Talents / 15.10.2026

B-Jugend will den SCM ärgern

Lukas Schild und die B-Jugend der MT Talents gastieren am Samstag beim SC Magdeburg. (Foto: Hartung/MT)

Die B-Jugend der MT Talents trifft am Samstag in der Fremde auf den Handball-Nachwuchs des SC Magdeburg. Anwurf der Begegnung in der Jugendhandball-Bundesliga Vorrundengruppe 3 ist um 16 Uhr.

In den ersten drei Partien einen Sieg, ein Remis, eine Niederlage – da wird das Auswärtsspiel der MT Talents in der Wolfgang-Lakenmacher-Halle Magdeburg im wahrsten Sinne des Wortes richtungsweisend. 

Wobei das so formuliert eigentlich nicht fair ist. Die Anhaltiner sind der erklärte Top-Favorit der Vorrunden-Staffel 3 und haben ihre Ausnahmestellung mit bisher vier Siegen aus vier Partien bei einem Torverhältnis von +44 hinreichend unterstrichen. Alles andere als ein fünfter Sieg käme einer großen, ja sehr großen Überraschung gleich.

Dennoch, so ganz demütig möchte das Lukas Schild nicht stehenlassen: „Magdeburg ist natürlich sehr stark, das haben wir in der Vorbereitung schon einmal zu spüren bekommen. Allerdings denke ich trotzdem, dass wir den SCM über eine griffige Abwehr und guten Torhütern ärgern können. Denn Tore werden wir vorn schon werfen, aber die Abwehr muss halt stehen“, sagt Melsungens Rückraum-Rechter.

Das Selbstvertrauen ist also da und hat auch seinen Grund. Sowohl gegen Braunschweig als auch in Lemgo fehlte nur ein Treffer an der magischen 40, allein Jena fällt mit nur 27 völlig aus dem Rahmen. Dass Schild durchschnittlich fünf Toren pro Spiel beiträgt, verwundert mit Blick auf seine Statur etwas. Umso wertvoller wird er, wenn man seine Vorbereitungen hinzunimmt: „Natürlich ist es nicht immer leicht, wenn man körperlich dem Gegenüber meist unterlegen ist. Aber ich versuche das dann mit meinen eigenen Stärken bestmöglich zu lösen.“ Was nichts anderes heißt als sich oft wendig durchzuschlängeln, mit dem Kreis zusammenzuspielen und seine Mannschaftskollegen effektvoll einzusetzen.

Handball spielt der im Ortsteil Böddiger aufgewachsene Felsberger seit seinem dritten Lebensjahr. Erst im Heimatdorf bei den Minis, drei Jahre später bei der E-Jugend bei Dreiburgenstadt und ab den zweiten C-Jugend-Jahr schließlich für die MT Talents. Brillenträger ist er, was den Kontaktsport Handball nicht einfacher macht. Tennis war auch mal dran, das ging noch problemlos. Aber Handball? Die zuerst ausprobierte Sportbrille schränkte das Sichtfeld ein und wurde ihm „in fast jedem Spiel vom Gesicht gerissen“. Mittlerweile trägt er Kontaktlinsen und kommt damit super klar, Einschränkungen gäbe es im Spiel keine mehr, sagt er.

Dass der Saisonstart holprig war, gesteht er ein. Vor allem die unnötige Pleite in Jena nervt. „Ärgerlich“ findet Schild die leichtfertig verdaddelten zwei Punkte. Schaltet aber dann augenblicklich um und kehrt diese Erfahrung ins Positive. Einen Lernprozess habe das ausgelöst, sagt er. Aus dem die Mannschaft gestärkt herausgekommen sei, wie am Remis in Lemgo, immerhin aktuell Tabellen-Zweiter hinter Magdeburg, klar zu erkennen sei. Warum sollte da nicht auch in Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt was drin sein?

Die MT Talents seien gerade offensiv stark aufgestellt, haben von Shootern über Eins-gegen-eins- bis hin zu Zwei-gegen-zwei-Spielern eine breite Palette. Außerdem mit Oskar Schröder, Nikan Jakob und Kjell Hildebrand ein Trio unterschiedlicher Spielmacher-Typen, das Flexibilität garantiert. „Jeder von uns würde gern in Magdeburg gewinnen“, sagt der 16-Jährige Schild mit Nachdruck. Weil damit das bisher ausgeglichene Punktekonto in die positive Richtung gelenkt würde und der Jena-Lapsus wirklich nur noch als Bestandteil eines Lernprozesses in den Köpfen präsent wäre. (Michael Koch)

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