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IG Teamsport Hessen: Vorerst keine Aufnahme des Trainingsbetriebs

Die Interessensgemeinschaft Teamsport Hessen, zu der auch die MT Melsungen Bundesliga-Handball gehört, positioniert sich in der Diskussion zur Wiederaufnahme des Trainings von Berufssportlern eindeutig. Die überwiegende Mehrheit der vertretenden Klubs wird nicht in Betracht ziehen, den eigenen Trainingsbetrieb aktuell wiederaufzunehmen. Hintergrund ist eine Neubewertung des Trainings von Berufsportlern, das im Profibereich – auch auf Druck des Profifußballs – inzwischen als Berufsausübung definiert wird.

Die Interessensgemeinschaft Teamsport Hessen ist der Auffassung, dass eine Aufnahme des Trainingsbetriebs in der aktuellen Situation und unter Berücksichtigung der öffentlichen Diskussion, ein zum jetzigen Zeitpunkt gänzlich falsches gesellschaftspolitisches Signal wäre. Die vertretenden Vereine wollen dagegen ein klares und deutliches Zeichen setzen, dass die Mitglieder der Interessengemeinschaft ihrer gesellschaftlichen Verantwortung auch in dieser Frage gerecht werden und diesbezüglich als Vorbild fungieren wollen.

Diese Entscheidung ist jedoch nicht gegen Klubs gerichtet, die ein Trainingsbetrieb aufgrund ihrer sportart-spezifischen Situation in Betracht ziehen müssen, so wie dies zum Beispiel im American Football der Fall ist. Während andere Sportarten ihre Saison bereits beendet oder zumindest ausgesetzt haben, stehen die American Footballer erst vor ihrer Saison, so die Interessengemeinschaft Teamsport Hessen in ihrer gemeinsamen Erklärung weiter.

Hintergrund (HNA):

Handballer, Eishockeyspieler, American Footballer, Basket- und Volleyballer sowie Rollstuhl-Korbjäger – erstmals machen 16 Klubs aus sechs Sportarten gemeinsame Sache.

„Es geht uns darum, dass man in dieser schwierigen Situation gemeinsam beim Land Hessen vorstellig wird“, sagt MT-Manager Axel Geerken. Maßgeblich zur Bildung dieser Interessengemeinschaft beigetragen hat sein Kollege Björn Seipp, der Geschäftsführer der HSG Wetzlar. Geerken und Seipp pflegen schon seit langer Zeit einen intensiven Kontakt. Zu ihren ersten Unterstützern zählten auch die Basketballer der Gießen 46ers. „Die Corona-Krise war der entscheidende Impuls, noch mit weiteren Klubs in einen regen Austausch zu treten“, erläutert Geerken, der in den vergangenen Jahren einen guten Draht zur Landesregierung aufgebaut hat. „Alle profitieren von dieser Gemeinschaft. Viele Vereine haben ähnliche Probleme.“ Die ranghöchsten Fußball-Teams dagegen haben andere wirtschaftliche Strukturen und passen so nicht in diese Gruppe.

In regelmäßigen Telefonkonferenzen berichten die Klubverantwortlichen jetzt von ihren unterschiedlichen Erfahrungen. Aktuell geht es beispielsweise verstärkt um die anfallenden Beiträge zur Berufsgenossenschaft. Auch fast immer wichtig: der richtige Umgang mit Vertragslaufzeiten. Zudem ist das Bündnis in Hessen nicht nur für die Krise gedacht. Auch nach Ende der Corona-Pandemie wollen die Klubs Seite an Seite kämpfen.

Diese Klubs sind dabei:
Fast alles außer Fußball: Bislang bilden 16 Bundesliga-Teams aus sechs Sportarten die lose Interessengemeinschaft Teamsport Hessen, die von der HSG Wetzlar, der MT Melsungen und den Gießen 46ers initiiert wurde:
American Football: Universe Frankfurt, Marburg Marcenaries
Basketball: Skyliners Frankfurt, Gießen 46ers
Eishockey: Kassel Huskies, EC Bad Nauheim
Handball: HSG Wetzlar, MT Melsungen, HSG Bad Wildungen Vipers, TV Hüttenberg, SG 09 Kirchhof
Rollstuhl-Basketball: RSV Lahn-Dill, Rhinos Wiesbaden
Volleyball: Dolphins Marburg, VC Wiesbaden

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