
Duell zweier Bundesliga-Reserven: Die MT Melsungen 2 reist am kommenden Samstag zum Team HandbALL Lippe II, dem Talentpool des TBV Lemgo. Anwurf in der Horatec-Arena Augustdorf ist um 18 Uhr.
Der Fokus liegt dabei beiderseits klar auf jenen Akteuren, die zwar noch 3. Liga spielen, aber gleichzeitig schon ins Profigeschäft hineinschnuppern. Auf Melsunger Seite ist das zum Beispiel Leander Altena. Mit ihm haben wir vor dem Aufeinandertreffen zweier Ausbildungsmannschaften über diesen besonderen Status ausführlich gesprochen.
Leander, du bist Stamm- und Schlüsselspieler bei der MT 2, trainierst regelmäßig mit den Profis, warst zuletzt sogar in der Champions League dabei. Ein strammes Programm …
Definitiv ein strammes Programm. Trotzdem macht es Spaß. Gerade im Champions League Kader zu stehen, da kann ich – glaube ich – für jeden Leistungssportler sprechen, ist eine krasse Erfahrung.
Wie geht es dir gerade damit?
Soweit gut, nur die Belastung ist teilweise schon sehr hoch im Moment. Man macht das ja alles auch sehr gerne. Nur mit der Ersten an einem Tag in Kassel zu trainieren, wo man abends mit der Zweiten noch auswärts bei Fredenbeck in der Nähe von Stade spielt, ist unter Einbeziehung der Fahrt schon sehr anstrengend.
Was ist das für ein Gefühl, quasi Grenzgänger zwischen zwei sportlichen Welten zu sein?
Es ist nicht immer einfach. Man möchte beiden Mannschaften natürlich 100 % helfen, muss dabei aber auch auf seinen eigenen Körper achten.
Vor eineinhalb Jahren noch mit dem BHC gegen die MT Talents in der A-Jugend-Bundesliga, jetzt bei der MT Melsungen im Champions League Kader. Musst du dich kneifen, um das zu glauben?
Naja, so richtig klar realisieren kann man diese rasante Entwicklung schon erst nach einer gewissen Zeit. Der Weg war unfassbar lehrreich und wichtig für mich. Gerade weil nicht immer alles glatt läuft und man immer weiter auch an seinen Schwächen arbeiten und wachsen muss, um erfolgreicher zu werden. Man muss in diesem Prozess konsequent immer weiter gehen, um nicht zu stagnieren.
Lässt sich Königsklasse und 3. Liga überhaupt vergleichen?
Beides ist Handball. Natürlich ist es ein Kindheitstraum, wenigstens einmal in der Champions League dabei gewesen zu sein. Zum Spielen dort ist es leider noch nicht gekommen. Deshalb ist das jetzt der nächste Schritt, für den ich weiter hart arbeite. Doch allein dabei zu sein macht natürlich Bock auf mehr, also gebe ich weiter Vollgas.
Voll im Profikader bist du also nicht. Was fehlt dir noch für diesen Schritt?
Da fehlt schon noch einiges. Der Unterschied zwischen der 1. und 3. Liga ist sehr groß. Im Training mit den Profis kommt man zwar mit der Zeit besser zurecht, aber man merkt auch immer wieder, dass Komponenten wie Körperlichkeit und das Abwehrspiel noch ganz viel Verbesserungspotenzial haben.
Ist die 3. Liga mit der MT 2 für dich das geeignete Sprungbrett „nach oben“?
Definitiv, da man in der 3. Liga Jahr für Jahr wichtige Möglichkeiten bekommt, immer mehr Verantwortung zu übernehmen. Daneben lernt man gleichzeitig im Training mit der Bundesligamannschaft sehr viel, um irgendwann den Schritt weitergehen zu können und es ganz in den Profibereich zu schaffen.
Du hast von Rechtsaußen bis Mitte schon alles gespielt. Wo gefällt es dir am besten und warum?
Ich fühle mich auf den beiden Rückraumpositionen wohler, welche davon ist egal. Da ist man besser im Spiel integriert und kann mehr Einfluss auf das Geschehen nehmen.
Gerade Rückraum Mitte als Linkshänder ist nach wie vor etwas Seltenes.
Es ist auf jeden Fall ungewöhnlich, ja. Aber das macht es auch cool und es macht Spaß, diese Position als Linkshänder zu bekleiden. Die seitenverkehrten Bewegungsabläufe zu einem Rechtshänder können gegenüber dem gegnerischen Innenblock ein Vorteil sein, den ich versuche zu nutzen.
Kommen wir zur MT 2. Was sagst du zum Saisonstart in der 3. Liga?
Ich finde, wir haben in allen drei Partien sehr gute Phasen gehabt. Leider im letzten Spiel mit einem Treffer unglücklich verloren, da war auf jeden Fall mehr drin. Daher denke ich, dass wir die 2:4 Punkte gar nicht negativ auffassen sollten, weil wir ganz sicher in den nächsten Wochen weitere Zähler holen werden!
In Lemgo wartet ein spielstarker und unangenehmer Gegner. Was rechnet ihr euch aus?
Lemgo ist auf jeden Fall ein sehr gutes Team, das auch sehr viele junge, talentierte Spieler im Kader hat. Daher bin ich sicher, dass es ein enges Spiel werden wird. Wir werden alles reinwerfen und dürfen uns aufgrund unseres sehr ausgeglichenen, guten Kaders ganz gute Chancen ausrechnen.
Das Spiel der MT Melsungen 2 beim Team HandbALL Lippe II wird über die Plattform von Sporteurope.TV am Samstag ab 18 Uhr live im Internet übertragen. (Michael Koch)