
Auf Hessenebene hauchdünn vorbeigeschrammt an der Bundesliga-Qualifikation, auf Bundesebene soll es nun am Wochenende klappen für die B-Jugend der MT Talents.
Im Zweitages-Turnier in der Melsunger Stadtsporthalle ist der Sieg im Vergleich mit dem VfL Günzburg, der Bonner JSG, dem TSB Schwäbisch Gmünd und dem HV Vallendar Pflicht, um im kommenden Spieljahr sicher erstklassig antreten zu dürfen. Der Zweite muss im Vergleich mit den drei Vize-Siegern der anderen bundesweiten Gruppen zwei hinter sich lassen, um dann einen der allerletzten beiden Fahrscheine nach oben zu erhaschen.
Es ist damit die finale Chance für das Team von und um Max Pregler, auch im dritten Jahr hintereinander in Deutschlands höchster Spielklasse vertreten zu sein. Über die Platzierung in der abgelaufenen Saison gelang die Quali nicht. In der ersten Qualirunde auf Landesebene in Hanau ebenfalls nicht, weil bei gleicher Punktzahl mit der TSG Münster und der HSG Dutenhofen/Münchholzhausen das Torverhältnis im Dreiervergleich um eine Kleinigkeit zu Gunsten der Südhessen ausfiel. Knapper kann man kaum scheitern.
Die Devise lautet also, noch ein letztes Mal die Kräfte zu mobilisieren und die Bundesliga in heimischer Umgebung doch noch eintüten. Was selbstverständlich auch die anderen vier Teilnehmer im Sinn haben. Unter anderem der HV Vallendar, der als verantwortlichen Jugendleiter mit Jan Waldgenbach einen ehemaligen Melsunger Förderkader- und Drittliga-Spieler mitbringt. Der Ex-MT2-Rückraumakteur wechselte zur vergangenen Saison zurück in seine Heimat, um dort gemeinsam mit seinem Bruder den HVV nach vorn zu bringen. Was übrigens gelang, denn die Rheinländer haben sich zur neuen Saison, zum zweiten Mal nach 2010, in die 3. Liga hochgearbeitet.
Und auch in der Jugend trägt seine Arbeit Früchte. „Wir haben eigene talentierte Jugendspieler gemeinsam mit denen benachbarter Klubs zusammengezogen, um Gas zu geben und die Region Koblenz im Jugendbereich weiter voranzubringen“, sagt der 26-Jährige. Der seinen Schützlingen Extra-Motivation vermittelt, indem er an die vor zwei Jahren schon einmal in Melsungen stattgefundene Bundesliga-Qualifikation erinnert. Damals schaffte Lokalrivale HC Koblenz als Zweiter hinter den MT Talents das Ticket in die Erstklassigkeit.
Auch die JSG Bonn spielte bereits in der Stadtsporthalle. Jedenfalls deren A-Jugend, die – ebenfalls vor zwei Jahren – ein Unentschieden mit zurück nach Hause nahm und über einen Sieg im Rückspiel den Einzug ins Pokal-Final4 realisierte. Das zweite Team also, das Melsungen als gutes Pflaster kennt. Wohingegen für den VfL Günzburg und den TSB Schwäbisch Gmünd die Region Nordhessen völliges Handball-Neuland darstellt.
Hintendran sind die beiden trotzdem nicht. Als „Nachsitzen“ bezeichnen die Günzburger den Trip gen Norden. Was klar zum Ausdruck bringt, dass die lange Fahrt nicht etwa ein Ausflug ist, sondern das klare sportliche Ziel Bundesliga verfolgt. Und Schwäbisch Gmünd kommt mit reichlich Trotz zur letzten Etappe der Quali, denn der Vorlauf im Bereich Baden-Württemberg wurde durch einen stattgegebenen Einspruch eines anderen Klubs während der laufenden Ausscheidungen der Stand neu bewertet, und es spülte den TSB nach Melsungen statt ins wesentlich nähere Pforzheim.
In den Reihen der MT Talents ist Hanau nun also ein warnendes Beispiel, denn vor den gegebenen Hintergründen wäre ein neuerlicher Dreiervergleich zur Ermittlung eines oder gar zweier Bundesligisten keine Überraschung. Und dann droht ja eventuell auch noch ein möglicher Fernvergleich mit drei anderen Aspiranten um zwei Tickets, was am Wochenende in der Stadtsporthalle jedes erzielte Tor und jeden verhinderten Gegentreffer umso wichtiger macht. (Michael Koch)
Spiele der MT Talents
Samstag:
12 Uhr: HV Vallendar
16 Uhr: VfL Günzburg
Sonntag
11.20 Uhr: TSB Schwäbisch Gmünd
15.20 Uhr: Bonner JSG