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In grandioser Form: Jan-Lasse Herbst parierte alle vier Siebenmeter gegen seine Mannschaft, hier den ersten gegen Benjamin Horn, und kam insgesamt auf 16 gehaltene Bälle. (Foto: WMK)

JBLH: Nach Kantersieg über Hanau jetzt Dritter

Die A-Jugend der MT Talents hat ihr Nachholspiel in der Jugendhandball-Bundesliga gegen die HSG Hanau mit 37:22 (16:12) gewonnen. Mit jetzt 7:3 Punkten rückte das Team von Trainer Björn Brede in der Tabelle auf Rang drei vor. Überragender Akteur auf dem Feld war Torhüter Jan-Lasse Herbst, der vier Siebenmeter entschärfte und auf eine Quote von fast 50% gehaltener Bälle kam.

Gut sah das aus, was die Melsunger in den Anfangsminuten auf die Platte brachten. Nicht zu vergleichen mit der Leistung am vorausgegangenen Wochenende in Saarlouis, auch weil diesmal die Deckung stand. Vorn sorgten mit David Kuntscher, Malvin Haeske gleich dzwei Linkshänder im Rückraum für viel Betrieb und einige Probleme in der Hanauer Hintermannschaft. Diese beiden waren auch eine 4:2-Führung heraus (8.). ein leichter Bruch im Spiel führte allerdings zu gleich drei Gegentoren am Stück, so dass die Gäste nach Nils Schröders Treffer mit 5:4 führten (12.).

Mit Erfolgen en bloc ging es auch weiter. Erst mit viermal Melsungen zum scheinbar beruhigenden 8:5, das Ole Pregler im Gegenstoß auf uneigennützigen Pass von Malvin Haeske erzielte (16.). Dann schlug Hanau dreimal zum 8:8-Ausgleich zurück (18.). Es ging hin und her, der vermeintliche Außenseiter war überraschend gut dabei, obwohl die optische Überlegenheit der Nordhessen nicht zu übersehen war. Erst als René Andrei mit einem Steal im Halbfeld im Alleingang auf 11:9 stellte und Jan-Lasse Herbst innerhalb von nur 100 Sekunden gleich zwei Siebenmeter gegen Benjamin Horn und Falk Steiner parierte, vermochte sich die MT nachhaltig abzusetzen. Bis zur Pause war der Vorsprung auf vier ausgebaut.

Nur noch einmal, kurz nach Wiederbeginn, schnupperten die Gäste am Erfolg. Als nämlich Benjamin Horn einen Tempogegenstoß zum ersten Treffer der zweiten Hälfte verwertete. Danach war fast nur noch Tempohandball der Rot-Weißen angesagt. Zwei Konter von Ben Beekmann, jeweils auf Pass von Pregler, einmal Julian Fuchs und David Kuntscher schraubten auf 20:14 hoch (36.). Damit nicht genug traf Benjamin Fitozovic eingelaufen zum Kreis, versenkte Fuchs einen Siebenmeter und traf ein weiteres Mal aus dem Feld. Als HSG-Trainer Hannes Geist zur Auszeit bat, war beim Stand von 23:15 im Grunde alles entschieden (41.).

Nachgelassen wurde von den MT Talents dennoch nicht. Die hatten sich jetzt richtig warm geworfen und nutzten praktisch jede sich bietende Gelegenheit, das Ergebnis weiter nach oben zu schrauben. Ole Pregler hatte die weitgehende Beschränkung auf Abwehrarbeit zuvor so gut getan. Dass er in der Schlussviertelstunde im Angriff förmlich explodierte. Vier von fünf Toren zum 28:19 (48.) gingen auf sein Konto, dazu kamen Ballgewinne hinten und im weiteren Verlauf einige herrliche Zuspiele.

Von denen profitierten die schnellen außen Ben Beekmann und Julian fuchs ebenso wie der eingewechselte Lasse Hellemann. Weil der ebenfalls eine Viertelstunde vor Schluss gekommene Jannik Büde im Tor ebenso stark agierte wie sein Vorgänger Herbst, der zu zwei Siebenmetern nochmal zwischen die Pfosten durfte und beide parierte, geriet die restliche Spielzeit zum Selbstläufer für die Melsunger, bei denen Lasse Hellemann mit einem doppelpack in der Schlussminute den Sack zu machte.

Stimmen zum Spiel

Björn Brede: Vor dem Spiel hatten wir uns vorgenommen, höchstens 25 Gegentore zuzulassen. Ich wollte aufgrund der sehr bescheidenen Leistung in Saarlouis letzte Woche eine klare Reaktion sehen. Unser Ziel war, Jonas Schneider gar nicht erst in Wurfdistanz kommen zu lassen. Dass es dann am Ende nur 22 Tore vom Gegner waren, war sehr wichtig. Dass Ole Pregler überwiegend in der Abwehr eingesetzt wurde, war eine Maßnahme zur Schonung. Er spielt sehr viel im Moment und da war es mir wichtig, ihn für Notfälle am Ende noch frisch zu haben. Wir haben prima gespielt, müssen aber versuchen, unsere technischen Fehler in den Kreuzbewegungen noch zu minimieren. Trotzdem war das in Abwehr wie Angriff eine gute Leistung. Wir waren die erste Mannschaft, die gegen Hanau mehr als 30 Tore machen konnte.

Hannes Geist: Bis zum 10:9 waren wir sehr gut dabei, hatten bis dahin schon vier freie Bälle inklusive einem Siebenmeter weggelassen. Wir waren also mehr als dran. Auch bis zur Halbzeit hat eigentlich alles noch ganz gut funktioniert. Aber wir haben es nicht geschafft, uns für die gute Deckungsarbeit vorn zu belohnen. Und dann kommen die Jungs eben ins Hadern, weil sie gut herausgespielte Situationen nicht positiv beenden. Wobei die Entscheidung, die Bälle zu nehmen, bei den Fehlwürfen meist richtig war. Nur haben wir das Glück im Abschluss dann nicht. Klar sind wir vom Ergebnis enttäuscht. Aber wir haben dennoch auch viel richtig gemacht, was man bei so einem Abstand gar nicht denkt.

Statistik

mJSG: Herbst (16 Paraden, 19 Gegentore), Büde (5 P. / 3 G.), Goldmann (n. e.)  – Haeske 5, Dobriczikowski 1, Badenheuer 2, Beekmann 3, Pregler 7, Rietze 1, Fitozovic 1, Andrei 2, Hellemann 3, Fuchs 6/2, Kuntscher 6 – Trainer Björn Brede.

HSG: Nass (8 P. / 28 G.), Gutknecht (1 P. / 9 G.) – Schierling 1, Sandrock 1, Schneider 2, Steiner 5, Schröder 2, Faust 1, Horn 5, Schramm 4, Ruess, Schiefer, Reeg, Bachmann 1 – Trainer Hannes Geist.

Z: 200 - SR: Domaschke / Rothe (Dresden) - Strafen: 4 : 6 Minuten – 7m: 2/2 : 4/0.

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