Bundesliga / 14.12.2025

Alles Pala-Pala in der Rothenbach-Halle

Mehrmals gejubelt: MT-Keeper Kristof Palasics kam gegen den BHC auf 16 Paraden. (Foto: Käsler/MT)

Zum Abschluss der Hinrunde in der DAIKIN Handball-Bundesliga hat die MT Melsungen einen 33:28 (16:14)-Heimsieg gegen den Bergischen HC bejubelt.

In der Kasseler Rothenbach-Halle war am Sonntagnachmittag alles Pala-Pala. Warum? Nach einem verdienten 33:28 (16:14)-Erfolg gegen den Bergischen HC haben die Fans der MT Melsungen mit Pala-Pala-Rufen ihren Schlussmann gefeiert. Mit 16 Paraden avancierte Kristof Palasics zum Mann des Spiels. Ebenfalls herausragend an diesem 17. Spieltag: Vlad Kulesh, der neun Treffer zum Heimsieg beisteuerte. 

Zwei daneben, zwei von Christopher Rudeck pariert und ein technischer Fehler. Das war die MT-Bilanz nach fünf Minuten. Das sah beim BHC besser aus: dreimal Jubel nach Treffern der Aufbaureihe Johannes Wasielewski, Sören Steinhaus und Nico Schöttle. Erst danach kam Melsungen im Spiel an. Passenderweise mit zwei Treffern von Florian Drosten, dessen Vertragsverlängerung bis 2028 bereits vor dem Anpfiff für Jubel gesorgt hatte. Den 3:3-Ausgleich besorgte Olle Forsell Schefvert nach zehn Minuten. Fehlstart vermieden, auch weil Palasics sofort auf Betriebstemperatur war. 

Der Ungar blieb weiter heiß. Bärenstark, wie er mehrere Würfe entschärfte und seinen Vorderleuten die Möglichkeit gab, ein kleines Polster aufzubauen. Sechsmal hintereinander schlug es bei Rudeck ein, ehe die Bergischen sich in der Ergebnisarbeit zurückmeldeten. Dann zwar konstant einem Rückstand hinterherliefen, aber dranblieben. Bei der MT lief es auf der linken Seite prima: viermal Drosten und dreimal Kulesh hießen die Haupttorschützen bis zum 11:9 (23.), das der Weißrusse auf Kempa-Zuspiel von Dainis Kristopans erzielte.

Beim BHC war keine Schokoladenseite zu erkennen, was es für die rot-weiße Deckung nicht einfacher machte. Da setzte sich links Noah Beyer ebenso durch wie halbrechts Johannes Wasielewski. Auch Aron Seesing sorgte am Kreis ordentlich für Betrieb, so dass Melsungen nicht wegkam. Nach Ruben Marchans 16:13 kurz vor der Pausensirene sah es besser aus, aber Schöttle jagte das Leder in allerletzter Sekunde noch aus gut 14 Metern ins obere Eck.

Bis auf Beyers Anschluss passierte eingangs der zweiten Hälfte nicht viel auf der Anzeigetafel. Beiderseits leidenschaftliche Abwehrarbeit und, wenn die doch mal ausgehebelt war, mit Palasics und Rudeck starke Keeper prägten das Geschehen. Kristopans hatte Pech mit seinem Wurf an die Latte, nach langen sieben Minuten traf abermals Beyer zum Ausgleich, diesmal von der Siebenmeterlinie. Alles auf Null also in einem mittlerweile packenden Schlagabtausch.

Glück hatte Nikolaj Enderleit beim 18:17 (40.), dass Rudeck der fast schon parierte Ball noch durch die Hände rutschte. Kein Glück brauchte Kulesh für seine Geschosse zum 19:18 und 20:19 (42.). Es ging hin und her, den kleinen Unterschied machte einmal mehr Palasics, der mit seiner Glanztat gegen Beyer das 21:19 durch Kastening vorbereitete 44.). Das hatte etwas von vorgezogener Crunchtime, in der gefühlt jeder zweite Angriffszug im angezeigten passiven Spiel ankam. Kein Wunder, dass beide Trainer bereits in dieser Phase um die 45. Minute herum ihre jeweils zweite Auszeit nahmen.

Wobei die Ansprachen von Roberto Garcia Parrondo offenbar mehr fruchteten. 3:0-Lauf zum 24:20 (48.) durch Drostens Siebenmeter, kurz darauf Forsell Schefverts 26:21 und gefühlt eine kleine Vorentscheidung mit noch neun Minuten auf der Uhr. Vor allem zwei Gäste wollten sich noch nicht geschlagen geben: Beyer und Steinhaus.

Steinhaus‘ Treffer zum 28:25 (56.) weckte noch einmal kurz Hoffnungen auf Zählbares bei den Bergischen. Die Mandic, Palasics mit Glanztat gegen Seesing sowie Kulesh zum 30:25 dreieinhalb Minuten vor Ultimo endgültig zunichtemachten. Dass dann Schöttle nochmal aufwachte, spielte keine Rolle mehr, denn seine Tore wurden umgehend von Enderleit und Marchan beantwortet. 

Dass der krönende Abschluss Kulesh mit dem Tor zum Endstand und Palasics mit seiner 16. Parade gehörte, passte ins Bild der überragenden Leistungen beider an diesem Nachmittag. 

Stimmen

Roberto Garcia Parrondo: Wir sind sehr zufrieden mit diesem Sieg und einem starken Spiel von uns. In der ersten Halbzeit hatten wir noch ein paar Probleme im Angriff, in der zweiten lief es besser. Der BHC ist eine Mannschaft mit sehr hoher Intensität, es ist nicht einfach, gegen sie zu spielen. In ein paar Tagen haben wir noch einmal ein Spiel gegeneinander, das wir ebenfalls gewinnen wollen. Aber das wird nicht einfach, es wird ein völlig anderes Spiel sein.

Markus Pütz: Glückwunsch zu zwei verdienten Punkten nach Melsungen. Wir hatten vor dem Spiel nur eine einzige Trainingseinheit, deshalb sind wir mit vielen Sachen sehr zufrieden. Palasics hat für Melsungen ein starkes Spiel gemacht und war der Matchwinner. Bis zur 43. Minute konnten wir es ausgeglichen halten, dann sind wir in Rückstand geraten und im Anschluss zu passiv geblieben. Wir nehmen viel von hier mit und werden es hoffentlich am Donnerstag zu Hause besser machen.

Statistik

MT Melsungen: Palasics (16 Paraden / 28 Gegentore), Bartucz (n.e.); Marchan 5, Enderleit 5, Mandic 2, Sipos, Kristopans 1, Ignatow, Drosten 6/2, Kulesh 9, Arnarsson, Forsell Schefvert 3, Eickhoff, Darmoul, Kastening 2, Ntanzi – Trainer Roberto Garcia Parrondo. 

Bergischer HC: Rudeck (8 Paraden / 27 Gegentore), Diedrich (1 P. / 6 G.); Beyer 9/3, Servos, Becher, Schöttle 6, Babarskas 1, Kooij 1, Babak, Püttmann, Fuchs, Seesing 4, Steinhaus 4, Wasielewski 3 – Trainer Markus Pütz.

Schiedsrichter: Marvin Cesnik (Gummersbach) / Jonas Konrad (Gummersbach); Spielaufsicht: Kay Holm.

Zeitstrafen: 4 – 6 Minuten (Enderleit 27:18, Sipos 43:37 – Steinhaus 6:03, Babarskas 29:55, Kooij 52:31)

Strafwürfe: 3/2 – 3/3 (Rudeck hält Wurf von Drosten 24:55) 

Zuschauer: 3.972 in der Rothenbach-Halle, Kassel

Spielstände: 0:3 (5.), 6:3 (15.), 7:6 (19.), 11:9 (23.), 13:12 (28.), 16:13 (30.), 16:14 (30.) HZ – 16:16 (38.), 21:19 (44.), 24:20 (48.), 26:21 (51.), 27:24 (55.), 30:25 (57.), 32:27 (59.), 33:28 (60.) Endstand. 

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