
Wenn am Samstag die B-Jugend der MT Talents bei der SG Flensburg-Handewitt antritt (Anwurf 19.30 Uhr in der Wikinghalle Handewitt), ist mit Maximilian Knopp ein Neu-Nationalspieler dabei.
Der Melsunger Torhüter feierte zum Jahresbeginn seinen Einstand in der Reprezentacja Polski Juniorów, der Jugend-Nationalmannschaft Polens. Wir haben uns mit dem 16-jährigen Keeper unter anderem über dieses besondere Erlebnis unterhalten.
Maxi, herzlichen Glückwunsch zum internationalen Debüt für Polen und auch zur Teilnahme mit der Hessischen Landesauswahl am Deutschland-Cup. Wie geht es dir damit?
Danke. Ja, in den letzten Wochen gab es extrem viele schöne Ereignisse, die Zeit war sehr aufregend. Ich bin stolz und glücklich, diese besonderen Momente erleben zu dürfen. Anfangs war es nur schwer zu realisieren, dass ich die Möglichkeit hatte, mich nicht nur auf nationaler, sondern inzwischen auch auf internationaler Ebene zu präsentieren. Umso dankbarer bin ich für diese Chancen. In diesem Zusammenhang möchte ich mich auch bei allen bedanken, die mich auf diesem Weg begleiten – meiner Familie, meinen Trainern und meinen Freunden.
Wie kam es zur Berufung in die polnische Jugend-Nationalmannschaft?
Nachdem es Kontakt mit dem polnischen Verband gab und wir uns über meine Situation und Leistungen ausgetauscht hatten, meldete sich mein Nationaltrainer Wojciech Jedzinak telefonisch bei mir. Zunächst war ich etwas überrascht und wusste nicht sofort, was ich sagen sollte. In dem Gespräch erklärte er mir dann, dass er mich im Januar gern zu einem Lehrgang einladen würde. Danach gab es weitere Telefonate und schriftlichen Kontakt, bis schließlich offiziell die Einladung zum Lehrgang kam und ich Anfang Januar meine ersten Erfahrungen bei der polnischen Jugend-Nationalmannschaft sammeln durfte.
Außer dir waren nur Spieler dabei, die auch in Polen spielen.
Ja, ich war der einzige im Ausland aktive Spieler. Trotzdem wurde ich sehr nett aufgenommen, sowohl vom Trainerteam als auch von den Spielern. Es war eine tolle Gelegenheit für mich, neue Kontakte zu knüpfen.
Du hast beim Drei-Länder-Turnier gegen Deutschland noch nicht spielen dürfen. Gegen Rumänien dann schon.
Gegen Deutschland war ich zwar dabei, kam aber noch nicht zum Einsatz, weil das Trainerteam da auf die erfahreneren Torhüter gesetzt hat. Das Spiel gegen Rumänien war also eigentlich mein Debüt, in dem ich auch Einsatzzeit erhalten habe. Auch wenn ich schon im ersten Spiel zu 100 Prozent bereit gewesen wäre, habe ich die Entscheidung für meine Mannschaftskollegen verstanden, da es ja mein erster Lehrgang als Neuling war.
Zuvor warst du beim Deutschland-Cup dabei. Und dieses Turnier ist in deiner Altersklasse hierzulande eigentlich das Beste, was man mitnehmen kann. Wie ordnest du das ein?
Während des Turniers konnte ich mich mit den besten Talenten meines Jahrgangs in Deutschland messen. Mit meiner Spielzeit war ich nicht vollständig zufrieden, dennoch habe ich versucht, mich in den Minuten auf dem Feld bestmöglich zu präsentieren. Der Deutschland-Cup war für mich sehr wertvoll, um meine eigene Leistung realistisch einzuordnen und um die Themen für meine weitere Entwicklung zu bestimmen.
Blieb neben diesen Handball-Highlights überhaupt noch Zeit für Privates in der Pause zwischen Weihnachten und Neujahr?
Das Privatleben kommt im Leistungssport häufig etwas zu kurz. Und auch in der freien Zeit gehört es dazu, auf die eigene Fitness zu achten. Trotzdem habe ich die kurze Pause genutzt, um Zeit mit alten Schulfreunden und vor allem mit meiner Familie zu verbringen.
Angesichts der kurzen Pause: Bist du sehr gestresst?
Ich fühle mich sowohl mental als auch körperlich sehr gut. Regenerationseinheiten helfen mir dabei, gesund und leistungsfähig zu bleiben. Stress empfinde ich aktuell nicht. Natürlich ist es eine Herausforderung, Schule, Handball und Privates miteinander zu verbinden, aber damit komme ich gut zurecht.
Wechseln wir zu den MT Talents. Der Auftakt in die Pokalrunde ging daneben. Habt ihr die Niederlage gegen Habenhausen schon abgehakt?
Ja. Wir konzentrieren uns jetzt voll und ganz auf das nächste Spiel und wollen die zwei Punkte natürlich nach Melsungen holen. Gegen Habenhausen hat es uns phasenweise an Zusammenarbeit und Konstanz gefehlt, was der Gegner konsequent ausgenutzt hat.
Mit Flensburg steht die längste Auswärtsreise auf dem Programm. Eine besondere Herausforderung?
Die lange Busfahrt ist sicherlich eine zusätzliche Herausforderung, stellt für uns aber keinen entscheidenden Nachteil dar. Mit einer guten Vorbereitung, passender Ernährung und Aktivierung können wir uns sicher sein, dass wir körperlich und mental bereit in die Partie gehen werden.
Und deine Einschätzung des Gegners?
Man darf keinen Gegner unterschätzen. Auch die SG hat schon gezeigt, dass sie mithalten kann. Wenn wir es schaffen, unser Spiel zu spielen, bin ich mir ziemlich sicher, dass wir erfolgreich aus Flensburg zurückkehren können. (Michael Koch)