Talents / 20.09.2026

Früher Rückstand nicht aufzuholen

Augen zu und durch: Lennox Reichardt hatte am Ende sieben Tore auf seinem persönlichen Konto (Archiv-Foto: Heinz Hartung)

Im Auswärtsspiel der 2. Bundesliga Süd bei der SG Pforzheim/Eutingen musste sich die A-Jugend der MT Talents klar mit 24:35 (10:20) geschlagen geben. Bei acht Toren Rückstand bereits nach 14 Minuten waren die Weichen früh gestellt und der Rest des Spiels ein verzweifeltes Hinterherrennen.

Was war das für eine furchtbare Anfangsphase? Da klappte absolut gar nichts bei den Nordhessen. Die scheiterten nicht nur in Serie am ganz starken Pforzheimer Schlussmann Devran Uludag, sondern ließen sich davon zu Würfen verleiten, die so einfach nicht klappen konnten. Nach Elias Jacobs 4:0 (5.) nahm Trainer Eugen Gisbrecht schon die erste Auszeit, deren Ergebnis praktisch keine Änderung am Spielverlauf bewirkte. Hinten war alles zu passiv und fehlte der Zugriff, vorn wurden die Bälle weiter serienweise verloren und ließ Felix Hillwig sogar einen Siebenmeter liegen. Seine erste Parade des Spiels verbuchte Leon Rosenbusch nach achteinhalb Minuten, das erste Tor André Peter nach elfeinhalb – zum 6:1 – nach dreizehneinhalb lochte Finn Meißner zum 9:1. Ein Albtraum.

Dann aber wurde es langsam besser. Vor allem hinten gab es den ersten nennenswerten Widerstand, wenngleich Rosenbusch und der nach einer Viertelstunde eingewechselte Kim Hüter kaum eine Hand an die Würfe bekamen. Mit der Hereinnahme von Lennox Reichardt neben Max Hermenau, und damit zwei Spielmachern unterschiedlicher Natur nebeneinander, wurde es offensiv endlich besser, auch wenn diese ungewohnte Konstellation zu mehreren kleineren Verständigungsproblemen mit anschließenden Ballverlusten führte. Noch etwas mehr Aktivität brachte Marlon Junge ins Spiel. Lange blieb der Abstand so konserviert, erst kurz vor der Pause setzten sich die Hausherren ein klein wenig weiter ab.

Der Rückwechsel von Hüter auf Rosenbusch zeigte zu Beginn der zweiten Hälfte zunächst Wirkung. Stark nicht nur seine Parade gleich gegen Jonas Schulz, sondern auch der gehaltene Strafwurf von Meißner. Jetzt, mit Unterstützung zwischen den Pfosten, entwickelte sich endlich ein Spiel annähernd auf Augenhöhe. In dem Pforzheims Abwehr allerdings weiterhin überragend verschob, blockte und zupackte, und damit Uludag das Leben ungemein erleichterte. Der nutzte das leere Tor gegenüber während einer Strafe gegen Hillwig und Stanley Lange nicht nur zum 23:10 (35.), sondern kassierte gleich noch einen schön herausgespielten Versuch über Außen von Luca Witzel ein.

Nein, da ging an diesem Nachmittag nichts für die Melsunger, das war längst klar. Dennoch: Aufgeben war nie eine Option. Da machte Alex Pliuto zum 24:12 (40.) sein erstes Pflichtspieltor für die MT Talents und schaffte Lennox Reichardt das Kunststück, vier Treffer vom 26:14 (41.) bis zum 26:17 (44.) in unmittelbarer Folge zu erzielen. Das letzte davon trotz so harter Gegenwehr von Luca Wüst, dass der Pforzheimer auf der Stelle die Rote Karte sah.

Am Verlauf der letzten Viertelstunde und am Ergebnis änderte das alles nichts mehr. Die SG ließ es ruhiger angehen, wurde aber von Melsungens Abwehr auch nicht zu Torerfolgen durchgewunken. Im Gegenteil wusste die im zweiten Durchgang wesentlich offensivere Deckung, mit Hermenau oder Junge vorgezogen, durchaus zu gefallen. Trotzdem blieb unter dem Strich die Erkenntnis, dass Pforzheim über die letzten 45 Minuten gesehen zwar sicher die bessere Mannschaft war und in dieser Zeit auch drei Tore mehr warf. Aber wer die erste Viertelstunde mit 1:9 abgibt, muss am Ende eben eine bittere Klatsche auf der Anzeigetafel akzeptieren.

Statistik 
SG Pforzheim/E.: Uludag (1 Tor / 14 Paraden / 19 Gegentore), Kleine (4 P. / 5 G.); Billmaier 3, Hurst 5, Luminario 3/3, Katz 2, Haller 3, Wüseke, Schulz 1, Jacob 5, Meißner 10/3, Straib 1, Wüst, Hartmann 1 – Trainer Alexander Lipps.


MT Talents: Rosenbusch (6 P. / 22 G.), Hüter (2 P. / 10 G.), Saueressig (1 P. / 3 G.); Lange 3, Peter 2, Reichardt 7, Lampe, Hermenau 5, Schröder 1, Hillwig, Junge 3, Witzel 2, Sirotkovic, Pliuto 1 – Trainer Eugen Gisbrecht.


Schiedsrichter: Sebastian Dobler / Clemens Kiesewalter (Karlsfeld / Ottobrunn) – Zeitstrafen 4 : 8 Minuten – Disqualifikation: Wüst (SG, Foulspiel, 44.) - Strafwürfe 7/6 : 1/0.

Verlauf: 6:0 (10.), 9:1 (14.), 10:4 (17.), 14:7 (23.), 18:8 (27.), 20:10 (Halbzeit) – 23:10 (35.), 26:13 (41.), 31:19 (49.), 34:24 (56.), 35:24 (Ende).

URL kopieren

Zurück