
Für beide Jugendbundesliga-Teams der MT Talents stehen am Samstag die finalen Saisonspiele an. Dabei schwingt ein Hauch von Abschied mit.
Georgi Sviridenkos A-Jugend fährt in der Zweitliga-Staffel Süd zum TVB Stuttgart (Gemeindehalle Bittenfeld, 17.15 Uhr), Max Preglers B-Jugend empfängt in der Pokalrunde B die SG Flensburg-Handewitt (Stadtsporthalle Melsungen, 17.30 Uhr).
A-Jugend: Aufstieg nur noch Theorie
„Das letzte Wochenende war hart, da ist ein Traum geplatzt“, sagt Jonas Lüder im Rückblick auf die bittere Niederlage gegen Bietigheim. Der Staffelsieg und das Pokalendspiel nicht mehr erreichbar, der zweite Platz mit einer Quali-Chance zum Aufstieg zurück in die erste Liga abhängig davon, dass Pforzheim in München ebenso verliert wie Budenheim in Coburg. Und dann muss ja selbst auch noch in Stuttgart doppelt gepunktet werden.
Vor diesem Hintergrund ist es schwer, ein eigentlich klares Ziel für die bevorstehende Begegnung in passende Worte zu fassen. Auch da erweist sich Lüder als Allrounder im Team und bewältigt die gestellte Aufgabe souverän: „Wir müssen da trotzdem seriös ran. Es ist für Julian Kreile, Alessandro Kremser und für mich unser letztes Jugendspiel. Wir sollten versuchen, das zu einem guten Abschluss zu bringen. Aber Stuttgart ist ein starker Gegner, da erwarten wir ein enges, spannendes Spiel.“
Die Sache mit dem Übergang in den Männerbereich beschäftigt den 18-Jährigen. Es macht ihn sogar traurig, wie er sagt. Denn da sei viel Dankbarkeit für das, was ihm in seiner Zeit bei den MT Talents vergönnt war. Ein Kapitel findet in Stuttgart seinen Abschluss, dafür wird sich ein neues zur kommenden Saison öffnen. Wo und in welchem Trikot, das sei derzeit noch offen. In jedem Fall aber freue er sich auf die Herausforderungen, die im Erwachsenenbereich auf ihn zukommen.
Aber jetzt sind die Augen erst einmal voll auf Stuttgart gerichtet. Und es gibt ihn immerhin noch, diesen minimal glimmenden Funken. Wer hätte vor dem Bietigheim-Spiel letzte Woche schon auf die Gäste gesetzt? Also gilt nun Daumendrücken für München und Coburg – und in jedem Fall zwingend doppelte Punktausbeute in Stuttgart einfahren. Selbst wenn es am Ende nur eine für Lüder, Kreile und Kremser zum ordentlichen Abschluss ihrer handballerischen Jugendzeit ist.
B-Jugend: Mit gutem Gefühl aus der Saison gehen
Die Nachricht der Woche für die MT Talents hatte erst einmal gar nichts mit dem bevorstehenden Spiel zu tun, sondern betraf allein Bruno Winkler. Der war nämlich zu einer Sichtung des Hessischen Handballverbandes eingeladen und hatte dort das Trainergespann um Landestrainer Rastislav Jedinak von sich überzeugt. Sein Lohn: Die Berufung zum ersten Lehrgang der neu zu bildenden U16-Nationalmannschaft des DHB Ende März in Warendorf. „Es fühlt sich gut an, so ein positives Feedback zu bekommen“, freut er sich. Da geht es nun natürlich mit zusätzlichem Rückenwind ins letzte Bundesligaspiel der Saison.
Mit den Norddeutschen ist noch eine Rechnung aus dem Hinspiel offen, das hauchdünn mit einem Tor an die SG ging. Deshalb habe er sich mit seiner Mannschaft vorgenommen, „zu zeigen, wie hart wir gearbeitet haben und zum Abschluss nochmal alles auf der Platte zu lassen“, sagt Winkler.
Seit dem zweiten D-Jugendjahr ist der Schenklengsfelder nun schon bei den MT Talents, wurde von Jugendtrainer Peter Martinez entdeckt und aus dem Osthessischen an die Fulda geholt. Mit Beginn seiner ersten Bundesligasaison im vergangenen August zog er in der Jugend-WG ein und besucht aktuell die 10. Klasse der benachbarten Gesamtschule. Ein Pendeln wäre angesichts der Trainingszeiten auf Bundesliga-Niveau gar nicht möglich.
Die Berufung zum Lehrgang der Nationalmannschaft gibt Winklers persönlichen Zielen Nachdruck. „Ein Vorbild für mich ist Florian Drosten. Der spielt die gleiche Position wie ich, hat auch die Jugend der MT Talents durchlaufen und es bis in die erste Liga geschafft. Da will ich in ein paar Jahren auch sein“, formuliert der 15 Jahre alte Linksaußen sein ambitioniertes Vorhaben. Dem für das Match gegen Flensburg noch eine Sache wichtig ist. Er werde die in die A-Jugend aufrückenden 2009er vermissen, mit denen er sich sehr gut verstehe, sagt er. Weshalb er mit ihnen gemeinsam unbedingt positiv und mit einem abschließenden Sieg aus der Saison gehen möchte. (Michael Koch)
