
Der MT Melsungen 2 klebt das Pech an den Hacken. Trotz guter Leistung blieb ihr engagierter Auftritt beim 31:32 (17:16) gegen die Ahlener SG unbelohnt. Eine Woche vor dem elektrisierenden Nordhessen-Derby hatte sich trotz der Niederlage vor allem kämpferisch niemand etwas vorzuwerfen.
Einen Monat nach dem erfolgreichen Saisonauftakt gegen Varel durfte die MT 2 erstmals wieder in heimischer Halle ran. Mit entsprechend großer Motivation ging’s zur Sache, insbesondere bei Leander Altena. Der war gleich viermal erfolgreich zum 4:2 nach fünf Minuten. Irres Tempo – auf beiden Seiten! Allerdings, auch das beiderseitig, fand konsequente Abwehrarbeit nur theoretisch statt. Viel zu viele Lücken, alleingelassene Torhüter, die Anzeigetafel mächtig beschäftigt. Es waren noch keine zehn Minuten gespielt, da stand es Jan Hegemanns Treffer bereits 7:7.
Ganz so ging es natürlich nicht weiter. Die Deckungsreihen wurden stabiler, packten energischer zu. Vor allem auf Ahlener Seite, wo schon nach 16 Minuten Shane Kerber sein Trikot ausziehen durfte. Er hatte Jakob König bei dessen Tor zum 11:8 im Sprung noch gefällt. Aber der Spielstand dokumentierte es: Melsungen war klar obenauf, hatte sich die besseren und zwingenderen Chancen erarbeitet und in Jannik Büde den besseren Schlussmann.
Ahlen verteidigte weiterhin zu forsch. Das musste erst Max Pregler, erkennen, der beim 13:10 (20.) noch von Til-Colin Schmidt eine mitbekam und für den Rest der ersten Hälfte raus musste. Dann schickte Jan Weiß René Andrei auf die Bretter, kassierte dafür die nächste Rote Karte. Es war schon eine rüde Gangart da in der Nahkampfzone vor dem Gästetor. Ahlen konnte es aber auch besser. Sie robbten sich ran und kamen durch Jonas Stübers 14:15 (28.) gar zur ersten Führung. Die mit Benni Fitozovics Durchbruch in allerletzter Sekunde noch vor der Pause wieder gedreht war.
Pregler kam nach Wiederbeginn zurück, verlieh der Abwehr wieder mehr Stabilität. Das wiederum half Kim Hüter, der gleich zweimal glänzend parieren konnte. Vorn war Jason Wilfer nicht zu halten: Doppelschlag zum 20:16 (34.). Das war schon klasse was die MT 2 da bot. Selbst gegen Ahlens offensive 3:3-Abwehr gab es dank Elias Wöhlers Beweglichkeit Lösungen. Das Spiel insgesamt inzwischen wesentlich besser anzuschauen als im ersten Durchgang, Melsungen noch vorn, Ahlen aber dank Jonas Stübers Erstliga-Erfahrung und seinem 23:21 (42.) wieder auf Tuchfühlung.
Nur dreieinhalb Minuten später war alles ganz anders. Mit Schmidts Tempogegenstoß zum 24:25 waren die Hausherren ihre Führung los, Elian Brill setzte noch einen ins leere Tor drauf. Weitere zweieinhalb Minuten brauchte die SG, um durch Stüber auf 25:28 (47.) zu erhöhen. Keine zehn Minuten hatte es für ihren 10:3-Lauf gebraucht. Bei den Gastgebern lief in dieser Phase gar nichts mehr von dem, was vorher prima geklappt hatte.
Hüters Paraden und Fitozovics homorlose Würfe brachten die Nordhessen wieder heran, ehe Keno Danzenbächer eingriff. Sogar ein Tor erzielte der lange Ahlener Keeper zum 27:29 (53.). Ohne dass sich die Rot-Weißen dadurch entmutigen ließen. Mit der Umstellung von Trainer Florian Weiß auf den siebten Feldspieler und Wöhlers 30:30 (57.) war alles wieder offen, die darauf folgende Zeitstrafe gegen René Andrei jedoch nicht wirklich zu verstehen. Hüter lieferte gegen Brill noch eine Glanztat bei Rückstand, Altena feuerte das Leder ins rechte untere Eck. Dann die letzte Auszeit der SG genau zehn Sekunden vor Schluss, der letzte Wurf als Dreher von Brill passgenau mit dem Umspringen der Uhr auf die „60“, das war’s. (Michael Koch)
Statistik
MT Melsungen 2: Büde (3 P. / 11 G.), Hüter (10 P. / 21), Rosenbusch (n. e.); Altena 7, Reinbold, Prinz, Botte, Wöhler 4, König 2, Fitozovic 7, Hillwig, Pregler 2, Wilfer 4, Andrei, Duketis 6/3 – Trainer Florian Weiß.
Ahlener SG: Jonasauskas (2 Paraden / 14 Gegentore), Danzenbächer (1 Tor / 6 P. / 17 G.); Stange 3, Brill 4, Hegemann 1, Klein 6/3, Pauly 6, Kerber, Austermann, Weiß, Stüber 3, Werner 1, Schmidt 2, Holtmann 2, Nowatzki 3 – Trainer Jakob Schwabe.
Schiedsrichter: Maik Hornuff / David Große (Nordhausen / Stendal) – Zeitstrafen 6 : 4 Minuten –Disqualifikation: Kerber (SG, Foul, 16.), Weiß (SG, Foul, 22.) - Strafwürfe 3/3 : 4/3 - Zuschauer: 80.
Verlauf: 1:0 (1.), 4:2 (5.), 6:6 (8.), 11:8 (16.), 13:10 (20.), 14:15 (28.), 17:16 (Halbzeit) – 20:16 (34.), 22:18 (38.), 24:22 (43.), 25:28 (47.), 27:29 (53.), 30:30 (57.), 31:31 (60.), 31:32 (Ende).