Talents / 01.10.2026

Hessenderby als wichtiger Prüfstein

Trainer Eugen Gisbrecht will mit der A-Jugend der MT Talents gegen Rodgau/Nieder-Roden zurück in die Erfolgsspur. (Foto: Hartung/MT)

Am Sonntag will die A-Jugend der MT Talents gegen die HSG Rodgau/Nieder-Roden in die Erfolgsspur zurückkehren. Anwurf des Hessenduells in der 2. Jugendhandball-Bundesliga ist um 15 Uhr in der Kreissporthalle Guxhagen.

Mit dem formulierten Ziel des Wiederaufstiegs in die erste Liga gestartet, muss der Melsunger Nachwuchs nach drei Spielen in der Staffel Süd zunächst einmal ein negatives Punktekonto bilanzieren. Zwar nur eine frühe Momentaufnahme ohne endgültigen Charakter für den Ausgang, dennoch eine Warnung. Das sieht auch Trainer Eugen Gisbrecht vor dem zweiten Heimspiel in Folge so: „Die Gefühlslage ist sehr gemischt. Nach dem Auftakterfolg gegen München waren die beiden Partien danach schon ein Dämpfer. Das Schlimme dabei ist, dass zumindest die Niederlage zuletzt gegen Bietigheim vermeidbar war.“

Er geht derzeit also voll rein in die Analyse, um Hebel zu finden oder zumindest Ansatzpunkte, wie das Team wieder zurück auf Kurs zu bringen ist. Es sei auffällig, dass „wir Schwierigkeiten haben, in ein Spiel sofort mit 100 Prozent reinzugehen; wir verpennen den Start regelrecht“, sagt Gisbrecht. Und das führe dann zu frühen Rückständen, die aufzuholen sowohl körperlich als auch mental enorm schwierig sei. Es ginge in der Folge dann sogar damit weiter, dass diese zwangsweise früh investierten Körner obendrauf in der Schlussviertelstunde dann fehlen.

Eine regelrechte Kettenreaktion also, die es unbedingt zu vermeiden gilt. Wie? Ganz klar: „Wir müssen unsere Spielbeginne konsequenter angehen, um im Idealfall sogar vorzulegen. Aber zumindest dürfen wir nicht zu weit ins Hintertreffen geraten“, sagt der Coach. Will heißen, dass in der Abwehr nicht nur das Zentrum geschlossen, sondern auch von Beginn an ordentlich gegen die gegnerischen Halbspieler gearbeitet werden muss. Und dann ist auch noch mehr Konsequenz vonnöten, wenn es doch ums Drehen einer Partie geht: In entscheidenden Phasen produziert die Mannschaft noch zu viele Fehler.

Dennoch gibt es gute Kunde. Der Kampfgeist und die Moral sind nicht nur intakt, sondern sogar ausgeprägt. Aufholjagden gab es schon mehrere, selbst aus sechs Toren Rückstand zum Ausgleich innerhalb einer Viertelstunde. „Ein positiver Effekt unserer Kaderbreite“, meint der Trainer, der auf die verletzten Stützen Philip Hornaff und Philipp Kuhlen verzichten muss. Gerade offensiv eine klare Schwächung, die Gisbrecht jedoch nicht gelten lässt, da mit Max Hermenau und Lennox Reichardt zwei starke Alternativen – insbesondere für die Spielgestaltung – verfügbar sind und ihre Fähigkeiten schon unter Beweis gestellt haben.

Einzig die mangelnde Kreativität und vor allem die manchmal fehlenden zwingenden Aktionen seien spielerisch zu bemängeln, was deshalb im Training im Fokus stehe. Es werden Drucksituationen geschaffen, um das Entscheidungsverhalten in kritischen Momenten abzubilden – und daraus zu lernen. Natürlich mit Unterstützung von Videos der eigenen gemachten Fehler. „Wir arbeiten gemeinsam heraus, was gut, aber auch was schlecht gelaufen ist“, erläutert Gisbrecht.

Ein richtiger Prüfstein für die geleistete Trainingsarbeit und deren Fortschritte ist das anstehende Hessenderby gegen Rodgau/Nieder-Roden. „Das sind immer sehr spannende Spiele für uns“, sagt der Trainer spontan. Natürlich, weil es ein Hessenderby und so fast schon ein Klassiker für die MT Talents ist. Selbstredend, weil sich die Spieler beider Mannschaften aus den unterschiedlichen Auswahlmannschaften gut kennen. Und natürlich auch, weil auf Seiten der Südhessen Top-Leute stehen. „Spieler wie Luca Möller oder Constantin Meyer bringen einfach gute Qualität mit“, sagt Gisbrecht anerkennend. Und natürlich, weil jetzt nicht nur ein Spielrückstand gedreht werden muss, sondern der eigene Weg innerhalb der Liga zurück in Richtung Aufstiegszone. (Michael Koch)

 

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