3. Liga / 24.09.2026

MT 2 will raus aus dem sportlichen Tal

Jannik Büde und die MT 2 bekommen es am Sonntag mit der Ahlener SG zu tun. (Foto: Hartung/MT)

Nach drei Auswärtsaufgaben steht für die MT Melsungen in der 3. Liga Nord-West am Sonntag endlich wieder ein Heimspiel an. Gegner in der Kreissporthalle Guxhagen ist die Ahlener SG. Anwurf ist um 17 Uhr.

Punkte gab es nach dem Auftaktsieg gegen Varel zuletzt keine. Es ist eine dieser unschönen Phasen im Sport, wenn irgendwie der Wurm drin zu sein scheint. Solche Phasen gilt es immer wieder zu bestehen und gerade für die Melsunger Zweite sind sie nichts Außergewöhnliches – meint jedenfalls Torhüter Jannik Büde, und der muss es eigentlich wissen. Es habe solche Phasen in den vergangenen Spielzeiten auch öfter gegeben. Das sei, gerade für eine so junge Mannschaft wie die MT 2, nicht leicht, sagt er. Da müsse er dann, als einer der erfahrensten und älteren Spieler, auch Verantwortung übernehmen. Eine bemerkenswerte Aussage, wenn sie von einem gerade erst 23-Jährigen kommt.

Den generellen Weg aus einem solchen Tal hinaus kennt er aus selbst Erlebtem seit der Deutschen Meisterschaft mit der B-Jugend vor mittlerweile mehr als sieben Jahren: „Wir müssen immer aus jedem unserer gemachten Fehler lernen.“ Klingt wie eine Phrase, ist aber keine und gerade für seine Mannschaft eine gut zu bewältigende Aufgabe, denn: „Das Gute an unseren erlittenen Niederlagen ist, dass wir uns im Grunde immer selbst geschlagen haben.“ Mal zu viele technische Fehler, mal zu viele Fehlwürfe, aber nie das Kämpferische oder die Moral. Man wisse also genau, woran im Training mit Akribie konkret nachzuschärfen ist.

Das Hauptproblem sei, dass sich nicht über volle 60 Minuten an das gehalten wird, was der erarbeitete Matchplan eigentlich vorgibt. Und dann genügen schon ein paar kleine Fehler und die Partie ist weg. Kein großes Leistungsdrama also, sondern eher ein Prozess und eine recht natürliche Sache für eine Mannschaft, die voll in der Lernphase ist. In der einer mit 23 Jahren schon fast zu den Oldies gehört und sogar innerhalb des Torwart-Trios satte fünf Jahre Erfahrungsvorsprung vor den Teamkollegen Kim Hüter und Leon Rosenbusch hat.

Dass er aktuell meist auf der Bank sitzt, ist für Jannik kein großes Problem. „Es ist völlig in Ordnung, ich weiß meine Rolle einzuordnen. Aber natürlich gebe ich im Training Gas und versuche, etwas an der Rollenverteilung zu ändern. Über Aufstellung und Wechsel im Spiel entscheidet bei uns immer der Trainer, da haben wir drei keinen direkten Einfluss drauf und das ist in meinen Augen auch gut so“, sagt er. Am Ende sei es in einem Kollektiv ohnehin egal, von welcher Stelle aus man das Bestmögliche einbringe. Man müsse seine eigenen Befindlichkeiten dann mal zurückschieben und das tun, was dem Team am besten hilft. Da kommt einmal mehr seine Abgeklärtheit und Erfahrung durch.

Innerhalb der gesamten Mannschaft sei sein Stand eher etwas ambivalent, sagt er selbst mit einem leicht verschmitzten Grinsen. Denn er ist durch seine Erfahrung und seine ausgeglichene Art nicht nur Co-Kapitän neben Benni Fitozovic und sieht eine seiner Aufgaben darin, für den Zusammenhalt einzustehen und gerade die jungen Spieler mental zusammenzuhalten. Das Amt des Kassenwarts steht dem entgegen, und da müsse er „den einen oder anderen auch mal ärgern“, lacht der Mann, der neben dem Handball gerade im Frühjahr sein duales Studium beim MT-Hauptsponsor B. Braun mit dem Bachelor abgeschlossen hat und sich jetzt in der Real Estate Group mit um die weltweiten Immobilien des Konzerns kümmert. Da braucht es ebenfalls den Über- und Weitblick, den Jannik Büde als Torhüter auf und neben dem Handballfeld zeigt. Und dazu gehört dann auch, mit drei Niederlagen im Gepäck positiv nach vorn zu schauen, den Humor nicht zu verlieren und die jüngere Fraktion mitzuziehen.

Wer es am Sonntag nicht in die Halle schafft, der kann die Partie der MT Melsungen 2 gegen die Ahlener SG ab 17 Uhr im Livestream auf Sporteurope.TV verfolgen. (Michael Koch)

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