
Vier Spiele ohne Niederlage – das fünfte soll am Sonntag dazukommen. Alles andere als ein Sieg der MT Melsungen 2 gegen die TSG Haßloch (Anwurf um 17 Uhr in der Stadtsporthalle Melsungen) käme derzeit überraschend.
Es könnte der dritte doppelte Punktgewinn in Folge werden, nachdem die Mannschaft von Trainer Florian Weiß schon eine Durststrecke von zwölf Partien ohne Sieg erdulden musste. Kurioser Verlauf einer nicht einfachen Saison, in der mit Jona Rietze und Max Pregler schon zwei, bereits in den Handball-Ruhestand verabschiedete, Routiniers aufs Feld zurückkehrten und mit dafür sorgten, dass der Weg mittlerweile in Richtung gesichertes Mittelfeld führt.
Dabei beeindrucken die Nordhessen nicht erst seit dem lang ersehnten Erfolg gegen Homburg kurz vor Weihnachten. Schon die Teilerfolge gegen Nieder-Roden und in Opladen zuvor zeugten von einer absolut intakten Gemeinschaft, die sich den vor allem verletzungsbedingten personellen Herausforderungen stellte. Hinzu kam, dass der Mannschaftverantwortliche Philip Julius seinen Jungs stets den Rücken stärkte.
Und was tat das MT2-Kollektiv? Fuhr vier von sechs möglichen Zählern ein. Und hat dabei auch noch den Langzeitverletzten Reynir Thor Stefansson aus dem Lizenzspieler-Kader aus dem Stand integriert und ihm die erste Spielpraxis seit seinem Wechsel nach Deutschland ermöglicht.
Insbesondere ist die Abwehrstärke des Teams nicht hoch genug einzuordnen. Mit nur 459 Gegentoren stellen die Bartenwetzer die sechstbeste Defensive der Liga. Sicher, wenn Bruno Eickhoff dabei ist, tun sich sofort viele Gegner schwer. Aber seit Pregler seinen dritten oder vierten Frühling durchlebt, ist noch einmal deutlich mehr Struktur drin. Mit Optionen sogar, weil neben Eickhoffs Kreisläufer-Kollege Jason Wilfer selbst Routinier Rietze und Außen Benni Fitozovic hervorragend Innenblock können.
Wenn dann, wie vor Wochenfrist beim Auswärtssieg in Hochdorf gesehen, der Gegner vor heimischem Publikum nicht über 22 Tore hinauskommt, ist über die Melsunger Qualitäten schon viel ausgesagt. Sieben Punkte beträgt der Abstand zum ersten Abstiegsrang inzwischen, ebenso weit ist Sonntagsgegner Haßloch von jenem Platz entfernt, der den Klassenerhalt bedeuten würde. Das sind recht klare Verhältnisse, zumindest auf dem Papier.
Melsungen steht also eher vor einem Kann-, Haßloch eindeutig vor einem Muss-Spiel. Und die Gäste werden deshalb ganz sicher keine Geschenke verteilen. Zuletzt gegen Nieder-Roden lagen die Pfälzer kurz nach der Pause schon mit zehn Toren hinten, kämpften sich aber bis auf drei wieder ran. Es gilt, die Konzentration über die volle Spielzeit aufrecht zu erhalten, um beide Zähler in Nordhessen zu behalten und die kleine Siegesserie auszubauen.
Die Begegnung der MT Melsungen 2 gegen die TSG Haßloch wird am Sonntag ab 17 Uhr im Internet über die Plattform von Sporteurope.de live übertragen. (Michael Koch)