
Die A-Jugend der MT Talents hat ihre Auswärtshürde beim HSC 2000 Coburg mit 32:27 (17:17) nach durchwachsener erster Halbzeit am Ende doch souverän genommen. Sie bleibt damit erster Verfolger von Spitzenreiter HT München in der 2. Jugendhandball-Bundesliga Süd.
Ohne U17-Weltmeister Kim Hüter, der fast zeitgleich mit der MT Melsungen 2 in der 3. Liga antreten musste, dafür aber mit dem zuletzt formstarken Leon Rosenbusch zwischen den Pfosten brauchte es einige Minuten, bis die Nordhessen so richtig drin waren in der Partie. Der Schlussmann parierte auch in Coburg gleich zweimal und hatte guten Anteil daran, dass die MT Talents nicht nur jeweils in Vorlage gingen, sondern durch Stanley Langes Doppelpack zum 4:6 nach sechseinhalb Minuten alles ordentlich im Griff hatten.
Bis dahin fiel auf, dass die Gastgeber im Positionsangriff aufreizend lange passten, bis sich irgendwo eine Lücke in der Melsunger Deckung bot, in die ihr jederzeit torgefährliches Rückraum-Trio stoßen konnte. Dem gegenüber stand das überlegte, sehr breit angelegte Spiel der Nordhessen. Da wanderte der Ball bevorzugt in die Nahwurfzonen auf den Flügeln oder an den Kreis, wo sich Alessandro Kremser nach seiner überstandenen Verletzung eindrucksvoll zurückmeldete. Die Führung verfestigte sich, Noah Hüter vollstreckte, eingelaufen aus ungewohnter Rechtsaußen-Position, vom Kreis zum 7:10 (16.).
Doch so langsam schlichen sich Fehler im Aufbau ein, Coburgs Innenblock machte in der Mitte sowohl gegen Julian Kreile als auch Max Hermenau einen guten Job. Rosenbusch hielt noch einen kleinen Keeper-Vorteil gegen Paul Müller, aber vorn ging zu viel verloren. Der HSC kam ran, glich durch Valentyn Yaroshenko zum 14:14 (26.) erstmals wieder aus und ging durch Marek Wetzls 16:15 (29.) durch die Beine Rosenbuschs sogar erstmals in Führung. Stimmung in der BGS-Halle zur Pause, auch wenn Lian Kopeinigg per Siebenmeter noch ausglich.
Zurück aus der Kabine, rührten die Nordhessen sprichwörtlich Beton an. Und was für welchen! Philip Hornaffs Wurf ins gerade verlassene Coburger Tor konnte Wetzl gerade noch kontern, dann war Schluss. Obwohl auch die MT Talents nach Damian Deists 18:19 (34.) knapp fünf Minuten ohne Torerfolg blieben, wollte Coburg rein gar nichts mehr gelingen. Was mit ein Verdienst des B-Jugendlichen André Peter war, der hinten die Position von Felix Hillwig übernahm und sogar mit Hornaff im Innenblock deckte.
Als Kremser den Bann brach zogen die Melsunger binnen kürzester Zeit durch noch zweimal Kremser und Lange auf 18:23 (43.) davon. Ehe nach mehr als zehn Minuten Flaute auch Knoth wieder einstieg. Doch da war es schon zu spät, hatten die MT Talents Sicherheit gefunden. Zeigten weiterhin das wesentlich variablere Spiel, nutzten die gesamte Breite des Feldes aus. Und hatten in Kremser den entscheidenden Akteur, der sich glänzend zu positionieren wusste, alle Anspiele sofort unter Kontrolle bekam und sicher abschloss. Bis zur 50. Minute kamen weitere drei Treffer für ihn dazu, mit 21:28 war die Partie zu diesem Zeitpunkt bereits durch.
Da war die verbleibende Zeit auf der Uhr eine reine Pflichtaufgabe geworden, zumal Rosenbusch mittlerweile klar die weit bessere Bilanz gegenüber Müller aufwies. Und die Melsunger hatten auch längst auf eine offensivere 6:0-Variante umgestellt, um den HSC schon weit vor dem eigenen Torraum unter Druck zu setzen. Es waren viele Kleinigkeiten, die sich am Ende zu einem richtigen Bündel an Gründen aufaddierten und den letztlich doch recht klaren Unterschied machten. So drohte Coburg nach Langes 22:30 (54.) sogar eine richtige Klatsche. Die das Team von Trainer Margots Valkovskis dann aber doch vermeiden konnte. Wenngleich es in der zweiten Halbzeit auf dem Feld letztlich doch viel klarer war als es das reine Ergebnis schließlich ausdrückte.
Statistik
HSC 2000 Coburg: Müller (8 P. / 21 G.), Kaliszewski (bei zwei Siebenmetern, 1 P. / 1 G.), Bauer (5 P. / 10 G.); Bertges, Yaroshenko 6/1, Bijelic 1, Knoth 4, Thaqi 1, Vorsthofen, Zapf, Röseler, Wesser, Pfafenroth, Wetzl 9, Schindler 6/5 – Trainer Margots Valkovskis.
MT Talents: Rosenbusch (16 P. / 26 G.), Saueressig (bei einem Siebenmeter, 0 P. / 1 G.); Deist 1, Lange 7, Peter, Ley, Kreile 1, Kremser 9, Kopeinigg 6/3, Hermenau 1, Hillwig 1, Junge, N. Hüter 1, Hornaff 5 – Trainer Georgi Sviridenko.
Schiedsrichter: Maurice Ölsner / Moritz Pach (Dresden / Flöha) - Zeitstrafen 10 : 6 Minuten – Disqualifikation: Vorsthofen, HSC, 3x2 Min.) - Strafwürfe 6/6 : 4/3 - Zuschauer: 56.
Verlauf: 0:1 (1.), 3:3 (5.), 5:7 (8.), 6:9 (13.), 9:10 (19.), 12:14 (24.), 16:15 (29.), 17:17 (Halbzeit) – 18:18 (33.), 18:23 (42.), 20:27 (48.), 22:30 (54.), 25:30 (57.), 27:32 (Ende).