
Auch im dritten Spiel in Folge keine Punkte. Im Hessenderby der Staffel Süd in der 2. Jugendhandball-Bundesliga gegen die HSG Rodgau/Nieder-Roden setzte es für die A-Jugend der MT Talents eine herbe 22:28 (8:18)-Niederlage, die sich in einer ganz schlechten ersten Halbzeit begründete.
Großchancen in schöner Regelmäßigkeit waren zunächst einmal Programm. Geschuldet zwei offensiven Deckungsreihen, die jeweils reichlich Platz für Durchstöße boten. Zwischen den Pfosten hatte Daniele Giannusa zunächst die Nase vorn gegenüber Kim Hüter, so dass die Gäste erst einmal auf 2:6 (8.) wegzogen. Schnell ging es hoch und runter, intensiv war es in den Nahkampfzonen. Nachdem beide Keeper je einen Siebenmeter entschärft und die Gastgeber besser ins Spiel gefunden hatten, war es insbesondere Philipp Kuhlen, der die Aufholjagd zum 5:6 (11.) anführte.
Doch das hohe forderte seinen Preis und die dadurch praktisch unvermeidlichen Fehler nutzten die Südhessen einfach besser. Die logische Folge waren zehn äußerst unangenehme Minuten, in denen sich Rodgau in einen kleinen Rausch spielte. Als Trainer Eugen Gisbrecht nach knapp 21 Minuten bereits seine zweite Auszeit nahm, lag seine Mannschaft schon wieder mit 6:12 hinten.
Indes, es nutzte nicht viel. Melsungen lebte offensiv überwiegend von Kuhlens Ideen und Durchsetzungskraft, während Rodgau die komplette Breite nutzte und auch über Constantin Meyer am Kreis zu Toren kam. Und hinten? Da stand Giannusa: Fernwurf von Kuhlen gehalten, den Abpraller von Linus Schröder aus kürzester Distanz pariert, den Ball blitzschnell zu Bennet Knaf gespielt, so dass der seinen dritten Gegenstoß zum 8:18 gerade noch mit der Pausensirene im Netz unterbringen konnte. Da lief gar nichts zusammen beim Gastgeberteam.
Nach Wiederbeginn konnte es also nur noch besser werden. Tatsächlich stand die Abwehr stabiler und passte vorn das Zusammenspiel mit Schröder am Kreis besser. Ein Anspiel von André Peter sauber verwertet, das nächste von Kuhlen zum Siebenmeter gemacht, den Melsungens Regisseur sicher versenkte. Das war jetzt zumindest Augenhöhe, wenn nicht sogar etwas mehr. Sah auch HSG-Trainer Julian Klein so und bat nach Luca Witzels 13:20 (38.) zur Auszeit. Nur Luca Möller hatte dreimal getroffen, davon zweimal per Strafwurf.
Jetzt war Feuer drin, so hatte man sich das Hessenderby vorgestellt. André Peter taute so richtig auf, holte hinten die Bälle sicherte Abpraller, setzte Rechtsaußen Hinnerk-Ole Lampe in Szene und traf selbst. Dazu Kuhlen, der bei seinem Comeback weiter Dreh- und Angelpunkt war und sich grandios zum 17:22 (45.) durchsetzte. Zwischen den Pfosten hatte mittlerweile Leon Rosenbusch übernommen und hielt, was zu halten war. Das war eine völlig andere rot-weiße Mannschaft wie noch vor dem Seitenwechsel.
Die Lebensversicherung der Rodgauer war immer noch Rosenbuschs Gegenpart Giannusa. Gegen Kuhlens zehnten Streich zum 18:22 (48.) war auch er zwar machtlos, parierte dann aber gegen Lampe. Bei den Gästen funktionierten offensiv neben Möller zwar nur noch Klein, aber das reichte, um den Schrumpfungsprozess des Vorsprungs zumindest zu verlangsamen und sdann auch wieder leicht nachzulegen. Kuhlens Siebenmeter landete am Pfosten, für einige Minuten stockte die Angriffsmaschinerie. Kleins 18:26 (53.) war dann die Vorentscheidung, der Rest nicht nur Kosmetik, sondern später Lohn einer starken Leistungssteigerung. Die schlussendlich auch nichts Zählbares mehr brachte. (Michael Koch)
Statistik
MT Talents: Rosenbusch (9 Paraden / 12 Gegentore), Hüter (5 P. / 15 G.), Saueressig (bei einem Siebenmeter, 0 P. / 1 G.); Peter 5, Reichardt, Lampe 2, Hermenau, Schröder 1, Hillwig 1, Kuhlen 12/4, Junge, Witzel 1, Sirotkovic, Pliuto – Trainer Eugen Gisbrecht.
HSG Rodgau/Nieder-Roden: Giannusa (14 P. / 17 G.), Iacob (1 P. / 4 G.), Hardrick (bei zwei Siebenmetern, 1 P. / 1 G.); Möller 7/4, Wiegmann 4, Braun 1, Knaf 4, Wisser, Müftahi, Hundegger 1, Klein 6, Kotzur 1, Moshake, Meyer 4 – Trainer Julian Klein.
Schiedsrichter: Thimo Rustenbach / Yeray Lopez Arauco (Hannover / Schöningen) – Zeitstrafen 6 : 10 Minuten – Strafwürfe 7/4 : 6/4 - Zuschauer: 70.
Verlauf: 0:2 (3.), 2:6 (8.), 5:6 (11.), 6:9 (16.), 6:13 (22.), 7:15 (26.), 8:18 (Halbzeit) – 11:19 (34.), 13:20 (38.), 15:20 (43.), 18:22 (48.), 19:26 (53.), 22:28 (Ende).