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S-Cup: MT setzt sich klar gegen Erlangen durch und steht im Halbfinale

Zur Eröffnung des Sparkassen Handballcups 2018 traf die MT Melsungen in der Melsunger Stadtsporthalle vor gut 600 Zuschauern auf den HC Erlangen. Mit 27:23 (16:10) setzten sich die Nordhessen klarer durch, als es das Ergebnis vermuten lässt. Nur bis zum Erreichen der Zehn-Tore-Differenz beim 20:10 kurz nach der Halbzeitpause ging der Titelverteidiger volles Tempo. Mit der MT-Umstellung auf eine defensivere Abwehrvariante kam Erlangen besser zum Zuge und konnte das Ergebnis letztlich wesentlich positiver gestalten. Stärkster Nordhesse war Torhüter Nebojsa Simic, der 18 Bälle entschärfte. Sein Gegenüber Nikolas Katsigiannis verdiente sich ebenfalls Bestnoten.

Hartung-Foto: MT-Neuzugang Domagoj Pavlovic setzte einige Akzente und gab seinen Gegenspielern, hier Nikolai Link, oft das Nachsehen.

Mit erfolgreichen Torabschlüssen taten sich beide Teams schwer in der Anfangsphase. Zum einen unterliefen so einige Fehler im Spielaufbau, zum anderen dominierten die Abwehrreihen das Geschehen. Nach Christoph Steinerts Führung für den Gast von der Siebenmeterlinie und Michael Müllers Ausgleich nach zwei Minuten tat sich erst einmal nicht mehr viel. Auch weil Gorazd Skof seitens des HCE und Nebojsa Simic im MT-Tor einige Würfe entschärfen konnten. Zudem entpuppte sich die Melsunger 5:1-Abwehrvariante mit Marino Maric auf vorgezogenem Posten als nahezu unüberwindbar. Einzig Steinert vermochte noch zweimal zu treffen, was Erlangen eine 3:2-Führung bescherte (7.).

Als auch der Linkshänder unter Kontrolle war, lief endgültig nicht mehr viel in der Gästeoffensive. Dafür kamen die Rot-Weißen richtig ins Rollen. Angeführt vom neuen Spielmacher Domagoj Pavlovic, der sowohl Lücken riss als auch selbst traf und dem dreimal erfolgreichen Tobias Reichmann setzten sich die Nordhessen scheinbar mühelos auf 8:3 ab (15.). Dass Erlangen den Anschluss nicht ganz verlor lag weiter an Steinert, der immerhin noch zwei Strafwürfe verwandelte und den Abstand trotz zweier Geniestreiche von Pavlovic zum 10:5 konstant hielt, ehe sich mit Nicolai Theilinger nach 20 Spielminuten erst der zweite Erlanger in die Torschützenliste eintrug, unmittelbar gefolgt vom nächsten Pavlovic-Kracher zum 11:6 (21.).

Zwar leistete Erlangen nach einem Torhüterwechsel mehr Widerstand, doch allein die Paraden von Nicolas Katsigiannis genügten nicht, um die bestehende Differenz zu verkürzen. Trotz einiger schöner Aktionen wir dem 13:9 durch Nico Büdel (25.) nach Kempa-Anspiel von Johannes Sellin zog Melsungen zum Ende der ersten Hälfte sogar noch weiter davon. In erster Linie ein Verdienst der beiden Außen. Yves Kunkel traf ebenso wie Tobias Reichmann, der auch noch einen Strafwurf nachlegte, ehe einmal mehr Christoph Steiner, zum vierten Mal von der Siebenmeterlinie, bei bereits abgelaufener Uhr zum Halbzeitstand traf.

Nach Wiederbeginn war schnell alles klar. Zweimal Marino Maric, Yves Kunkel und der eingewechselte Lasse Mikkelsen machten innerhalb von nur vier Minuten die Zehn-Tore-Führung zum 20:10 perfekt. Um in der Folge sofort einmal zwei Gänge zurückzuschalten. Profiteur war, wie schon in der ersten Hälfte, Christoph Steinert. Drei Tore des Linkshänders in Folge nötigten MT-Trainer Heiko Grimm zur Auszeit, um die Konzentration zurück nach oben zu fahren. Nikolai Link verkürzte nochmal auf 20:14, Lasse Mikkelsen mit einem trockenen Wurf aus dem Handgelenk halbhoch in die linke Ecke antwortete mit dem 21:14 (39.).

Die nächsten Minuten gehörten den Keepern. Sowohl Nebojsa Simic als auch Nikolas Katsigiannis lieferten sich einen packenden Zweikampf um die spektakulärste Parade. Ohne erkennbaren Sieger, auch wenn nach der überragenden Rettungstat des Erlangers gegen Felix Danner Melsungens Montenegriner der erste war, der nach mehr als fünf torlosen Minuten und Petter Överbys 21:15 erstmals wieder hinter sich greifen musste. Direkt im Gegenzug brach Julius Kühn den Bann und stellte den alten Abstand wieder her (44.). Erlangen begann bereits in dieser Phase von der Umstellung Melsungens auf eine 6:0-Variante zu profitieren.

 Im Gefühl des sicheren Sieges nahmen die Hausherren nach Marino Maric‘ 24:15 abermals das Tempo raus. Erlangen verkürzte durch einen Tempogegenstoß durch Florian von Gruchalla auf 24:18 (51.), obwohl Simic zwischenzeitlich mit seiner 17. Parade erstmals einen Steinert-Siebenmeter parierte. Simon Birkefeldt und Marino Maric legten einen kleinen Zwischenspurt ein und sorgten dafür, dass Nico Büdels sich anschließender Doppelpack keine große Bedeutung mehr hatte. Spätestens nach Julius Kühns 27:20 war vier Minuten vor dem Abpfiff aus Sicht der MT endgültig alles in trockenen Tüchern, auch wenn Erlangen in der Verbleibenden Zeit Ergebniskosmetik betrieb.

 

Stimmen zum Spiel

Heiko Grimm: Ich bin froh, dass wir das Spiel gewonnen haben. Die erste Halbzeit war gut,die zweite Halbzeit haben wir, nachdem wir die Abwehr auf 6:0 umgestellt hatten, verloren. Das entspricht dem Sinn eines Vorbereitungsspiels nicht. Aber wir haben letztlich nicht auf Ergebnis gespielt, sondern auf Nutzen. Einige Spieler sollten auf ihre Spielzeit von mindestens 30 Minuten kommen. Trotzdem hätte ich mir etwas mehr Konsequenz gewünscht. Es gab in jedem Fall auch in der 5:1-Abwehr noch Luft nach oben. Da war noch nicht alles Gold, was glänzte. Gefallen hat mir aber das Tempo, das wir über weite Strecken gegangen sind.

Adalsteinn Eyjulfsson: Ich kann mit dem Ergebnis leben. Immerhin sind wir, mit starker Unterstützung unseres Torhüters Katsigiannis, nach einem 10-Tore-Rückstand noch einmal zurückgekommen. Außerdem haben wir uns Chancen herausgespielt, davon aber zu viele verworfen. Simic hat uns den Zahn gezogen. In der ersten Halbzeit sah unser Spiel gegen die 5:1-Abwehr der MT nicht gut aus. Aber das kennen wir schon aus der letzten Saison, daran müssen wir arbeiten. Gegen die 6:0-Variante war es schon ok. Die zweite Halbzeit haben wir gewonnen, das ist ein gutes Zeichen für uns.

Felix Danner: Wir sind in der ersten Hälfte gut ins Spiel hineingekommen. Wir haben Tempo gemacht und konnten das auch durchziehen. Dadurch haben wir uns den Vorsprung bis zur Pause herausgeworfen. Nach der Halbzeit haben wir es verpasst, dieses Tempo weiterzugehen. Vielleicht haben wir einige Abschlüsse auch zu locker genommen. Ansonsten bin ich zufrieden, auch die Abwehrarbeit war gut. Trotzdem müssen die Abschlüsse einfach besser kommen, damit der Gegner keine Gelegenheit für einfache Tore bekommt.

 

Statistik

MT Melsungen: Simic (18 Paraden / 23 Gegentore), Sjöstrand (n. e.); Maric 6, Kühn 2, Lemke, Reichmann 6/3, Ignatow, Kunkel 2, Mikkelsen 3/1, Danner 1, P. Müller, Schneider, Birkefeldt 1, M. Müller 2, Pavlovic 4. - Trainer Heiko Grimm.

HC Erlangen: Skof (2 P. / 10 G.), Katsigiannis (12 P. / 17 G.); Theilinger 1, Sellin, Överby 2, Lux, Haaß, Büdel 5/2, Bissel, Mappes 1, Murawski 2, Schäffer, Link 1, von Gruchalla 1, Steinert 10/6, Thümmler. - Trainer Adalsteinn Eyjulfsson.

Schiedsrichter: Ramesh Thiyagarajah / Suresh Thiyagarajah (Gummersbach)

Zeitstrafen: 10 – 0 Minuten (M. Müller 16:52, P. Müller 24:18, Kühn 34:52, Birkefeldt 52:53, Maric 59:56)

Strafwürfe: 4/4 – 9/8 (Steinert scheitert an Simic 49:20)

Zuschauer: 600 in der Stadtsporthalle Melsungen.

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