sigrist und zwei riesige Chancen von Ignatow und Dujshebaev weg. Auf wen Verlass war, war Simic im Tor, der seinem Gegenüber in der ersten Halbzeit nur in wenig nachstand und ebenfalls auf acht Paraden bis zum Pausenpfiff kam. Mit einem 11:12-Rückstand aus MT-Sicht ging es in die Kabinen.

Nach dem Wiederbeginn zeigte Melsungen Zähne und versuchte, das Spiel zu drehen. Dabei immer wieder im Fokus: Erik Balenciaga. Der spanische Regisseur tanzte vor seinem 15:15 erst selbst durch die Abwehr und band auch in der Folge mit seiner Spielführung erst Golla und dann Adrian Sipos mustergültig am Kreis ein.

Die MT blieb jetzt an ihrem Gegner dran und ließ sich auch von der Zeitstrafe gegen Leon Stehl nicht aus der Ruhe bringen. Nach Gollas Ausgleich zum 20:20 hätte der Nationalmannschaftskapitän die MT sogar in Führung bringen können, aber Späth hielt seinen Fuß dazwischen. Nur wenig später kam auch Sigrist von sieben Metern nicht am RNL-Keeper vorbei. Jannik Kohlbacher ließ die Badener beim 25:22 (52.) erstmals auf drei Tore enteilen.

Die Crunchtime begann mit einer erneuten Zeitstrafe gegen Sipos, aber die MT fasste sich ein Herz und drückte ein letztes Mal auf den Ausgleich. Balenciaga tankte sich in Unterzahl durch die Abwehr und zog den Siebenmeter, den Drosten verwandelte. Im Sieben-gegen-sechs räumte Melsungen für Ignatow ab, der verwandelte sicher zum 25:26-Anschluss – alles wieder drinnen.

Doch der späte Ausgleich wie beim Pokalabend am Dienstag blieb der MT verwehrt. Auch da die Rhein-Neckar Löwen in der entscheidenden Phase des Spiels mehr aus den eigenen Möglichkeiten machten. 

Weitere Neuigkeiten gab es noch während des Spiels aus Kiel: Dort wurden nach dem Nordderby die Paarungen des Achtelfinales im DHB-Pokal ausgelost: Die MT erwartet in der nächsten Runde den Bergischen HC in der Rothenbach-Halle – zur Wiederauflage des Viertelfinales der Vorsaison. (Lucas Mertsching)

Stimmen

Roberto Garcia Parrondo: Ich denke wir haben heute ein gutes Spiel gemacht und viele Situationen zu Würfen gefunden. Unsere Chancenverwertung war aber heute unser Problem. Wir verwerfen vier Strafwürfe und viele Würfe von Sechsmeter. David Späth wurde so zum Schlüsselspieler dieser Begegnung. 

Maik Machulla: Die zwei Punkte tun uns gut. Vor allem die Art und Weise, wie wir das geschafft und so ein Ding auch einmal auf unsere Seite gezogen haben. Wir haben viel investiert und haben heute gegen eine absolute Topmannschaft extrem viel Moral bewiesen.

Statistik

Rhein-Neckar Löwen: Späth (13 Paraden / 28 Gegentore), Jensen (n.e.); Timmermeister 2, Nothdurft, Lassen, Mierzwa 3, Steenaerts 3, Steinhauser 5/4, Seesing, Thrastarson 6, Mahe, Ciudad-Benitez, Jaganjac, Baijens 8, Aspenbäck, Kohlbacher 3 – Trainer Maik Machulla.

MT Melsungen: Simic (11 Paraden / 30 Gegentore), Palasics (n.e.); Marchan, Balenciaga 4, Mandic 1, Sipos 3, Ignatow 2, Stehl, Golla 3, Drosten 2/1, Stefansson 4, Dujshebaev 1, Forsell Schefvert 1, Sigrist 2/2, Garcia, Mensing 5 – Trainer Roberto Garcia Parrondo.

Schiedsrichter: Sophia Janz (Köln) / Rosana Sug (Wiehl). Spielaufsicht: Frank Wenz.

Zeitstrafen: 2 – 6 Minuten (Aspenbäck 45:50– Sipos 35:46, 52:39; Stehl 41:28)

Strafwürfe: 4/4 – 3/7 (Späth pariert gegen Drosten 6:12, 13:25 und auch gegen Sigrist 49:02)

Zuschauer: 5.184 in der SAP-Arena in Mannheim

Spielstände: 1:1 (5.), 3:3 (10.), 5:5 (13.), 9:7 (19.), 9:9 (21.), 11:11 (26.), 12:11 (28.), 15:13 (35.), 17:17 (39.), 19:19 (43.), 22:21 (48.), 24:22 (51.), 26:23 (53.),26:25 (56.), 28:26 (58.), 29:28 (60.), 30:28 Endstand.

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