
Mit 27:33 (11:15) unterlag die MT Melsungen 2 bei der favorisierten TSG Münster. Bis zum verletzungsbedingten Ausscheiden von Bruno Eickhoff war es ein Kampf auf Augenhöhe, danach hielt der Anschluss nur noch kurz. Erst in der Schlussviertelstunde konnte sich die TSG absetzen.
Ohne Max Pregler, dem sein gegen Opladen verletzter Finger einen Strich durch die Rechnung machte, und Jona Rietze, dafür mit Bruno Eickhoff als Fels im Abwehrzentrum, passte es defensiv zu Beginn gut bei den Melsungern. Offensiv dagegen klappte erst einmal nicht so viel. Zweimal Lars Zelser für die Gastgeber, einmal Kevin Trogisch von der Siebenmeterlinie, das war’s schon mit Toren in den ersten fünf Minuten. Deutlich wurde aber schon, dass es wie schon im Hinspiel auf die Abwehrreihen ankommen würde.
Und da hatten die Gastgeber zunächst einmal leichte Vorteile, stahlen sich durch Timo Treber auf 6:3 (9.) davon. Büßten diese Führung jedoch nach einer etwas wilden Phase mit zwei Zeitstrafen gegen Treber und Manso und je einem verworfenen Siebenmeter auf beiden Seiten Stück für Stück ein. Jason Wilfer zum 7:5 (13.), Leander Altena zum 8:7 (16.) und schließlich Jonas Riecke zum 9:9 (18.) gestalteten alles wieder offen. Es war die beste und effektivste Phase der Nordhessen in der ersten Hälfte, nicht nur wegen der Treffer allein.
Vor allem die Art des Zustandekommens der Tore war stark. Nach einer Parade von Jannik Büde ging es mal schnell nach vorn, Rene Andrei passte das Leder hinter dem Rücken auf Lino Duketis und der ließ aus spitzem Winkel Fin Welkenbach keine Abwehrchance. Melsungen erstmals in Führung, die auch nach dem zweiten Treffer des Linksaußen, diesmal zum Kreis eingelaufen, mit 10:11 (24.) noch Bestand hatte. Danach allerdings war Sendepause im Angriff, es lief einfach nichts mehr zusammen. Sechs Minuten Flaute bei der MT 2, trotz zwischenzeitlichem Torhüterwechsel von Büde auf Pawel Krawczyk ein 5:0-Lauf der Hausherren, die einfach nur geduldig spielen mussten, um mit einem in dieser Höhe ganz und gar nicht passenden Vorsprung in die Kabine zu gehen.
Der zweite Durchgang sah eine komplett veränderte taktische Marschrichtung der Melsunger. War der Spielaufbau in der ersten Hälfte noch eher gemächlich und bedächtig, kam plötzlich Tempo rein. Tempogegenstoß von Duketis, der erste im ganzen Spiel, zum 17:14 (35.), erste Welle mit viel Druck und sicherem Abschluss von Eickhoff, dem Rene Andrei mit gutem Zweikampfverhalten das 18:16 (37.) folgen ließ. Die MT 2 kaum wiederzuerkennen, Münster sichtbar beeindruckt.
Pech dann aber, dass sich Eickhoff bei Rieckes 19:17 nur eine Minute später mit einem Gegenspieler verhakte und das Feld verlassen musste. Eine deutliche Schwächung sicher, aber auch davon ließen sich seine Mannschaftskameraden nicht stoppen. Der Bruch blieb für den Moment noch aus, Benjamin Fitozovic stellte sogar den direkten Anschluss zum 20:19 (40.) her. Krawczyk parierte ebenso aus allernächster Distanz wie gegenüber Welkenbach. Ein packender Kampf komplett auf Augenhöhe; da war nichts mehr davon zu sehen, dass da ein klar favorisiertes Münster gegen ein sich im Kampf gegen den Abstieg befindliches Melsungen auf dem Feld stand.
Was dann aber doch den Unterschied machte, war das Fehlen von Eickhoff im Innenblock. Die Abwehr der Gäste dadurch zentral nicht mehr so stabil, kam mehrfach zu spät, musste nachpacken. Zur Freude von Patrick Weber, der die ihm gegebenen Siebenmeter zur 23:20-Führung (46.) nutzte. Zeitstrafen häuften sich auf beiden Seiten, die dadurch entstehende Unruhe kam den Hausherren zugute. Tom Gerntke erhöhte mit zwei Treffern auf fünf vor, während Duketis und Jakob König gerade gemeinsam eine Strafe absaßen.
Die Vorentscheidung führten Treber und Lennart Liebeck herbei, als sie acht Minuten vor dem Ende auf 29:22 stellten. Trainer Florian Weiß nahm zwar sofort seine letzte Auszeit, doch die Zeit sprach eindeutig gegen ein spätes Comeback. Zumal sich Münsters Deckung mit dem immer leicht vorgezogenen Weber von Minute zu Minute stärker präsentierte und Melsungen kaum mehr Wege in die Nahdistanz fand. Immerhin blieb Riecke von der Siebenmeterlinie sicher und Jason Wilfer traf über die erste Welle zum 29:25 (56.), aber aus dem gebundenen Spiel heraus war zum Ende nicht mehr viel möglich. Münster konnte den Vorsprung locker verwalten und setzte durch Webers achten Treffer auch den Schlusspunkt.
Statistik
TSG Münster: Welkenbach, Pape; Treber 4, Manso, Schneider, Grusovnik, Ulshöfer 1, Fuhrig 2, Kosch 2, Gerntke 2, Liebeck 1, Jockel 3, Weber 8/5, Fegert, Gollan 3, Zelser 6 – Trainer Daniel Wernig.
MT Melsungen 2: Büde, Krawczyk; Riecke 9/3, Altena 1, Wöhler, König, Fitozovic 2, Hornaff, Wilfer 3, Trogisch 1/1, Andrei 3, Duketis 6, Kopeinigg, Eickhoff 1, Atting – Trainer Florian Weiß.
Schiedsrichter: Luca Michels / Florian Baltz (Dossenheim / Weinheim) – Zeitstrafen 12 : 14 Minuten – Strafwürfe 6/5 : 5/4 - Zuschauer: 200.
Verlauf: 2:0 (5.), 6:3 (9.), 8:6 (14.), 9:9 (18.), 10:11 (24.), 15:11 (Halbzeit) – 17:12 (34.), 18:16 (37.), 20:19 (40.), 23:20 (46.), 29:22 (52.), 29:25 (56.), 33:27 (Ende).