
Zum ersten Mal seit genau 112 Tagen ging die MT Melsungen 2 wieder als Sieger vom Feld. Mit 31:30 (14:15) fiel der Erfolg knapp aus und war auch hart erkämpft. Aber mit jetzt 11:19 Punkten nach Abschluss der Hinrunde in der 3. Liga Süd-West ist der Anschluss zum Mittelfeld wieder hergestellt.
Jonas Riecke war nach seiner Verletzung wieder dabei, Jona Rietze nach einem Spiel Pause ebenfalls und auch Max Pregler stand, zum dritten Mal hintereinander, im Kader. Dafür fehlten Bruno Eickhoff und Reynir Thor Stefansson, die beide zeitgleich mit den HBL-Profis in Erlangen um Bundesligapunkte kämpfen mussten. Erneut also viele Umstellungen im Team der MT 2, und das merkte man sofort. Missverständnisse vorn, Lücken hinten, nach wenig mehr als acht Minuten stand es 1:6. Getroffen hatten je zweimal Robin Egelhof und Ante Grbavac aus dem Rückraum sowie Jan-Ole Schimmel vom Kreis und Jose Baptista im Durchbruch.
Ewig lange zehneinhalb Minuten dauerte es, bis Jonas Riecke endlich seinen zweiten Treffer erzielte und eine Serie von Fehlern im Spiel nach vorn beendete. Von da an war es zumindest ein Spiel auf Augenhöhe. Wenngleich kein gutes. Sicher, die Deckung stand inzwischen wesentlich stabiler. Die Fehler im Angriff blieben aber. Da sorgte erst Lino Duketis mit seinem Doppelschlag zum 6:10 (18.) für Abhilfe. Riecke war seine Spielpause zwar noch anzumerken, aber er traf – 7:11 (19.).
Es war der Auftakt zu einem kleinen Lauf, weil plötzlich das Kombinationsspiel klappte. Erst wurde für Benni Fitozovic mustergültig abgeräumt, dann erkämpfte sich der Rechtsaußen einen eigentlich schon verlorenen Ball stark zurück und traf. Nach Rieckes Anschluss war es Zeit für Homburgs erste Auszeit, sein sechstes Tor war der 12:12-Ausgleich (24.). Und als Tim Altmeyer für zwei Minuten runter musste, besorgte Lian Kopeinigg tatsächlich die erste Melsunger Führung. Die bei Halbzeit aber schon wieder Geschichte war, weil Lino Duketis auf die Strafbank musste und Ante Grbavac zweimal traf.
Homburg blieb auch nach dem Seitenwechsel vorn. Weil Egelhof und Grbavac trafen, Riecke und Duketis aber nur die Latte trafen. Dafür gelang Rene Andrei, neben einem erfolgreichen Tempogegenstoß, das wohl kurioseste Tor des Abends. Einen gewonnenen Ball wollte er lang nach vorn auf Jakob König passen. Für den war der Ball aber zu hoch und unerreichbar. Gästekeeper Babian Schommer so war irritiert, dass der Pass unberührt kurz vor ihm aufkam, dass er ihn passieren ließ. Eine kleine Wende zu Gunsten der Hausherren deutete sich an.
Umso mehr als Riecke nicht aufhörte zu treffen. Zweimal zum 21:19 (40.), einen legte Dukeis nach zur Drei.-Tore-Führung der MT 2. Und noch einer traf: Egelhof mit der Hand voll ins Gesicht von Andrei. Sofort glatt Rot war die Folge, aber Homburg zeigte sich unbeeindruckt von der Schwächung. Grbavac war ja noch da und traf zum 23:22, der frisch eingewechselte Robin Nöckel parierte als erste Amtshandlung einen Tempogegenstoß von Fitozovic. Die Partie zwar weiterhin nicht auf höchstem spielerischem Niveau, aber unglaublich packend.
Warum der TVH gerade zu diesem Zeitpunkt abreißen ließ, war nicht zu ergründen. Minutenlang lief urplötzlich gar nichts mehr. Klar, der für Jannik Büde gekommene Pawel Krawczyk hatte seinen Anteil daran. Und vor allem auch Duketis, der hinten unglaublich aufmerksam und vorn treffsicher war. Sein Tempogegenstoß zum 27:22 (48.) und auch sein 30:25 (55.) hätten eigentlich Sicherheit geben müssen. Trotzdem kam Homburg in den Schlussminuten noch einmal zurück. Mit offener Manndeckung und ganz viel Wille. Doch am Ende kamen Peter Gohls zwei Tore in der Schlussminute zu spät, um noch etwas zu verändern.
Statistik
MT Melsungen 2: Büde (7 Paraden / 22 Gegentore), Krawczyk (5 P. / 8 G.), Hüter (n. e.); Riecke 10, Altena, Rietze 1, Wöhler, König, Fitozovic 3, Pregler 2, Wilfer 2, Trogisch 1, Andrei 3, Duketis 7, Kopeinigg 2, Atting – Trainer Florian Weiß.
TV Homburg: Schommer (4 P. / 24 G.), Näckel (3 P. / 7 G.); Grbavac 9, Baptista 5, Altmeyer 3, Resende 1, von Lauppert, Schimmel 2, Schäfer 1, Almeida, Gohl 2, Schneider, Egelhof 7, Ludolph, Szöllösi – Trainer Pedro Vieira.
Schiedsrichter: Thomas Schmidt / Michael Osternig (Groß Gerau / Rodgau) – Zeitstrafen 4 : 6 Minuten – Disqualifikation: Egelhof (TVH, Foul 41:17) - Strafwürfe 0/0 : 0/0 - Zuschauer: 103.
Verlauf: 0:2 (3.), 1:6 (8.), 3:8 (14.), 6:11 (18.), 10:11 (23.), 13:12 (26.), 14:15 (Halbzeit) – 18:17 (37.), 22:19 (41.), 23:22 (43.), 28:22 (49.), 28:24 (53.), 31:26 (56.), 31:30 (Ende).