Talents / 15.12.2025

Alle 40 Sekunden hat's geklingelt

35 von 52 Toren gingen auf das Konto von Felix Kühlbauch, Philipp Kuhlen, Marlon Junge und Tede Wetzel (Archivfoto: Heinz Hartung)

Die MT Talents haben es zum Abschluss der Vorrunde in der Jugendhandball-Bundesliga noch einmal richtig krachen lassen. Mit einem rekordverdächtigen 52:38 (28:18) bei der JSG LIT 1912 stockten die B-Jugendlichen ihr Punktekonto für die ab Januar anstehende Pokalrunde auf sechs Zähler auf, die sie aus den Spielen gegen Dutenhofen/Münchholzhausen und LIT dorthin mitnehmen.

Schon das Hinspiel war mit 69 Toren ein Offensivspektakel, das Rückspiel mit 90 nun umso mehr. Da gab es von Anfang an kein Halten, es wurde gnadenlos zur Attacke geblasen. Und das zunächst auf beiden Seiten. Da geriet das Protokollieren der Tore zur Schwerarbeit, weil ein Angriff nach dem anderen erfolgreich abgeschlossen wurde. Erst führte Melsungen, dann LIT, erneut übernahmen die Nordhessen, der Nettelstedter Nachwuchs zog abermals vorbei – um doch wieder die MT Talents vorzulassen. Es wechselte kunterbunt im Halbminutentakt, nach gerade einmal knapp acht Minuten hieß es schließlich 7:7.

Das sollte dann aber der letzte Ausgleich der Partie sein, den Vincent Möhle da für die Gastgeber erzielte. Im Anschluss brannte Melsungen ein wahres Feuerwerk ab. Je zweimal Kjell Hildebrand und Philip Kuhlen, dazu Bruno Winkler und Marlon Junge stellten auf 7:13 (12.). Es gab keine Chance für die Ostwestfalen, da Schritt zu halten. Einzig Arne Reinhold, der sich schon im Hinspiel ein Wettschießen mit Kuhlen lieferte (beide erzielten Mitte Oktober je 16 Tore), traf einmal, dann schraubte Kuhlen auf 8:15 hoch – nach zwölfeinhalb Minuten.

Zugegeben, diese Frequenz wurde bis zur Pause nicht gehalten. Nach 20 Minuten waren es nach Junges 10:23 schon deutlich dreistellig, dann ließen es die Bartenwetzer für zehn Minuten etwas ruhiger angehen. Es reichte aber immer noch für satte zehn Tore Vorsprung nach den ersten 30 Minuten. Der untergeordnete Zwischenstand im Duell Reinhold gegen Kuhlen: 9:11.

Aber nicht nur diese beiden wussten in Sachen Trefferquote zu überzeugen, auch Junge feuerte aus allen Rohren. Unwiderstehlich arbeiteten die MT Talents daran, im Schnitt pro Minute ein Tor zu machen. Und hatten das mit Linus Schröders 20:32 in der 32. Minute geschafft. Unglaublich, mit welcher Energie das Tempo hochgehalten und der Abschluss gesucht wurde. Auch als Bruno Winkler für zwei Minuten runter musste, packte Junge zwei drauf. Sie ließen sich einfach durch nichts beirren.

So ganz ließ sich die Frequenz mit fortschreitender Spielzeit irgendwann doch nicht mehr halten. Betrug der Vorsprung auch mehrfach 15 Tore, wehrten sich die Gastgeber dennoch mit allem, was sie hatten. Das war selbstverständlich in erster Linie Spielmacher Reinhold, der sein Duell gegen Kuhlen offen halten wollte. Was er am Ende nicht schaffte. Dennoch war es bemerkenswert, dass sich die Nettelstedter nie komplett aufgaben. Am Ende eines kleinen Zwischenspurts, als die Melsunger mal ein wenig durchschnauften, waren nach Nick Riechmanns 28:40 (45.) wieder drei abgeknabbert vom Rückstand.

Der gegen Ende der Partie jedoch wieder leicht anwuchs. Auf 16 nach Wetzels 29:45 (50.), auf 17 nach Clemens Rodes 31:48 (54.). Die magische 50 knackte Wetzel per Siebenmeter vier Minuten vor Schluss, als die Partie bereits am austrudeln war. Und es sprach durchaus für die Hausherren, dass sie sich im Angesicht der hohen Niederlage in Sachen Differenz noch einmal verbessern konnten. Dass die mit 38:52 letztendlich rekordverdächtig torreich ausfiel war die eine Sache. Dass sie nicht komplett auseinanderbrachen eine andere, durchaus auch positive. Und das kleine Duell Reinhold gegen Kuhlen? Ja, das gewann der Melsunger am Ende richtig knapp mit 16:15.

Statistik
JSG LIT 1912: Kiel, Östreich; Buß 1, Riechmann 6, Raulwing, Ransiek 6/3, Beiderwieden 2, Kuschinski, Wischnewski, J. Möhle, V. Möhle 8, Reinhold 15/2 – Trainer Jona Finke.
MT Talents: Knopp, Hahn, Sanchez Martin; Schild, Kühlbauch 5, Schröder 4, Kuhlen 16/1, Junge 10/2, Rode 2, Winkler 3, Wetzel 4/1, Schmidt 2, Hildebrand 6 – Trainer Max Pregler.
Schiedsrichter: Marcel Seeger / Luk Landwehrmann (HV Westfalen) – Zeitstrafen 6 : 12 Minuten – Strafwürfe 6/5 : 4/4 - Zuschauer: 51.

Verlauf: 1:0 (1.). 2:3 (3.), 6:5 (7.), 7:7 (8.), 7:13 (12.), 10:23 (20.), 15:25 (25.), 18:28 (Halbzeit) - 20:35 (34.), 24:38 (40.), 28:42 (46.), 31:48 (54.), 35:50 (56.), 38:52 (Ende).

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