
Für die A-Jugend der MT Talents ist das Auswärtsspiel bei HT München (Anwurf: Samstag 15:30 Uhr) die letzte Chance, noch ein Wort um den Staffelsieg in der 2. Bundesliga Süd mitzusprechen.
Dabei zählt für die Mannschaft im Grunde nichts anderes als ein Sieg. Denn ohne den sind die Bayern bei noch zwei ausstehenden Partien uneinholbar auf fünf Punkte weg. Und damit ist dann auch die Chance auf den DHB-Pokal dahin, den die beiden Staffelsieger Süd und Nord am Ende ausspielen. Selbst der zweite Platz, die einzige Chance auf einen Erstliga-Aufstieg über die Quali, wäre vermutlich flöten. „Ja, wir wissen natürlich, wie die Situation ist. Aber wir wissen auch, dass es in München in unserer Hand liegt, immer noch das Beste für uns herauszuholen. Was in den anderen Spielen hinterher passiert, ist erstmal nebensächlich“, sagt Felix Hillwig.
Der Kapitän findet die Stimmung innerhalb des Teams gerade „grenzwertig“. Das Gefühl sei „nicht gerade schön“ und man befasse sich schon mehr als sonst mit den Umständen, in die sich die Mannschaft im Grunde selbst gebracht hat. Denn zwischenzeitlich sah es nach einer überragend gespielten Hinrunde so aus, als könne man allein über die eigenen Füße stolpern – was dann prompt auch geschah. Die Gründe dafür geben dem Linkshänder Rätsel auf: „Es fühlt sich irgendwie an, als hätten wir es verlernt, Spiele zu gewinnen.“
Da kann man zweifellos so stehen lassen. Drei der letzten vier Partien gingen mit einem Tor verloren. „Alle wurden in den letzten fünf Minuten entschieden. Gegen Pforzheim fiel unser letztes Tor schon vier Minuten vor dem Ende, das müssen wir aufarbeiten. Wir müssen unbedingt wieder bis zur letzten Sekunde durchziehen, so wie wir das in der Hinrunde getan haben“, sagt der Mannschaftskapitän eindringlich. Etwas, das man im Training schlecht üben kann. Deshalb sind die Übungseinheiten eher schon befreiend, denn: „Da steckt sowieso jeder alles rein, was er hat“.
Ausgerechnet in dieser Situation zum am weitesten entfernten Auswärtsgegner fahren zu müssen ist ganz sicher kein Vergnügen. Aber die Anreise wurde kurzfristig schon auf Freitag vorverlegt, wofür Hillwig dankbar ist. „Klasse, dass uns der Verein die Möglichkeit gibt, vor Ort zu übernachten und uns bestmöglich ohne Reisestress auf dieses wichtige Spiel vorzubereiten“, weiß er diesen Vorzug zu schätzen.
Für ihn selbst hat der Ausgang des Spitzenspiels ebenfalls eine wichtige Bedeutung. Der Oberstufen-Schüler der Geschwister-Scholl-Schule baut nächstes Jahr sein Abi und wird danach voraussichtlich bei der Polizei ein duales Studium beginnen. Und bis dahin möchte er unbedingt so hochklassig spielen wie nur möglich, am besten natürlich in der ersten Jugendbundesliga.
Erfahrung in Sachen Handball sammelt er, wie mit Leon Rosenbusch, Julian Kreile, Stanley Lange und Philip Hornaff noch vier weitere Mannschaftskollegen, im Erwachsenenbereich beim Kooperationsverein MSG Körle/Guxhagen in der Regionalliga: „Das klappt alles super. Es bringt unendlich viel an Spielerfahrung als auch den Umgang im Männerbereich. Da nimmt man in die A Jugend auf jeden Fall die Körperlichkeit mit.“ Und Selbstvertrauen, denn die MT Talents-Spieler merken, dass auf sie gebaut wird und man ihren Anteil am Erfolg der MSG schätzt.
Das müssen sie nun mit nach München nehmen und dort gemeinsam mit den anderen aus der Mannschaft in positive Energie umsetzen – über volle 60 Minuten diesmal. Die Ansprache des Kapitäns ist unmissverständlich: „Wir müssen untereinander einfach die richtigen Worte finden, um uns so heiß wie möglich zu machen. In solchen Situationen ist es als Einzelner schwer, sich selbst zu motivieren. Aber wenn wir die Aufgabe als Mannschaft annehmen und bis zur letzten Sekunde körperlich und mental auf dem Feld sind, packen wir das!“