
Mit zwei Auswärtsaufgaben gehen die A- und B-Jugend der MT Talents in das kommende Jugendbundesliga-Wochenende.
Die A-Jugend reist in der 2. Liga Staffel Süd zur SG Pforzheim/Eutingen (Sonntag, 14 Uhr, Bertha-Benz-Halle Pforzheim), der Weg der B-Jugend führt in JBLH-Vorrundengruppe 3 zum HBV Jena 90 (Samstag, 16:30 Uhr, Sporthalle im SBSZ Jena-Göschwitz).
A-Jugend mit Max Hermenau vor zweitem Spitzenspiel in Folge
Es ist erst der zweite Spieltag der Saison, aber die MT Talents haben mit der SG Pforzheim/Eutingen bereits den zweiten Top-Favoriten der Zweitliga-Südstaffel vor der Brust. Ihre erste Aufgabe gegen Vorjahres-DHB-Pokalsieger HT München bestand die Mannschaft von Trainer Eugen Gisbrecht mit Bravour und einem erst spät abgesicherten, aber doch souveränen Sieg. Bei dem neben Torhüter Leon Rosenbusch vor allem Spielmacher Max Hermenau herausragte.
Der 18-Jährige überzeugte nicht nur wegen seiner elf Tore, sondern hatte von kraftvollen Durchbrüchen über raffinierte Heber bis hin zu eisernen Nerven beim Siebenmeter die ganze Palette an Handball-Finesse parat. Um dennoch nach nochmaliger Ansicht der Aufzeichnung bescheiden zu relativieren, dass es „auf jeden Fall noch besser geht“. Ein ebenso demütiges wie gleichzeitig knackiges Statement in Richtung der Konkurrenz, das er sogleich noch konkretisiert: „Wir sind schon auch Mitfavoriten in der Staffel.“
Mit seinem unwiderstehlichen Zug dorthin, wo es auch mal wehtun kann, ist Hermenau, dessen Muskelpakete das Resultat der Aufbauarbeit vergangener Jahre sind, aktuell der Gegenpart zum filigraneren Positionskollegen Lennox Reichardt. Eine Kombi, die die Spielsteuerung der MT Talents unberechenbar macht. In jedem Fall sind die körperlichen Grundlagen eine ordentliches Faustpfand für das große Karriereziel des Sportfans, der sich neben Handball auch noch für Basketball und Football begeistern kann: „Ich möchte natürlich Profi werden und auch mal Champions League spielen.“
B-Jugend setzt auf umgelernten Kjell Hildebrand
Ein wenig ungewohnt war das schon zum Saisonauftakt. Da zieht der etatmäßige Kreisläufer plötzlich die Fäden im Rückraum – und macht das ganz hervorragend. Kjell Hildebrand war damit sicher einer der Matchwinner beim Sieg gegen Braunschweig. „Durch einige Verletzungen ist unser Kader etwas minimiert. Meine Veränderung zur Mitte hin war da schon ein wenig klar. Ich habe in der C-Jugend schon Erfahrung dort gesammelt und bringe durch meine Größe auch gute Voraussetzungen mit“, sagt der 16-Jährige.
Seine persönliche Weiterentwicklung zum Dreh- und Angelpunkt steht im Einklang mit dem allgemeinen Bild der Mannschaft von Trainer Max Pregler. Die zeigt sich zur neuen Saison aufgefrischt und vor allem in der Breite außerordentlich ausgeglichen wie auch flexibel besetzt. Die Vielfalt der individuellen Möglichkeiten, auch der aufgerückten Akteure aus der C-Jugend, sei ihre Stärke, sagt Hildebrand. Mit Finn Höhle, Oskar Schröder, Nikan Jakob und jetzt auch ihm selbst habe man mehrere zweikampfstarke Mittelspieler, dazu Antonio Fabijanic als Rückraumwaffe, das sei geballte Power. Für ihn, der in seiner Freizeit gern auch mal den Tennisschläger schwingt, spiele die eigene Position nur bedingt eine Rolle: „Ich spiele da, wo ich gebraucht werde. Wenn das im Rückraum ist oder auf außen, dann ist das halt so.“
Gegen Jena ist die Marschrichtung klar: Zwei Punkte sollen her. Vor zwei Jahren kreuzten sich die Wege beider Vereine schon einmal in der Jugendbundesliga der B-Jugend. Damals feierten die MT Talents zwei recht deutliche Siege. Klar sei das eine zusätzliche Motivation, diese kleine Serie auszubauen, sagt Hildebrand. Aber die beiden Erfolge der Vergangenheit würden nicht dazu führen, die Thüringer auf die leichte Schulter zu nehmen. Dennoch kommt es mit Bestimmtheit heraus: „Ich bin selbstbewusst, dass wir gewinnen werden!“ Möglicherweise wieder mit ihm, dem Kreisläufer, als Regisseur. (Michael Koch)