
Keine Chance. Gegen den TuS Vinnhorst kassierte die MT Melsungen 2 eine herbe 24:42 (10:21)-Niederlage. Die Niedersachsen zeigten dabei eindrucksvoll, dass sie trotz bereits sechs Minuspunkten heißer Anwärter auf den Meistertitel in der 3. Liga Nord-West sind.
Da war von Anfang an überhaupt nichts zu machen für die Nordhessen. Neben den ohnehin Langzeitverletzten Liebergesell, Kreile, Hornaff und Trogisch mussten aus verschiedenen Gründen auch Leon Rosenbusch, Max Pregler und Leander Altena passen, so dass Trainer Florian Weiß nur ein mächtig abgespecktes Team zur Verfügung stand. Rechtsaußen Benjamin Fitozovic rückte in der Start-Sieben deshalb offensiv ebenso in den Rückraum wie Björn Prinz. Angesichts dieses Aderlasses war das sogar ordentlich, was die MT 2 da leistete.
Weil sich die Gäste aber im Vorwärtsgang absolut keinen Fehler leisteten und zudem mit dem ehemaligen Melsunger Glenn-Louis Eggert einen überragenden Keeper zwischen den Pfosten hatten, leuchtete bei Melsungens erster Auszeit nach nur zehn Minuten schon ein 2:7 von der Anzeigetafel. Ein Rückstand, der sich nur kurz bis Elias Wöhlers 7:11 (15.) über den siebten Feldspieler taktisch halten ließ.
Der TuS fand jedoch auch dagegen ein Mittel, kam über Ballgewinne, vornehmlich durch Eggerts Paraden, zu leichten Toren ins verlassene Gehäuse und zog noch vor der Pause unwiderstehlich davon. Als der längst für Kim Hüter eingewechselte Jannik Büde seinen ersten Ball von Maurice Lungela hielt, hatte Eggert bereits zwölfmal pariert und sogar einmal, zum 8:18 (26.), selbst getroffen. Zur Pause stand das Torhüterduell bei zwei Büde und satte fünfzehn Eggert – da erklärte sich das Halbzeitergebnis von selbst.
Beide begannen den zweiten Durchgang auch mit je einem Erfolgserlebnis, dann waren die Schützen dran. Sieben Tore innerhalb von nur 115 Sekunden bis René Andreis 14:24 (345.), da kam selbst Hallensprecher Bernd Prauss kaum hinterher. Und es zeigte sich, dass bei Vernachlässigung der Unterschiede zwischen den Pfosten gar kein so riesiger spielerischer Unterschied mehr war. Wobei, so ganz auf Augenhöhe war es auch nicht. Vinnhorst hatte schon noch Vorteile, vor allem in der Bissigkeit der Abwehr. Trotzdem setzte die MT 2 Highlights wie Andreis Knaller in den langen Winkel zum 16:27 (40.).
Irgendwann wurde es auch eine Frage der Kraft. Vorn fehlte den Gastgebern zunehmend das Durchsetzungsvermögen, hinten waren sie zu oft den berühmten Schritt zu spät. Vinnhorst spielte seine physische Überlegenheit gnadenlos aus, traf meist intuitiv die richtigen Entscheidungen. Egal ob über den Positionsangriff oder im Tempospiel, sie waren diesen Tick aktiver. Über Lungelas 19:33 (49.) zogen die Niedersachsen davon und ließen sich auch in der Schlussphase nicht mehr einfangen. Alessandro Kremsers 24:38 (57.) war der Abschluss der MT 2, ehe Rohrwebers Siebenmeter die 40 vollmachte und in der Schlussminute nochmal zwei Gegenstöße den Endstand besiegelten.
Statistik
MT Melsungen 2: Hüter (0 Paraden / 14 Gegentore), Büde (5 P. / 28 G.); Reinbold, Prinz 3, Botte 1, Wöhler 3, König 1, Fitozovic 2, Hillwig 3, Wilfer 3, Kremser 1, Andrei 5, Duketis 2/1 – Trainer Florian Weiß.
TuS Vinnhorst: Eggert (1 Tor / 17 P. / 19 G.), Petrov (4 P. / 5 G.); Foege 4, Petkov 1, Thiele 6, Lungela 5, Gertges 7, Nielsen 1, Müßner 1, Fenyö 1, Hermeling 2, Wellmann 3, Kalafut, Rohrweber 10/7 – Trainer Lars Lehnhoff.
Schiedsrichter: Dennis Schaaf / Jérôme Breuer (Eilendorf ) – Zeitstrafen 8: 10 Minuten – Strafwürfe 1/1 : 8/7 - Zuschauer: 90.
Verlauf: 0:2 (3.), 2:7 (10.), 7:11 (15.), 7:15 (20.), 8:18 (26.), 10:21 (Halbzeit) – 14:25 (35.), 16:27 (40.), 17:30 (45.), 21:33 (50.), 23:37 (55.), 24:42 (Ende).