
Vor zwei ebenso anspruchsvollen wie wichtigen Aufgaben stehen die beiden Jugend-Bundesligisten der MT Talents am Wochenende. Die B-Jugend tritt bereits am Samstag um 14 Uhr in Guxhagen gegen die TSV Burgdorf an. Am Sonntag reist die A-Jugend zur SG Pforzheim-Eutingen, wo das Spiel um 16 Uhr angepfiffen wird.
A-Jugend ausgeruht zum Spitzenspiel
Die letzte Partie liegt drei Wochen zurück. Gegen die HSG Nieder-Roden bauten die Melsunger ihre Saisonbilanz auf vier Siege aus fünf Partien aus, konnten sich danach in aller Ruhe auf das anstehende Spitzenspiel der 2. JBLH Staffel Süd einstimmen. „Wir haben die Zeit durchtrainiert und dazu genutzt, uns schon frühzeitig auf unseren Gegner vorzubereiten“, sagt Jonas Lüder. Die Mannschaft habe sich einige Dinge erarbeitet, um Pforzheim vielleicht überraschen zu können und fahre mit einem guten Gefühl gen Süden.
Die Badener sind bisher noch ohne jeden Punktverlust der erste Verfolger von Spitzenreiter HT München. Herausragender Akteur der SG war bisher Finn Meißner. Der Linkshänder traf beim vorangegangenen Aufeinandertreffen seiner Mannschaft mit dem DJK Budenheim allein 17mal, stockte sein Konto damit auf 57 Tore aus fünf Spiele auf und sicherte die weiße Weste beim knappen 32:31 praktisch im Alleingang. Ihn zu kontrollieren dürfte die Hauptaufgabe der Deckung um Lüder sein.
Melsungens Halblinkem kommt neuerdings die bei der MT 2 in der 3. Liga gesammelte Spielpraxis zugute. „Man nimmt da schon sehr viel mit. Männerhandball ist ein gutes Stück vom Jugendhandball weg, aber man lernt schnell und baut sich ordentlich Erfahrung auf“, sagt Lüder. Besonders die Körperlichkeit sei völlig anders und die Ausgebufftheit seiner erwachsenen Gegner versuche er für sich zu adaptieren. Darüber hinaus gebe es insbesondere im Angriff viel Input, was neue Varianten oder das Lösen verschiedener Situationen betrifft. Allerdings, auch das gehört zum Lernstoff, dürfe man die in der 3.Liga geforderte Robustheit nicht in die Jugendbundesliga mitnehmen, sondern müsse sich regulieren und anpassen.
Wertvoll macht den Allrounder seine Anpassungsfähigkeit auch auf anderer Ebene. Bei Not am Mann spielt er seine Wendigkeit nämlich auch am Kreis aus oder wechselt auf die Außenbahn. „Ich spiele alles gern. Wo mich der Trainer hinstellt, das Team es braucht oder es die Situation erfordert, fühle ich mich wohl“, unterstreicht Lüder seine Variabilität. Die am Sonntag vielleicht auch ein Teil der Überraschungen für Pforzheim sein könnte.
B-Jugend spielt in Guxhagen
An ungewohnter Stätte müssen die MT Talents am Samstag um 14 Uhr gegen die TSV Burgdorf ran. Weil die Melsunger Stadtsporthalle anderweitig belegt ist, findet das Spiel in der Kreissporthalle Guxhagen statt.
An der generellen Ausgangslang ändert das indes nichts. Ein Sieg wäre Pflicht, um die Hoffnung auf eine Teilnahme an der Meisterrunde der Jugendhandball-Bundesliga aufrecht zu erhalten. Nur die hält die Tür für eine automatische Neuqualifikation zur kommenden Saison offen, nur die eröffnet die Möglichkeit, weiter um die Deutsche Meisterschaft zu kämpfen.
Ausgerechnet gegen den Top-Favoriten der Staffel ist das eine echte Herausforderung, zumal das Hinspiel rein vom Endergebnis deutlich verloren ging. Aber Burgdorf ist beileibe nicht unantastbar, wie Bissendorf bei seiner überaus knappen Niederlage und Lemgo sogar beim Sieg gegen die Niedersachsen gezeigt haben. Dazu kommt, dass die Melsunger beim 34:40 Mitte September über 50 Minuten hervorragend mithielten und erst im Endspurt abreißen lassen mussten.
Die Hoffnung auf Zählbares erwächst zudem aus dem letzten Sieg über Dutenhofen. Auch in dieses Spiel gingen die MT Talents mit der Hypothek einer klaren Auswärtsniederlage, drehten den Spieß aber komplett um und holten sich letztlich sogar noch den besseren direkten Vergleich gegenüber den Mittelhessen. Was in der Endabrechnung im Kampf um den so wichtigen dritten Staffelplatz entscheidend sein kann. Gelänge ein ähnlicher Coup gegen Burgdorf, wäre die Mannschaft von Trainer Max Pregler nach dem misslungenen Saisonstart plötzlich wieder voll im Geschäft.