Europapokal / 31.07.2026

Ignatow: Habe das Ding nicht mehr losgelassen

Pure Freude: Dimitri Ignatow feiert in der Hamburger Barclays-Arena mit dem Siegerpokal in der Hand. (Foto: Käsler/MT)

Rund um den Triumph der MT Melsungen in der EHF European League gibt es die eine oder andere Anekdote. Eine handelt von Dimitri Ignatow und der Trophäe.

Am 31. Mai 2026 hat die MT Melsungen Geschichte geschrieben. An jenem Sonntag bejubelte der nordhessische Handball-Bundesligist in der Hamburger Barclays-Arena den ersten Titel der Klubhistorie. Die Stunden und Tage nach dem Gewinn der European League lassen sich am besten unter diesem Schlagwort zusammenfassen: Ausnahmezustand. 

Wer die Feierlichkeiten beobachtet hat, dem wird nicht entgangen sein, dass Dimitri Ignatow auffallend oft den Siegerpokal in den Händen hielt. Dazu passt der Hinweis, dass sich die Trophäe in der ersten Nacht nach dem Triumph in Ignatows Zuhause befand. Insofern darf der MT-Rechtsaußen gut und gern den Titel „Hüter des Pokals“ verpasst bekommen. 

Die Aufgabe habe er natürlich sehr gern übernommen, sagt er 27 Jahre alte Handballer augenzwinkernd. Sein eigentlicher Job innerhalb der Mannschaft ist die des Kassenwarts. Abgesprochen war vorab nichts. Er selbst erklärt es rückblickend so: „Irgendwann habe ich das Ding nicht mehr losgelassen.“ Das fing in der Barclays-Arena an, ging im Teambus während der Rückfahrt weiter, und auch bei der Spontanparty in der Kasseler Bar Kokotao ließ er den Pokal nicht mehr aus den Augen. Als sich das Feld lichtete und die meisten gegangen waren, dachte er: Okay, ich nehme ihn mit nach Hause.

So viel darf verraten werden: Der Pokal lag nicht im Bett, sondern stand davor. Warum? „Unser Hund Oskar springt ganz gern mal ins Bett. Da wollte ich nichts riskieren.“ An Schlaf war sowieso nicht zu denken. Er sei gegen 6.30 Uhr daheim gewesen, berichtet Dimi, „aber ich wollte nicht pennen. Ging auch gar nicht. Das Adrenalin. Außerdem wollte ich nicht, dass dadurch so viel vom Tag verloren geht.“ Zu schön sei das Gefühl gewesen. Dimi verwendet auch das Wort surreal. 

Real wurde es dann wenige Stunden später. Da traf sich die Mannschaft zum Brunch in der Brasserie 36 im Kasseler Stadtteil Vorderer Westen. Und klar, Dimi hatte den Pokal dabei. Wohl gemerkt: Er fuhr mit der Straßenbahn zum Treffpunkt – mit der Trophäe im Arm. Erst als die Spieler später am Tag auseinander gingen, trennte sich Dimi von seinem neuen Freund und gab den Pokal an Arnar Freyr Arnarsson weiter. Die Trennung dauerte aber nicht lang. Bereits am nächsten Tag beim Empfang in Melsungen war es wieder Dimi, der als Erster die Trophäe den Fans entgegenstreckte.

Das MT-Eigengewächs denkt voller Freude an diese Tage zurück. Manchmal müsse er sich immer noch kneifen. Er sagt: „Der erste Titel – das war und ist etwas ganz Besonderes für mich. Einfach geil.“ 

Testspiele und Präsentation

Aktuell befinden sich die MT-Handballer in der Vorbereitung auf die kommende Saison. Am Samstag (17 Uhr) gastieren die Nordhessen bei VfL Eintracht Hagen zu einem Testspiel, am Montag geht es an die Elbe zum HSV Hamburg. Am nächsten Freitag, 7. August, präsentiert sich die Mannschaft den Fans im Melsunger Schlossgarten. (Robin Lipke)

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