
Die MT Melsungen hat am 29. Spieltag der Daikin Handball-Bundesliga eine deftige Niederlage hinnehmen müssen. Bei der SG Flensburg-Handewitt unterlagen die Nordhessen 30:40 (15:19).
Nichts zu holen im hohen Norden: Die MT Melsungen hat in Flensburg deutlich mit 30:40 (15:19) verloren. Dainis Kristopans sah noch vor der Pause die Rote Karte, Reynir Thor Stefansson war mit sieben Treffern ein Lichtblick in den Reihen der MT.
Pünktlich zum Gastspiel beim Ex-Klub bekam Aaron Mensing grünes Licht von der medizinischen Abteilung und stand direkt in der Startaufstellung der MT. Bei den Flensburgern meldete sich Simon Pytlick zurück. Interessant bei den Nordhessen: Trainer Roberto Garcia Parrondo beorderte Stefansson in den rechten Rückraum. Kristopans saß zunächst auf der Bank.
Viel Spielzeit sollte der Lette an diesem Freitagabend nicht bekommen. Kurz nach seiner Hereinnahme glich er zum 8:8 aus (14. Minute), einige Minuten später verkürzte er auf 13:11 (21.), aber dann sah er nach einem Foul an Pytlick die Rote Karte (25.) – und das in seinem 100. Bundesliga-Spiel. Fortan hatte Parrondo keinen Linkshänder mehr für den Rückraum zur Verfügung. Bitter außerdem: Zeitgleich zur Strafe gegen Kristopans mussten in dieser Phase Olle Forsell Schefvert und David Mandic jeweils zwei Minuten absitzen, sodass die MT mit nur drei Feldspielern verteidigen musste.
Der gut aufgelegte Niclas Kirkelökke mit seinem fünften Treffer sowie Lasse Möller nutzten den Freiraum und sorgten für eine 17:13-Führung der SG (26.). Bis dahin hatte die MT ihre Sache ordentlich gemacht. Die Gäste begegneten den Flensburgern auf Augenhöhe. Selbst als die Chancen nicht mehr so konsequent vollstreckt wurden wie in der Anfangsphase und obendrein Benjamin Buric im SG-Kasten langsam warmlief, blieben die Nordhessen weiter in Schlagdistanz – bis sich die Hausherren infolge der beschriebenen MT-Unterzahl deutlicher absetzten. Beim 19:15 ging es in die Kabinen.
Nach dem Wechsel ging es dann ganz schnell. Mehrere Fehler aufseiten der MT, eiskalt bestraft von den Flensburgern, die bis zur 41. Minute auf einen Vorsprung von neun Toren davondüsten. Fast logisch, dass der nicht zu stoppende Emil Jakobsen, der an diesem Abend auf neun Treffer kam, das 27:18 markierte. Wie heißt es so passend: eine kalte Dusche für die Gäste.
Und machen wir es kurz: Danach gab es nichts mehr zu holen für das Parrondo-Team. Dank der 7:6-Variante fanden die Nordhessen zwar weiterhin gute Lösungen im Angriff, in der Deckung hatten sie aber der Flensburger Offensive wenig entgegenzusetzen. Somit wurde es am Ende sogar zweistellig, als Patrick Volz kurz vor der Schlusssirene den 40:30-Endstand erzielte. (Robin Lipke)
Statistik
SG Flensburg-Handewitt: Buric (11 Paraden / 30 Gegentore), K. Möller (n.e.); Pytlick 6, Golla 5, Kirkelökke 5, Grgic 5, Faljic, Tönnesen, Horgen, Volz 1, Jakobsen 9/3, Knutzen 1, Blagotinsek 1, Novak 4, L. Möller 3 – Trainer Ales Pajovic.
MT Melsungen: Simic (2 Paraden / 20 Gegentore), Palasics (3 P. / 20 G.); Marchan 3, Balenciaga 5, Mandic 1, Sipos 1, Kristopans 3, Ignatow, Drosten 3/3, Stefansson 7, Kulesh 3, Arnarsson 1, Forsell Schefvert 3, Mensing, Darmoul, Kastening – Trainer Roberto Garcia Parrondo.
Schiedsrichter: Thomas Kern (Bellheim) / Thorsten Kuschel (Kandel). Spielaufsicht: Kay Holm.
Zeitstrafen: 2 – 8 Minuten (Golla 7:21 – Balenciaga 9:41, Forsell Schefvert 20:08/24:40, Mandic 23:22); Rote Karte: Kristopans 24:27 (grobes Foulspiel)
Strafwürfe: 4/3 – 4/3 (Palasics pariert Wurf von Jakobsen 23:25 – Buric hält Wurf von Drosten 13:58)
Zuschauer: 6.300 in der GP Joule Arena, Flensburg (ausverkauft)
Spielstände: 0:1 (1.), 3:3 (4.), 5:5 (8.), 8:8 (14.), 11:8 (17.), 13:11 (21.), 17:13 (26.), 19:15 (30.) HZ – 20:15 (31.), 23:17 (36.), 27:19 (41.), 30:23 (46.), 35:26 (53.), 38:28 (58.), 40:30 (60.) Endstand.