Herzenssache / 22.06.2026

Mittendrin bei der MT

Mittendrin: Praktikant Jona Lückel an einem Arbeitsplatz in der MT-Geschäftsstelle in Melsungen. (Foto: Lipke/MT)

Jona Lückel hat im vergangenen Jahr bei der MT Melsungen reingeschnuppert. Die Zeit als Praktikant ist nun vorbei. Aber wie sang Trude Herr einst so passend: Niemals geht man so ganz.

Ein Jahr geht schnell vorbei. Wahnsinnig schnell, wie es Jona Lückel beschreibt. Der 18-Jährige, der im Edertaler Ortsteil Bergheim wohnt, absolvierte in den zurückliegenden zwölf Monaten ein Jahrespraktikum in der Geschäftsstelle der MT Melsungen. Sein Fazit klingt so: „Sehr gut. Ich kann mich nicht beschweren.“ Über die knappe und eher emotionslose Aussage muss er selbst ein wenig schmunzeln.

Genau mit dieser Art haben ihn die Mitarbeitenden der Geschäftsstelle kennengelernt. Als einen, der nicht auf den Mund gefallen und um keinen Spruch verlegen ist und der sich sofort eingebracht hat in die Aufgaben beim nordhessischen Handball-Bundesligisten. Berührungsängste? Nicht die Bohne. Nicht selbstverständlich für einen 17 Jahre alten Schüler. Selbstbewusst stürzte sich Jona in die Arbeit, für Typen wie ihn gibt es die schöne Formulierung: auf zack. 

Er selbst habe sich von Anfang an wohl gefühlt. „Sie haben mich super aufgenommen. Ich habe nicht nur zugeguckt, sondern war direkt mittendrin bei der MT. Ich wurde wie ein vollwertiger Mitarbeiter behandelt“, sagt Jona. Er besucht die Hans-Viessmann-Schule, eine Fachoberschule, in Bad Wildungen, sein Schwerpunkt heißt Wirtschaft und Verwaltung, das Praktikum ist Teil der Schulausbildung, im nächsten Jahr macht er seinen Abschluss. 

Dass er mit Handy, Laptop und MT-Klamotten ausgestattet wurde, verstärkte sein Empfinden, wirklich dazuzugehören. Von seinen Klassenkameraden habe er regelmäßig gehört, wie cool doch sein Praktikum sei. Und hallo: „Hautnah die Profis mitzuerleben, was willst du mehr?“, sagt Jona. Er ist seit jeher MT-Fan und besitzt eine Dauerkarte – diese Tatsache plus die Liebe zum Handball brachten ihn erst auf die Idee, sich für ein Praktikum zu bewerben. 

Dafür musste Jona einiges in Kauf nehmen. Dreimal pro Woche kam er in die Geschäftsstelle in Melsungen. Mit dem Bus. Einfache Fahrstrecke: etwa 50 Minuten. Die Mama oder die Oma haben ihn frühmorgens zur Bushaltestelle gefahren. Die komplette Familie hat ihn unterstützt. Alle seien MT-Fans, sagt Jona, von daher hätten sich auch alle für ihn gefreut. 

Und es hat sich ja gelohnt. Jona fand es spannend, hinter die Kulissen zu blicken. Zu sehen, was das Team hinter dem Team leistet. Ticketing, Fanshop, Kommunikation, Marketing, Spieltags-Organisation und, und, und… Die komplette Crew habe sich toll um ihn gekümmert. Auf die Frage, welcher Bereich am meisten Spaß gemacht habe, muss er nicht lang überlegen: die Spieltags-Orga. „Du baust vor den Heimspielen alles auf, du planst und ja: Du bist ein bisschen Chef in der Halle“, sagt Jona nicht ohne Stolz. Diese Einschätzung galt umso mehr für die Phase, als der Hauptorganisator wegen Elternzeit ausfiel und Jona zusammen mit anderen die Aufgaben übernommen hatte. 

Jona schwärmt von seiner Zeit bei der MT. Von dem „super Miteinander“. Von den Team-Mittagessen. Von der Geschäftsstellen-Fahrt zum Auswärtsspiel in Hamburg. Und apropos Hamburg, EHF Finals: „Das war mein absolutes Highlight. Wie wir uns in den Armen gelegen haben mit Tränen in den Augen – das werde ich nie vergessen.“ 

Deshalb müsste er eigentlich traurig sein, dass sein Praktikum nun Geschichte ist. Eigentlich. „Wir sind sehr froh, dass uns unser Jona erhalten bleibt“, sagt Vorstand Andreas Mohr. Denn neben der Schule wird er auf Minijob-Basis im MT-Fanshop einsteigen. Wie gesagt: Jona geht nicht so ganz. (Robin Lipke)

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