
Spiele gegen den hessischen Rivalen HSG Rodgau/Nieder-Roden waren für die MT Talents stets ein bisschen besonders. So auch am Samstag, wenn die A-Jugend beim südhessischen Dauerrivalen antreten muss (Anwurf 17 Uhr, Rodaustrom Sportarena).
Beide Vereine eint seit Jahren eine sehr gute Jugendarbeit. Und so kommt es immer wieder zu Duellen, die nicht selten auch entscheidenden Charakter haben können. Diesmal vielleicht weniger für die Südhessen, die mit negativem Punktekonto im Mittelfeld festhängen und keine Chance mehr haben, in den Kampf um einen der ersten beiden Plätze oder den Einzug ins Finale des DHB-Pokals einzugreifen. Dafür umso mehr für die MT Talents, die beide genannten Ziele fest vor Augen haben.
Damit es so bleibt, muss der Anschluss an die führenden Münchener gehalten werden, und ein Sieg in Rodgau ist eigentlich Pflicht. Schwierig, findet Julian Kreile. „Gegen Nieder-Roden wird es sehr schwer und eklig am Wochenende. Gegen sie zu spielen, ist immer eine heiße Kiste. Es ist ja auch ein Hessenderby“, sagt Melsungens Spielmacher.
Beim jüngsten Aufeinandertreffen im Frühsommer 2024 ging es beim Quali-Turnier in Stuttgart um die Bundesliga-Qualifikation. Zwar mit einem hitzigen Unentschieden gegeneinander, aber in der Endabrechnung zu Gunsten der Nordhessen. Seitdem hat die Mannschaft von Trainer Benjamin von Stein noch eine Rechnung offen, und die Motivation ist groß, den MT Talents auf dem Weg zur angestrebten Staffelmeisterschaft ein Beinchen zu stellen.
Bauen kann von Stein vor allem auf seinen Goalgetter Niklas Klein, der mit einem Schnitt von fast neun Toren pro Spiel die Liga-Torjägerliste anführt. Als Ausnahmetalent hat er in dieser Saison schon acht Spiele bei den Männern in der 3. Liga bestritten und auch dort seine Tore erzielt. „Ich kenne ihn seit der C-Jugend, wo wir schon gegeneinander gespielt haben. Wenn er in Bewegung kommt, ist es schwer ihn zu stoppen. Und seine Würfe aus der zweiten Reihe sind auch nicht schlecht“, sagt Kreile anerkennend. Sein Rezept: Den Shooter ganz früh attackieren.
In Melsungen kann Trainer Georgi Sviridenko am Kreis wieder auf Alessandro Kremser bauen. Der Kreisläufer kam nach einer Verletzung beeindruckend zurück, traf beim Auswärtssieg in Coburg gleich neunmal. Mindestens ebenso wichtig wie als Torschütze ist er im Kleingruppenspiel für Julian Kreile. „Wir kennen uns sehr gut. Er weiß immer, was ich mache oder wann ein Pass zu ihm kommt. Und ich weiß jederzeit, wie er sich bewegt und wo er seine Sperren macht“, sagt der Spielmacher, der zwar Zweikämpfe nicht scheut, aber auch gern in Kremsers freigesperrte Gassen stößt. (Michael Koch)