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Seine acht Tore reichten nicht: Julian Fuchs, hier erfolgreich beim Siebenmeter gegen David Späth, war treffsicherster Schütze des Tages zum Auftakt der Meisterrunde bei den Rhein-Neckar Löwen. (Foto: WMK)

JBLH: Engagierter Auftritt bei den Löwen bleibt unbelohnt

Die MT Talents haben ihr ersten Spiel der Meisterrunde in der Jugendhandball-Bundesliga bei den Rhein-Neckar Löwen mit 25:29 (12:13) verloren. Ohne dabei jedoch zu enttäuschen. Einsatz und Kampfwille stimmten, doch gegen die physisch klar überlegenen Löwen fehlte die Durchschlagskraft. Bis zur Halbzeit war es trotzdem ein offener Schlagabtausch auf hohem Niveau, ehe die Gastgeber nach dem Seitenwechsel ihre Vorteile besser nutzten.

Der körperliche Unterschied war teils schon bemerkenswert. Trotzdem vermochten die Nordhessen zu Beginn der Partie immer wieder Lücken zu finden und Treffer der Löwen fast jedes Mal direkt zu beantworten. Von Vorteil erwies sich der gehaltene Siebenmeter des eingewechselten Jan-Lasse Herbst gegen Gianluca Herbel beim Stand von 2:1 (6.). Denn nur 60 Sekunden später, nach Ole Preglers Ausgleich, zeigte prompt Lennart Cotic Respekt von der Linie vor der noch einmal gezogenen Trumpfkarte Herbst.

Die Löwen mussten längst nicht so viel rackern für Torerfolge wie ihr Gegner. Sie zogen die Melsunger Deckung mit ihren bulligen Rückraumschützen in der Mitte zusammen und machten dann das Spiel breit. Nutznießer war Linksaußen Tobias Büttel, der allerdings mehrfach am stark haltenden Jannik Büde scheiterte. So legten die Gastgeber zwar immer ein Tor vor, kassierten aber mehr oder weniger direkt im Anschluss wieder den Ausgleich. Wobei die Melsunger variabel sowohl über David Kuntscher aus dem Rückraum, Julian Fuchs über Außen oder den an den Kreis vorgerückten Jona Rietze trafen.

Das ging so bis zu Malvin Haeske’s 9:9 (23.). Gerade als die Gäste es in der Hand hatten, selbst einmal in Vorlage zu gehen, schlichen sich Fehler ein. Die Kaspar Veigel und Tobias Büttel kurz hintereinander zum 11:9 ausnutzten. Weil Jonas Ebners Tor aberkannt wurde und David Kuntscher zum wiederholten Male am ganz starken David Späth scheiterte, legte Florian König gar zum 12:9 nach (27.). Melsungen schlug jedoch umgehend zurück und verkürzte durch sein Rückraumtrio Kuntscher, Pregler und Haeske bis zur Pause wieder.

Der Start in den zweiten Durchgang misslang allerdings völlig. Zwei Gegentore und Pech im eigenen Abschluss legten wieder drei dazwischen. Obwohl die MT Talents frischer wirkten und sich durchsetzungsstark bereits verlorene Bälle zurückeroberten, fehlte die Hilfe von Fortuna bei den Würfen. Oder anders: David Späth sorgte mit seinen Paraden dafür, dass es vorerst keine zweite kleine Aufholjagd geben konnte. Dazu visierte Jonas Ebner den Pfosten an und Ole Preglers Pass auf Rechtsaußen erreichte Julian Fuchs nicht. Die Löwen zogen auf 19:14 davon (40.).

Da hatten die taktischen Spiele bereits begonnen. Trainer Björn Brede erhöhte nach vorn mit dem siebten Feldspieler den Druck, beorderte hinten Fuchs als Spitze auf eine versetzte 5:1-Formation, um die Kreise des nach der Pause treffsicheren Maximilian Hejny einzuengen. Was zunächst Ballgewinne und eine leichte Verkürzung auf 19:16 (Fuchs, 42.) zur Folge hatte. Dann reagierte Daniel Haase und ließ einen Feldspieler mehr ran – die Gastgeber zogen wieder auf 23:18 davon (46.).

Die Schlussviertelstunde sollte dann wieder in Richtung Hochspannung driften. Jannik Büde kehrte ins Tor zurück, in dem zwischenzeitlich Moritz Goldmann ran durfte, und parierte sofort den ersten Ball, der auf sein Gehäuse kam. Dazu verwarf Hejny den dritten Siebenmeter der Hausherren und Julian Fuchs traf doppelt zum 23:21 (48.). Melsungen war wieder im Geschäft und blieb es bis zum 26:24 (55.), Fuchs‘ achter Volltreffer des Tages, auch. Bevor in der Schlussphase zu viel Hektik aufkam. Die Ungenauigkeiten und Fehler häuften sich, die Rhein-Neckar Löwen blieben eiskalt. Drei Tore in 90 Sekunden zum 29:24 (57.), jeweils nach vorangegangenen Aussetzern im MT-Angriff, führten schließlich zur Entscheidung. Das letzte Tor der Begegnung gehörte Malvin Haeske, die letzte feine Parade Jannik Büde, der Sieg aber den Löwen.

Stimmen zum Spiel

Björn Brede: Es war zu erwarten, dass wir auf eine physisch sehr starke Mannschaft treffen würden. Auch, dass die Löwen ein richtiges Abwehrbollwerk errichten würden. Ich hatte mir erhofft, dass wir uns Lücken zu reißen, was uns aber nicht so gelungen ist. Wir haben leider nicht immer alles so umgesetzt, wie wir es uns vorgenommen hatten. Zu häufig haben wir das Tempo rausgenommen und versucht, die Aktionen fast aus dem Stand zu setzen. Mit unserem abwehrspiel war ich einverstanden, vorn hätten wir häufiger auf Freiwurf spielen sollen, um dann neu ansetzen zu können. Insgesamt mussten wir unheimlich viel investieren für unsere Tore. Das hätten wir die ganze Zeit mit voller Überzeugung tun müssen. Es war aber erkennbar, dass da schon Respekt vor dem körperlich überlegenen Gegner vorhanden war. Auf diesem Niveau muss man alle seine herausgearbeiteten Chancen konsequent nutzen, das haben wir nicht gemacht. So haben am Ende Kleinigkeiten entschieden.

Daniel Haase: Wir wussten, dass das ein sehr schweres Spiel für uns würde. Und ich bin froh, dass wir es so gut gelöst haben. Melsungen hat sich für meine Begriffe bisher etwas unter Wert verkauft. Wir zwar auch, aber wir werden nicht so arrogant sein zu sagen, dass wir alles schlagen, weil wir die Vorrundengruppe gewonnen haben. Wir haben in der ersten Hälfte schon ein paar verworfen und hätten besser in die Halbzeit gehen können. Aber wir konnten uns heute auf unsere gute Abwehr und einen guten Torhüter dahinter verlassen. Ole Pregler hatten wir gut im Griff und die Melsunger Stärke, die Pässe an den Kreis, leidenschaftlich verteidigt. Insgesamt bin ich absolut zufrieden.

Statistik

mJSG: Büde (12 Paraden, 19 Gegentore), Goldmann (1 P. / 9 G.), Herbst (1 P. / 1 G.)  – Haeske 4, Dobriczikowski 3, Beekmann, Ebner, Pregler 2, Rietze 1, Dhaliwal, Andrei 1, Hellemann, Fuchs 8/2, Kuntscher 6 – Trainer Björn Brede.

RNL: Späth (17 P. / 25 G.), Röhling (n. e.) – Herbel 3, Veigel 3, Hejny 7/1, König 1, Neagu 3, Albrecht, Burkard, Roth 1, Knipp 2, Büttel 2, Schlafmann 1, Cotic 6 – Trainer Daniel Haase.

Z: 200 - SR: Kauth / Kolb (Taufkirchen / Augsburg) - Strafen: 4 : 2 Minuten – 7m: 2/2 : 4/1.

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