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U20-EM: Tolle Aufholjagd der DHB-Junioren nicht belohnt - nun gegen Portugal um Bronze

Der aktuelle Welt- und Europameister war etwas besser: Unter den Augen von Männer-Bundestrainer Christian Prokop haben die wacker kämpfenden deutschen Junioren mit den MT-Cracks Fin Backs und Dimitri Ignatow ihre erste Niederlage bei der Europameisterschaft im slowenischen Celje kassiert. Im EM-Halbfinale unterlag das Team des Trainerduos André Haber und Klaus-Dieter Petersen am Freitag trotz einer unglaublichen Aufholjagd mit 26:28 (11:15) und spielt am Sonntag um 15 Uhr gegen Portugal um die Bronzemedaille (Livestream unter www.dhb.de/u20mlive).

Damit wiederholte sich die Geschichte der U18-EM vor zwei Jahren, als die Franzosen (seinerzeit erst nach Verlängerung) das Halbfinale gegen die DHB-Auswahl 39:38 gewonnen hatten. Frankreichs Finalgegner ist EM-Gastgeber Slowenien, der das zweite Halbfinale gegen Portugal am Abend mit 27:25 gewann.

Bester deutscher Werfer im Halbfinale war Hendrik Schreiber mit sechs Treffern, eine ganz starke Leistung zeigte erneut Torwart Janis Boieck (TSV Bayer Dormagen), der über 60 Minuten die DHB-Auswahl im Spiel gehalten hatte und völlig verdient als bester Spieler der Partie nach 13 Paraden ausgezeichnet wurde. Die zuvor ungeschlagene deutsche Mannschaft (drei Siege, zwei Remis) hatte im Halbfinale zwar kein einziges Mal in Führung gelegen, dennoch einen tollen Kampf gezeigt.

Bundestrainer André Haber erkannte daher auch die Überlegenheit der Franzosen um ihre Stars Kylian Villeminot, Edouard Kempf (beide je fünf Treffer) sowie den bärenstarken Torwart Valentin Kieffer an: „Die Franzosen haben verdient gewonnen, Glückwunsch! Wir haben gegen eine sehr gute Mannschaft verloren, die Franzosen waren in den wichtigen Momenten einfach effizienter, egal ob im Angriff oder der Deckung. Sie sind individuell deutlich stärker - für mich das beste Team hier bei der EM. Im Moment sind wir natürlich traurig, aber wir richten Blick nach vorne. Ich bin total stolz auf die Mannschaft, und die Bronzemedaille am Sonntag wäre eine tolle Belohnung, die sich die Mannschaft auf jeden Fall verdient hätte.“

Die Franzosen waren taktisch sehr gut auf die DHB-Auswahl eingestellt, übten anfangs mit ihrer sehr aggressiven 5:1-Deckung sehr viel Druck auf die deutschen Angreifer aus. Während in der Offensive nicht alles rund lief, stand die DHB-Abwehr vor Boieck sehr gut. Beim 5:7 war der Anschluss nach dem 1:4 zum Auftakt fast geschafft, aber ein Angriffsdurchhänger bis zur 28. Minute sorgte dafür, dass sich Frankreich auf 14:9 absetzte. Hoffnung für die zweite Hälfte keimte auf, als Schreiber mit der Sirene das 11:15 gelang.

Allerdings verschlief die DHB-Auswahl dann den Neustart, Frankreich setzte sich binnen acht Minuten auf 19:12 ab. Beim 18:24 in Minute 48 sah es nach einer deutlichen Niederlage für die DHB-Junioren aus - aber dann legten sie los wie die Feuerwehr. Dank einer tollen Moral, einer äußerst offensiven Deckung und Boiecks Paraden kämpfte sich die Haber-Truppe Tor um Tor heran. Zwei Minuten vor Schluss hieß es nur noch 26:24 für den Welt- und Europameister, aber dann sorgte ein Treffer von Villeminot für die Entscheidung.

Für Haber war der Angriff entscheidend für die Niederlage: „Wir hatten Probleme mit der französischen Abwehr, waren phasenweise nicht effektiv genug. Aber wir haben uns nach dem Sieben-Tore-Rückstand ganz toll rangekämpft. Janis Boieck hat uns da mit einer starken Leistung im Spiel gehalten, alle haben gekämpft. Am Samstag werden wir die Partie nochmal kurz analysieren, aber dann geht alle Konzentration auf das Bronzefinale.“

Zuletzt trafen die DHB-Auswahl und Portugal beim Vier-Länder-Turnier im Januar in Konstanz aufeinander - das Testspiel endete mit einem 30:30-Remis, einem Ergebnis, das es am Sonntag nicht geben wird.
(Bericht: DHB, Foto: Henrik Schipper/DHB)

Halbfinale: Deutschland - Frankreich in Celje 26:28 (11:15)

Deutschland: Janis Boieck (TSV Bayer Dormagen), Leon Mehler (HC Empor Rostock); Luca Witzke (TUSEM  Essen/4), Dimitri Ignatow (MT Melsungen/2), Fin Backs (MT Melsungen/1), Tim Matthes (Füchse Berlin/1), Janik Schrader (VfL Bad Schwartau/3), Lukas Stutzke (TSV Bayer Dormagen/3), Lukas Kister (TSV GWD Minden), Justin Kurch (SC Magdeburg), Joshua Thiele (TSV Burgdorf/1), Jannek Klein (FC Barcelona/1), Hendrik Schreiber (HSG Wetzlar/6), Mattis Michel (TuS Ferndorf), Frederik Simak (Füchse Berlin/1), Max Neuhaus (SC Magdeburg/3).

Beste Werfer Frankreich: Kylian Villeminot und Edouard Kempf (je5).
Schiedsrichter: Andorka/Hucker (Ungarn).
Zeitstrafen: Deutschland 8 Minuten/Frankreich: 8 Minuten
Siebenmeter: Deutschland: 2/1 – Frankreich 3/1

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