
Die MT Melsungen 2 hat ihr Auswärtsspiel bei den Bergischen Panthern mit 32:29 (16:16) gewonnen und ist damit zwei Spieltage vor Schluss nur noch einen Punkt vom Klassenerhalt entfernt.
Der Weg zum vierten Spiel in Folge ohne Niederlage war ein ebenso harter wie spannender. Änderte aber rein gar nichts daran, dass der Erfolg hochverdient war aufgrund der grandiosen und unwiderstehlichen Schlussphase.
Dabei ließen sie den Panthern am Anfang viel zu viel Platz. Und den nutzten die Gastgeber, fackelten gegen die sehr defensiv stehende Melsunger 6:0-Deckung nicht lange und hatten in Maurice Meurer einen zuverlässigen Distanzschützen. Gleich viermal musste Pawel Krawczyk in den ersten zehn Minuten nach dessen Abschlüssen hinter sich greifen. Konnte gegen den Rückraum-Liken zwar nichts machen, dafür aber Raik Flemm einen Siebenmeter abkaufen. So blieben die Nordhessen zwar immer dran, liefen aber dem anfänglichen Rückstand kontinuierlich hinterher.
Der betrug mal nur ein Tor, mal auch zwei. Benni Fitozovic, und Kevin Trogisch (10:10, 19.) vermochten sogar zwischendrin immer mal auszugleichen, mehr war aber nicht drin. Obwohl es im Angriff prinzipiell nicht schlecht lief. Julian Kreile, der als Spielmacher das Vertrauen von Trainer Florian Weiß erhalten hatte, machte seine Sache gut. Sorgte für Wirbel in der Bergischen Deckung, zog die Innenverteidiger damit raus und schaffte Platz für die Kreisläufer.
Das war ordentlich anzuschauen, hatte aber einen entscheidenden Haken: Keeper Robin Eigenbrod. Der war gerade aus der Nahdistanz kaum zu überwinden, „roch“ sogar einen Kempa-Versuch von Leander Altena auf Lino Duketis. Achtmal rettete der Panther-Rückhalt allein in der ersten Hälfte und hatte die Nase gegenüber Krawczyk damit vorn. So reichte es zwar durch Altenas 14:15 (25.) sogar einmal zur Gästeführung, aber zur Pause war dann alles wieder pari.
Das blieb es auch nach Wiederbeginn. Obwohl die Melsunger gleich zwei Siebenmeter ungenutzt ließen. Beim ersten blieb Eigenbrod Sieger gegen Trogisch, den zweiten hämmerte Jonas Riecke unter die Latte und von dort aus auf die Linie. Dafür stimmte es hinten. Und wie! Krawczyk steigerte sich von Minute zu Minute, der Innenblock um Eickhoff und Jason Wilfer machte dicht. Die nächsten Chancen zur Gästeführung ließen nicht lange auf sich warten, aber da stemmte sich immer wieder Eigenbrod dagegen. Insgesamt dreimal war die Möglichkeit zur Wende da, doch Eigenbrod und Krawczyk lieferten sich längst ein kleines Privatduell der Torhüter.
Die achte Glanztat des Polen in den ersten vierzehn Minuten der zweiten Hälfte war dann doch die Vorarbeit zum 22:23 (45.), spektakulär erzielt von Max Pregler der ein Kempa-Anspiel von Benni Fitozovic locker reinklatschte. Abermals gekontert von den Panthern, die unbedingt den eigenen vorzeitigen Klassenerhalt eintüten wollten. Es war in dieser zweiten Hälfte ein Duell, wie man es spannender kaum geliefert bekommt. Es ging hin und her, so langsam spielten die Nerven verrückt – auf beiden Seiten. Die Fehler hielten sich die Waage, ebenso der Spielstand: 26:25 Aaron Exner in harter Bedrängnis, noch acht Minuten auf der Uhr.
In der Melsungen seine Nervosität, komplett gegen wilde Entschlossenheit tauschte; durch Jonas Riecke ausglich und Altenas Führungstreffer nach Hechtsprung im Anschluss an eine Eigenbrod-Parade ebenso frenetisch bejubelte wie Bruno Eickhoffs 26:28 (56.) nach klasse Pass von Riecke. Auch hinten gab’s zu feiern. Natürlich die nächsten Paraden von Krawczyk, aber auch Leidenschaft, die zu weiteren Ballgewinnen führte. Noch zweimal Max Pregler mit ganz viel Wille zum Zweikampf – 26:30 (58.) und die Entscheidung innerhalb kürzester Zeit ohne großen Anlauf. Der Rest war dann nur noch Geplänkel, hatte eher den Anstrich langen Wartens auf die erlösende Sirene. Und mündete mit Ablauf der 60 heißen Spielminuten in kollektivem Melsunger Jubel.
Statistik
HSG Bergische Panther: Eigenbrod (16 Paraden / 32 Gegentore), Merten (bei einem Siebenmeter, 1 P. / 0 G.); Müller 1, Hermann 2, Flemm 5/5, Meurer 8, Taymaz 2, Lindemann 2, Zulauf, Exner 3, Lorenz, Vornehm, Schütte, Ballmann 2, Schön 4, Elsässer – Trainer Alexander Oelze.
MT Melsungen 2: Krawczyk (17 P. / 28 G.), Büde (bei einem Siebenmeter, 0 P. / 1 G.); Riecke 9, Altena 2, Reinbold 1, Kreile, König, Fitozovic 1, Hornall, Pregler 5, Wilfer, Trogisch 4/2, Andrei, Duketis 3/1, Kopeinigg 1, Eickhoff 6 – Trainer Florian Weiß.
Schiedsrichter: Sven Ernst / Johannes Sippel (Fellbach / Freiburg) – Zeitstrafen 6 : 6 Minuten – Strafwürfe 6/5 : 5/3 - Zuschauer: 164.