
Knapp ein Drittel der Saison in der Opel Handball-Bundesliga ist absolviert. Für die Profis der MT Melsungen ruht der Spielbetrieb bis Donnerstag, 12. November.
Nun ja, dies gilt nicht für den gesamten Kader. Sechs MT-Handballer sind seit Beginn dieser Woche bei ihren jeweiligen Nationalmannschaften. Das sind: DHB-Kapitän Johannes Golla, Reynir Thor Stefansson (Island), Luca Sigrist (Schweiz), Olle Forsell Schefvert (Schweden) sowie die beiden Torhüter Nebojsa Simic (Montenegro) und Kristof Palasics (Ungarn). Den Rest bittet Coach Roberto Garcia Parrondo am Freitag wieder zum Training.
Am darauffolgenden Donnerstag steht das wichtige Achtelfinale im DHB-Pokal gegen den Bergischen HC auf dem Programm. Anwurf in der Rothenbach-Halle ist um 19 Uhr. Tickets gibt es online über den MT-Ticketshop, im MT MarkTplatz sowie in den bekannten Vorverkaufsstellen. Nur drei Tage danach empfängt die MT Aufsteiger Bietigheim zum 12. HBL-Spieltag. Die enge Spieltaktung geht nach der Länderspielpause direkt weiter. Zumal die MT bis Weihnachten zusätzlich vier Partien in der Hauptrunde der EHF Champions League bestreitet.
18 Begegnungen
Wettbewerbsübergreifend stecken den Nordhessen insgesamt 18 Begegnungen in den Knochen. „Ich kann vor den Jungs nur den Hut ziehen“, sagt Jesper Larsson. Der MT-Sportvorstand denkt dabei auch an die Ausfälle, die die Mannschaft wegzustecken hatte. Zum Beispiel habe phasenweise kein Linkshänder für den Rückraum zur Verfügung gestanden: „Wie das Team zusammengerückt ist und mit viel Einsatz die herausfordernde Situation gemeistert hat, ist aller Ehren wert.“
Lob auch für Abwehr und Parrondo
Der 53 Jahre alte Schwede möchte nicht einzelne Spieler hervorheben – eine Ausnahme macht er aber doch, nämlich bei Stefansson: „Die Entwicklung von Reynir hat mich wirklich beeindruckt“, sagt Larsson. Der 21 Jahre junge Isländer sei nicht nur im rechten Rückraum für die verletzten Dainis Kristopans und Nikolaj Enderleit eingesprungen, sondern habe in wichtigen Momenten auch Verantwortung übernommen.
Ein generelles Lob spricht der Sportvorstand der Hintermannschaft aus. Angefangen bei den Torhütern und speziell Simic, der sich zuletzt in prächtiger Form präsentierte. Dessen Vorderleute hätten ihre Aufgabe ebenfalls mit Bravour gemeistert. Nicht ohne Grund kassierte die MT in den zurückliegenden fünf Partien nie mehr als 26 Gegentore. Und nicht ohne Grund stellt der European-League-Sieger mit 304 Gegentreffern die beste Abwehr der Bundesliga. Nur im Balinger Kasten hat es nicht so oft geklingelt (297), aber der HBW hat ein Spiel weniger absolviert.
Vor diesem Hintergrund soll ein Mann nicht vergessen werden: der Trainer. Parrondo habe immer wieder improvisieren müssen, sagt Larsson: „Aber Roberto hat jedes Mal eine neue Aufstellung und eine besondere Taktik hingezaubert.“
Positive Zwischenbilanz
Insofern gibt es für den Sportvorstand nichts zu meckern. Larsson zieht eine positive Zwischenbilanz. Weiter im Pokal, die Hauptrunde der Champions League erreicht und obendrein Platz vier in der Bundesliga-Tabelle, wobei die Füchse Berlin, die mit einem Spiel weniger auf dem fünften Platz stehen, mit einem Sieg an der MT vorbeiziehen könnten. Aber egal: „Ich bin sehr zufrieden“, sagt Larsson, der dem einen oder anderen Punkt nicht nachtrauern möchte.
Dafür erinnert der Schwede lieber an Highlights und Big Points, wie er es ausdrückt. Als Beispiele nennt er den Heimsieg gegen Magdeburg, den erfolgreichen Pokal-Krimi gegen die Rhein-Neckar Löwen sowie den hart erkämpften Punkt in Skopje, der die Tür zur Hauptrunde geöffnet hat. Nicht nur wegen der anstehenden Handball-Feste in der Champions League freut sich Larsson auf den weiteren Verlauf der Saison. (Robin Lipke)