
Die MT Melsungen 2 hat einen gelungenen Start ins neue Jahr und die Rückrunde der 3. Liga Süd-West hingelegt. Beim HLZ Friesenheim-Hochdorf gelang dem Team von Trainer Florian Weiß ein hochverdienter, wenngleich erst in der Schlussphase so deutlich gemachter 27:22 (12:12)-Erfolg.
Garant für den zweiten Sieg in Folge war einmal mehr die bärenstarke Abwehr, aber auch Jonas Riecke, der seinen 21. Geburtstag neben den zwei Punkten mit acht eigenen Treffern feiern durfte.
Ähnlich abwehrlastig wie schon das erste Aufeinandertreffen gestaltete sich das zweite in den Anfangsminuten. Der Unterschied: War die Hürde der Defensivmauer einmal genommen, präsentierten sich die Torhüter Roko Peribonio und Pawel Krawczyk diesmal nicht so dominant wie noch zum Saisonauftakt. Denn die Abschlüsse kamen auf beiden Seiten überwiegend aus der Nahdistanz. Da trafen für Friesenheim Linksaußen Moritz Schulz und Kreisläufer Simon Schwarz, deren MT-Positionskollegen Bruno Eickhoff und Jakob König taten es ihnen gleich. Aus einem 3:1 (5.) für das HLZ wurde dabei ein 5:8 (13.), für das Jonas Riecke verantwortlich zeichnete.
Tore fielen diesmal also schon ein paar mehr, jedoch ausgeglichen auf beiden Seiten, so dass die Partie schon eine Art Abbild des Hinspiels war. Mit einem Zwischenspurt der Gastgeber zum 8:8-Ausgleich (Schulz per Siebenmeter, 17.) und erneutem Vorlegen der MT 2 auf 8:11 (Kevin Trogisch ebenfalls von der Linie, 20.), weil das Umschaltspiel nach gewonnenen Bällen einfach besser klappte. Melsungen blieb also noch in Vorlage.
Die letzten zehn Minuten vor der Pause gehörten jedoch recht eindeutig den Hausherren. Die erst von einer Zeitstrafe gegen Eickhoff profitierten und sich anschließend über den sich steigernden Peribonio einen Vorteil verschafften. Allein Trogisch bezwang den HLZ-Keeper per Siebenmeter, sonst war einfach kein Durchkommen mehr für die defensiv keineswegs schwächeren Nordhessen, die durchaus auch Pech bei einigen kniffeligen Entscheidungen für sich reklamieren konnten. Aber dass es bei Gleichstand in die Kabinen ging lag eher daran, dass eigener Ballbesitz allzu oft schon vor einem ordentlichen Abschluss endete.
Die Zahl der Stockfehler blieb auch nach dem Seitenwechsel hoch. Zu hoch, um das Spiel ruhiger zu gestalten. Ob Max Preglers hängengebliebener Pass in Richtung Kreis oder Lian Kopeiniggs Scheitern an Peribonio – das reifere Aufbauspiel führte nicht zwangsläufig zum Vorteil auf der Anzeigetafel. Dafür brauchte es schon das Durchsetzungsvermögen von Riecke und den Hammer von Elias Wöhler nach Pregler-Zuspiel zum 15:17 (38.).
Die Melsunger Vorteile im Aufbau blieben bestehen, das Abwehrspiel war ohnehin mit nur wenig Makeln behaftet und zwischen den Pfosten gab der zur zweiten Hälfte eingewechselte Jannik Büde mehr Halt und parierte auch einen Strafwurf von Schulz. Eigentlich klare Signale, doch die Tafel spielte nicht mit. Da sorgte das 16:19 (44.) von Lino Duketis nur kurzzeitig für ähnlich klare Verhältnisse wie auf dem Feld zu beobachten. Kurz darauf war Friesenheim durch zweimal Schulz abermals dran.
Die Schlussphase musste es also richten, und da besann sich die MT 2 dann endlich auf den noch fehlenden Baustein zum Erfolg. Max Pregler setzte sich durch, Jonas Riecke ließ Peribonio keine Abwehrchance und Lian Kopeinigg traf von Rechtsaußen gegen die Hand, nachdem er nach einer Kreuzung gerade erst wieder auf seiner Position angekommen war – 19:23 (55.). Das HLZ schwächte sich mit der zweiten Zeitstrafe gegen Schwarz innerhalb kürzester Zeit selbst und Benni Fitozovic traf vom eigenen Kreis ins leere Tor gegenüber zum 20:25 (57.). Der Entscheidung in diesem zwar weitgehend dominierten, jedoch im Ergebnis lange offenen Drittliga-Spiel.
Statistik
HLZ Friesenheim-Hochdorf 2: Peribonio (10 P. / 25 G.), Wenning (1 P. / 2 G.), Wolfram (n. e.); Schulz 11/4, Thiele 1, James, Hannes, Zepp 1, de Hooge 1, Bender, Haas 2, Reis 3, Josten 1, Herbel, Schwarz 2, Köser – Trainer Gabriel Schmiedt.
MT Melsungen 2: Krawczyk (3 Paraden / 12 Gegentore), Büde (5 P. / 10 G.), Hüter (n. e.); Riecke 8, Rietze, Wöhler 1, König 1, Fitozovic 2, Pregler 3, Wilfer 1, Trogisch 3/3, Andrei 1, Duketis 2, Kopeinigg 2, Eickhoff 3, Atting – Trainer Florian Weiß.
Schiedsrichter: Constantin Weber / Alexander Weber (Sachsenheim) - Zeitstrafen 4 : 8 Minuten – Strafwürfe 5/4 : 3/3 - Zuschauer: 253.
Verlauf: 1:0 (2.), 3:1 (5.), 5:8 (13.), 8:8 (17.), 8:11 (20.), 10:12 (24.), 12:12 (Halbzeit) – 14:13 (35.), 15:17 (38.), 16:19 (44.), 18:19 (49.), 18:22 (54.), 20:25 (57.), 22:27 (Ende).