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EHF Cup: MT verliert auch in Dänemark

Die MT Melsungen musste am Mittwoch in Dänemark im Hinspiel in der Gruppenphase des EHF Cup gegen Bjerringbro-Helsingborg dem Gastgeber den Vortritt lassen. Im ersten Durchgang hatten die Nordhessen den Tabellenvierten der dänischen Eliteklasse weitestgehend im Griff und nahmen eine verdiente 19:16-Führung mit in die Halbzeitpause. In der zweiten Spielhälfte allerdings ließen sich die Grimm-Schützlinge das Heft völlig aus der Hand nehmen. Zwischen der 35. und der 41. Minute klappte bei den Gästen nichts mehr und bei den Hausherren hingegen alles. Mit einem 6:0-Lauf legten sie den Grundstein zum späteren 35:31-Sieg. Beste Schützen vor 1.973 Zuschauern in der JYSK Arena in Silkeborg waren mit jeweils 9 Treffern Julius Kühn (RL) für die MT und Johan Hansen (RA) für Bjerringbro. Durch diese zweite Niederlage im dritten von sechs Spielen der Gruppenphase wird es für die MT Melsungen sehr schwer, das Viertelfinale zu erreichen. Das Rückspiel gegen Bjerringbro steigt am 29. Februar in Kassel.

A. Käsler-Foto: Julius Kühn hatte einen guten Lauf, traf gleich neunmal. Doch auch er konnte letztendlich die Niederlage nicht verhindern.

Als Startformation schickte Heiko Grimm fast die gleiche Besetzung aufs Feld, wie vier Tage zuvor in Lissabon. Einzige Ausnahme: Auf Rechtsaußen begann Dimitri Ignatow statt Tobias Reichmann. Mit den Rückkehrern Michael Allendorf und Timm Schneider sowie Youngster Jona Gruber war der Kader beinahe wieder vollbesetzt. Nur der nicht wieder genesene Kapitän Finn Lemke und Rekonvaleszent Felix Danner, der aber das Team vor Ort von der Tribüne aus unterstützte, fehlten.

Bjerringbro stellte der MT eine 5:1-Abwehr entgegen, bei der Nikolaj Markussen auf der Spitze direkt gegen seinen früheren Teamkameraden Lasse Mikkelsen aus gemeinsamen Zeiten bei Skjern agierte. Die Gastgeber hatten sich von dieser Formation sicher mehr versprochen, als sie tatsächlich erbrachte. Denn die MT ließ sich davon nicht sonderlich beeindrucken, Marino Maric setzte sich am Kreis zum 0:1 durch, nachdem zuvor Kai Häfner an Aljosa Rezar gescheitert war.

Den Ausgleich von Nikolaj Nielsen beantwortete postwendend Dimitri Ignatow mit einem sicheren Treffer von Rechtsaußen. Abschütteln ließen sich die Hausherren aber nicht, blieben zunächst weiter mit einem Tor Abstand der MT auf den Fersen. Unter anderem steuerte Jesper Nöddesbo, mit 39 Jahren nach Michael Knudsen (41) zweitältester Spieler bei den Dänen, zwei Treffer vom Kreis dazu bei.

Das 6:6 durch einen Siebenmetertreffer von Johan Hansen in der 10. Spielminute war der vorletzte Ausgleich im ersten Durchgang. Weil sich einerseits Johan Sjöstrand gegen seinen künftigen Club deutlich steigerte – der MT-Keeper wechselt in der kommenden Saison nach Silkeborg – und weil andererseits auch der MT-Angriff immer besser Fahrt aufnahm. Allen voran Julius Kühn. Der Halblinke sorgte für die Zwischenstände 7:8 (13. Min.), 8:10 (16.) und 10:12 (18.). Zwischendurch entschärfte Johan Sjöstrand die Würfe der jeweils frei vor ihm auftauchenden Nikolaj Nielsen und Mads Kjeldgaard.

Nach dem 11:12 Anschlusstreffer durch Nikolaj Markussen trug sich erstmalig in dem Spiel auch Kai Häfner in die Torschützenliste ein. Jetzt gleich zweimal in Folge und zwischendrin wieder eine Klasseparade von Johan Sjöstrand, diesmal gegen Rechtsaußen Johan Hansen, den stärksten Torewerfer der Silkeborger in dieser Saison.

Das erste Timeout der Partie nahm Bjerringbro-Trainer Peter Bredsdorff-Larsen beim Stand von 11:14 nach knapp 21 gespielten Minuten. Der anschließende Wechsel im Tor, für Aljosa Rezar kam Kasper Larsen, zeigte indes (noch) nicht die gewünschte Wirkung, die MT erhöhte durch Dimitri Ignatow und einmal mehr Julius Kühn auf 12:16 (25.). Dazwischen hatte auch Heiko Grimm seine Schützlinge an die Seitenlinie gebeten und auf der Kreisposition mit Timm Schneider für Marino Maric einen Wechsel vorgenommen. Prompt trat der Eingewechselte als Torschütze auf den Plan, traf zum 12:17.

Die Endphase des ersten Durchgangs gehörte allerdings den Dänen. 2,11-Riese Nikolaj Markussen steuerte zwei Treffer zum 16:19-Halbzeitstand bei.

Personell gab es zu Beginn der zweiten Spielhälfte auf beiden Seiten keine Veränderungen. Johan Sjöstrand machte da weiter, wo er in Halbzeit eins geendet hatte und entzauberte zunächst den freistehenden Michael Knudsen. Um aber wenig später zwei Bälle von seinem Ex-Mannschaftskameraden aus gemeinsamen Flensburger Zeiten passieren zu lassen.

Dazwischen netzte Marino Maric zum 17:20 ein (35.). Es sollte das letzte Melsunger Tor für die nächsten sechs Minuten bleiben. Im Angriff häuften sich Fehler, hinten zerbröselte die Abwehr und ließ Sjöstrand im Tor diverse Male allein. Bjerringbro nutze die Schwächephase des Kontrahenten nun geschickt aus. Und vor allem erfolgreich. Scheinbar spielerisch leicht und mit guten Kombinationen legten sie einen satten 6:0-Lauf aufs Parkett und hatten spätestens das Blatt beim Stand von 23:20 (41.) zu ihren Gunsten gewendet.    

Die MT löste sich jedoch wieder aus ihrer Schockstarre und nahm die Herausforderung an. Als Kai Häfner zum 26.:23 traf und wenig später Lasse Mikkelsen nervenstark mit einer Bogenlampe aus 25 Metern ins verwaiste gegnerische Gehäuse das 26:24 erzwang, keimte bei den Nordhessen berechtigte Hoffnung auf Besserung auf. Die rund 20 mitgereisten MT-Fans jedenfalls machten weiter Stimmung für ihre Farben.

Leider, aus Sicht der Rotweißen, gelang es den Grimm-Schützlingen in der Folge nicht, den Gegner weiter unter Druck zu setzen. Im Gegenteil Bjerringbro wich von seiner Linie nicht ab, kombinierte weiter, teilweise wie aus dem Lehrbuch, und brachte immer öfter seinen starken Mann auf Rechtsaußen in beste Wurfpositionen. Johan Hansen bedanke sich dafür mit seinen Toren Nr. 6 bis 9, von denen nur einer ein Siebenmeter war.

Heiko Grimm hatte mit zwischenzeitlichen Umstellungen – etwa Stefan Salger für Kai Häfner und Domagoj Pavlovic für Lasse Mikkelsen – versucht Akzente zu setzen und in seine Schützlinge in den Auszeiten wachzurütteln. Denen gelang es in der Schlussphase jedoch nicht mehr, den Lauf der Gastgeber zu stoppen. Insofern geht deren 35:31-Sieg auch in Ordnung.

Damit hat Bjerringbro die MT in der Gruppe 1 auf Platz 3 zurückgeworfen. Sollte dies auch nach den weiteren drei noch zu absolvierenden Spieltagen in dieser Gruppenphase so sein, wäre Melsungen nicht fürs Viertelfinale qualifiziert. Andererseits bietet auch der zweite Patz in der Gruppe keine Gewähr für ein Weiterkommen.

MT-Vorstand Axel Geerken zum Spiel:

Ganz klar, dies ist nicht das Ergebnis, was wir uns in Silkeborg vorgestellt haben. Nach der Niederlage in Portugal wussten wir um die Bedeutung dieses Spiels. Wir sind deshalb sehr enttäuscht und müssen nun Fragen auf den Tisch bringen, wie es jetzt nach drei Niederlagen in Folge weitergeht.

Bjerringbro-Silkeborg - MT Melsungen 35 : 31 (16:19)

Bjerringbro: Rezar (1.-30. Min., 5 Paraden / 19 Gegentore), K. Larsen (31.-60. Min., 6 P. / 12 G.) – Pedersen 1, Thomsen, N. Nielsen 1, M. Nielsen, Lassen 3, Hansen 9/2, Skube 4, Kjeldgaard 3, Nöddesbo 5, Markussen 6, Jönsson 1, Knudsen 2 – Trainer: Peter Bredsdorff-Larsen.

MT Melsungen: Sjöstrand (1.-60. Min., 11 Paraden / 35 Gegentore), Simic (n.e.) – Maric 4, Kühn 9, Reichmann, Ignatow 3, Kunkel, 3 Mikkelsen 4/1, Schneider 2, Allendorf, Sidorowicz, Häfner 5, Salger, Pavlovic 1, Gruber – Trainer: Heiko Grimm.

Schiedsrichter: Bogdan Kaludjerovic / Ivan Vujacic (Montenegro); EHF-Delegierter: Per Morten Sodal (Norwegen)

Strafwürfe: 2/3 – 1/1 (Hansen scheitert an Sjöstrand, 55:44 Min.)

Zeitstrafen: 6 Min. – 4 Min. (Knudsen, 19:39; Lassen, 29:36; O. Jonsson, 45:27 – Kühn, 02:00; Schneider, 17.36)

Zuschauer: 1.973, JYSK Arena, Silkeborg (DEN)

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Das nächste Spiel:
23.02.20, 16:00 Uhr, Friedrich- Ebert-Halle Ludwigshafen:
Die Eulen Ludwigshafen – MT Melsungen

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