Talents / 07.02.2026

Erst gedreht, dann doch leere Hände

Enttäuschung nach dem Abpfiff bei Jonas Lüder. Dabei hatte er die MT Talents eineinhalb Minuten vor Schluss noch in Führung geworfen (Foto: Heinz Hartung)

In einem hochspannenden Hessenderby zog die A-Jugend der MT Talents bei der HSG Rodgau Nieder-Roden mit 29:30 (14:18) den Kürzeren. Lag dabei Ende der ersten Hälfte schon mit fünf zurück, nach toller Aufholjagd im zweiten Durchgang eineinhalb Minuten vor Schluss aber knapp vorn. Ehe es schließlich doch mit leeren Händen zurück nach Nordhessen ging.

Es war eine Klein-Show in der Anfangsphase. Zweimal Niklas zum 2:0 (4.), zweimal Jannis zum 4:2 (6,), dann wieder dreimal Niklas trotz eines vergebenen Siebenmeters zwischendrin – 7:5 führten die Gastgeber nach elf Minuten. Vermochten die Nordhessen damit aber nicht zu distanzieren. Die blieben dran in einem erwartungsgemäß intensiven Spiel, das nicht arm war an Zweikämpfen sowie den daraus folgenden Siebenmetern und Zeitstrafen.
 

Es war wieder Niklas Klein, der die HSG nach einer Viertelstunde erstmals mit drei Treffern nach vorn brachte. Inzwischen hatte sich mit Paul Ehrlich der dritte Rodgauer an den Toren beteiligt. Ganz anders die MT Talents, die das variablere Spiel zeigten und mit Alessandro Kremser, Philip Hornaff, Lian Kopeinigg, Stanley Lange sowie Noah Hüter aus praktisch allen Feldpositionen trafen. Einzig die Trefferquote ließ zu wünschen übrig.

Hornaff brachte Rot-Weiß nach einer Auszeit von Trainer Georgi Sviridenko zwar wieder heran, Constantin Meyer stellte den alten Abstand beim 13:10 (20.) aber flugs wieder her. Noch einen mehr packte Jannis Klein drauf, nachdem Jonas Lüder die mittlerweile schon vierte Zeitstrafe der Melsunger abgesessen hatte. Diesmal schlugen mit Felix Hillwig und Kopeinigg zwar die Linkshänder zurück, doch bis zur Pause waren es wieder diese vier Differenz, nachdem Kopeinigg beim vierten Siebenmeter zum ersten Mal patzte und Max Hermenau nach dem 18:13 (29.) von Jannis Klein kurz vor der Halbzeit zumindest noch verkürzen konnte.

Nach Wiederbeginn wurde es diesmal nicht zur Klein-, sondern zur MT Talents-Show. Kein Vergleich mehr zum ersten Durchgang, sondern ein ganz anderes Gesicht. Zwei Minuten brauchte es zum 18:16 durch Hermenau und Noah Hüter, weitere zwei zum 19:18 durch Hornaff und noch einmal Hermenau. Dann wurde es wüst. Mit Zeitstrafen gegen Meyer, Lange und Nick Hundegger, einem verworfenen Siebenmeter von Luca Möller und einem Tor von Melsungens Schlussmann Kim Hüter zum Ausgleich, Gelb gegen Sviridenko auf der Bank, gefolgt von Kreiles 19:20 (42.) und der ersten Gästeführung als Abschluss einer fast siebenminütigen Flaute auf beiden Seiten.

Irre, was die beiden hessischen Rivalen da in die zweite Hälfte alles reinpackten. Auch nach Kreiles 20:21 (43.) waren die MT Talents noch vorn, nach Jannis Kleins Doppelschlag zum 22:21 (44.) schon wieder hinten. Die Gastgeber also erneut vorn, bauten über Möller sogar auf 25:23 (47.) aus. Ehe die nächsten wilden Minuten folgten. Hundegger sah nach seiner dritten Zeitstrafe Rot, mit Kreile und Kopeinigg mussten zwei Melsunger binnen 13 Sekunden runter – doppelte Unterzahl für fast volle zwei Minuten. Prompt baute Möller nochmal auf drei aus ehe die letzten zehn Minuten zur Crunchtime deluxe gerieten. Mit zwar durchgehender Rodgauer Führung, aber jeweils prompter Melsunger Rückannäherung.

Mittendrin: der B-Jugendliche Philipp Kuhlen mit seinem schon dritten Tor zum 28:27, der Vorarbeit zu Kopeiniggs neuerlichem Ausgleich sowie Jonas Lüders 28:29 (58.). Ein Wahnsinnsspiel der Nordhessen in der zweiten Hälfte etwa doch noch zum Sieg? Timo Braun hatte etwas dagegen, pari 95 Sekunden vor Schluss. Ballgewinn Rodgau, sofort Auszeit. Noch 43 Sekunden. Derer noch 31, als Ben Horlebein die HSG zurück nach vorn brachte. Natürlich Auszeit Sviridenko, der letzte Angriff, eine letzte Chance für Melsungen zumindest noch für einen Punkt. Doch die blieb ungenutzt und damit eine klasse zweite Halbzeit, mit ganz viel Abwechslung und höchst spannendem Verlauf, damit am Ende leider unbelohnt.

Statistik
HSG Rodgau/Nieder-Roden: Helfrich, Giannusa; Möller 3, Meyer 4, Braun 1, Schittenkopf, Hundegger, Maul 1, N. Klein 10/2, Horlebein 2, Stark, J. Klein 7, Heide, Ehrlich 2, Zölls – Trainer Benjamin von Stein.
MT Talents: Hüter 1, Rosenbusch, Saueressig; Lange 1, Peter, Lüder 2, Ley, Kreile 5, Kremser 1, Kopeinigg 6/3, Hermenau 3, Hillwig 1, Kuhlen 3, Junge, N. Hüter 2, Hornaff 4 – Trainer Georgi Sviridenko.
Schiedsrichter: Cedric Pignot / Tobias Zinn (Ebersberg / München) - Zeitstrafen 10 : 16 Minuten – Disqualifikation Hundegger (HSG, 3x2 Min. 49.) - Strafwürfe 4/2 : 4/3 - Zuschauer: 92.

Verlauf: 2:0 (4.), 4:3 (7.), 7:5 (11.), 10:7 (16.), 11:10 (19.), 14:10 (23.), 14:13 (25.), 18:13 (29.), 18:14 (Halbzeit) – 18:16 (33.), 19:19 (35.), 19:20 (42.), 20:21 (43.), 22:21 (44.), 25:23 (47.), 27:25 (51.), 28:26 (55.), 28:29 (58.), 30:29 (Ende).

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