
Das Hinspiel war ein spektakulärer Schlagabtausch, im Rückspiel der 3. Liga Süd-West bei der HSG Hanau (Freitag, 20:15 Uhr, Main-Kinzig-Halle) würde die MT Melsungen 2 den überraschenden Punktgewinn von Ende September gern wiederholen.
Die Chance dazu ist da, sagt Benni Fitozovic. Dann, wenn sie sich vorn wie hinten an ihren Plan hielten und eine gute Torhüterleistung dazu käme. Die gab es im Hinspiel nach dem Seitenwechsel, wie sich der Rechtsaußen gut erinnern kann: „Jannik Büde kam bei Rückstand rein und hat einiges weggeholt. Ohne ihn wären wir mit noch mehr Gegentoren rausgegangen“. Es waren so schon 33, trotzdem reichte es über eine starke Offensivleistung zum Remis.
Ohne Fitozovic, ohne Bruno Eickhoff, noch ohne die späteren Rückkehrer Jona Rietze und Max Pregler. Mit Jason Wilfer, als einzigem echten Innenblocker, der schon vor Mitte der zweiten Hälfte mit zwei Zeitstrafen belastet war. Was die hohe Zahl an Gegentoren plausibel erklärte. „Ich war in der Halle und es war kaum zu ertragen. Verletzt von draußen zuschauen zu müssen ist mit das Schlimmste, was dir als Spieler passieren kann“, gibt Fitozovic einen Einblick in sein damaliges Seelenleben, das er mit dem neben ihm sitzenden Eickhoff teilte.
Aber, auch das merkt der Linkshänder an, man dürfe darüber nicht die vorhandenen Qualitäten der Hanauer kleinreden. Wenngleich sie die in dieser Saison gerade in eigener Halle mit schon drei recht klaren Niederlagen zuweilen vermissen ließen, was ihm noch gar nicht so bewusst geworden sei. Aber dieser Fakt im Hinterkopf wertet den Heimzähler nachträglich noch einmal auf und nährt gleichzeitig die Hoffnung, in Südhessen ebenfalls punkten zu können.
Bisher verläuft die Spielzeit für die MT 2 in Wellenbewegungen. Folgen von sieglosen Spielen wechseln sich mit positiven Serien quasi ab. Mögliche Abhängigkeiten sieht Fitozovic in den Schwankungen der eigenen individuellen Leistungen, aber auch im Spielplan. Auch den Umstand, dass das Spiel der Mannschaft zuletzt wesentlich häufiger über die Außen lief, führt er nicht auf greifbare Änderungen in der grundsätzlichen Herangehensweise zurück. Vielmehr käme das immer auch auf den Gegner an. „Uns ist in jedem Spiel wichtig, dass wir den Ball laufen lassen. Und wenn der Gegner in der Mitte stabil steht, gehen wir eben auch mehr in die Breite“, erklärt er, der in den letzten Begegnungen genau davon profitierte und zweimal bester Torschütze im Team war.
Eine ungewohnte Erschwernis kommt in Hanau allerdings hinzu, die nicht im Gegner begründet ist. „An einem Freitagabend hat der Großteil von uns einen vollen Arbeitstag hinter sich und wir haben dann noch die Anfahrt. Da kann schon mal etwas Müdigkeit aufkommen“, merkt der Deutsche Meister der B-Jugend von 2019 an. Schiebt aber auch sofort sein ganz persönliches Hallo-Wach lachend hinterher: „Ich ziehe meine persönliche Motivation fürs Spiel daraus, dass dafür Samstag und Sonntag frei ist. Von daher ist mit dem Termin alles gut.“
Und wird vielleicht noch besser, wenn im siebten Hessenderby der Saison endlich der erste Sieg für die Melsunger Drittliga-Handballer herausspringt. „Ja, dafür wird’s wirklich Zeit“, kommt der kurze, entschlossene Kommentar, wieder mit einem Lachen verbunden. Keine Frage, die Stimmung ist gut in der Melsunger Mannschaft. Die den zurückliegenden drei sieglosen Spielen trotz guter Leistungen jetzt, dem Schema folgend, in Hanau wieder eine positive Serie starten will.
Die Partie der MT Melsungen bei der HSG Hanau wird am Freitagabend ab 20:15 Uhr über die Plattform von Sporteurope.TV live im Internet übertragen.