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EM 2020: Balsam auf die Seele – DHB-Team mit Kantersieg gegen Österreich

Nach dem denkbar knapp verpassten, aber möglichen Erfolg am Samstag gegen Kroatien war der 34:23 (16:13)-Kantersieg 48 Stunden später gegen EM-Mitveranstalter Österreich Balsam auf die wunden Seelen der deutschen Spieler. Dabei sahen die 9.037 Zuschauer in der Wiener Stadthalle einen starken Auftakt des Heimteams, angeführt von Kiels Nikola Bilyk. Österreich führte nach knapp 10 Minuten mit 5:3. Nach weiteren 9 Minuten, beim Stand von 9:9, ersetzte Johannes Bitter den bis dahin etwas glücklosen Andreas Wolff im Tor. Der Weltmeister von 2007 entpuppte sich schnell als wichtige emotionale Komponente und schwang sich im Laufe der Partie zum alles überragenden Spieler auf. Die anschließende "Kür" zum "Man of the Match" war da nur folgerichtig. Bester Torschütze für Deutschland war Rechtsaußen Timo Kastening. Der künftige Melsunger war bei sieben Versuchen sechs Mal erfolgreich. Gleich dahinter landete Tobias Reichmann. Der MT-Rechtsaußen kam ausschließlich als Strafwurfschütze zum Einsatz. Diesen Part erledigte er souverän und verwandelte alle fünf Siebenmeter. Auch das österreichische Team hatte seinen "Mister 100 Prozent": Nikola Bilyk erzielte fünf Tore in fünf Versuchen. Weniger gut lief es an diesem Tage für Kai Häfner (2) und Julius Kühn, der nur einen Kurzeinsatz hatte und torlos blieb. Nun gilt die Konzentration der deutschen Mannschaft dem letzten Hauptrundenspiel am Mittwoch gegen Tschechien (20:30 Uhr, ZDF). Dort soll mit einem weiteren Sieg das Match um Platz fünf erreicht werden.

Sascha Klahn-Foto: Fabian Böhm klatscht mit "Jogi" Bitter ab, nachdem der Zerberus eine seiner insgesamt 15 Paraden gezeigt hat. Mit einer Quote von 54 Prozent gehaltener Bälle erreichte der Keeper des TVB Stuttgart einen Traumwert.

handball-world.news schreibt zum Spiel:
 Die deutsche Mannschaft startete nervös in die Partie und erlaubte sich einige Fehler. Österreich nutzt das aus. Prägender Akteur war Nikola Bilyk, der mit dem 5:3 (6.) bereits seinen dritten Treffer erzielte. Bundestrainer Christian Prokop hatte zu diesem Zeitpunkt bereits das erste Mal gewechselt und Johannes Golla in der Defensive für Patrick Wiencek gebracht.

Zwei Maßnahmen ließen das Spiel zugunsten des DHB-Teams kippen. Prokop stellte in der Defensive zunächst auf eine 3:2:1-Abwehr mit Hendrik Pekeler auf der Spitze um. Der Kieler fischte innerhalb weniger Minuten zwei Bälle und ermöglichte damit den Ausgleich zum 7:7 (14.).

Prokop wechselte viel, ein Tausch machte sich jedoch besonders bezahlt. Johannes Bitter ersetzte den etwas glücklosen Andreas Wolff zwischen den Pfosten. . Der Routinier kam gut ins Spiel, konnte mehrere Bälle abwehren und nahm unter anderem Robert Weber einen Siebenmeter ab (21.). Der treffsichere Timo Kastening brachte Deutschland mit 12:10 (22.) in Front.

Nach dem 15:12 (27.) durch den eingewechselten Fabian Böhm zog Ales Pajovic die Auszeit. Diese verpuffte jedoch. Bitter bediente den flinken Kastening, der zum 16:12 (28.) einnetzte. Kurz darauf tauchte der Rechtsaußen erneut alleine vor dem Tor auf, doch Eichberger wehrte den Versuch ab. Zur Halbzeit stand ein 16:13 auf der Anzeigetafel.

Nach Wiederanpfiff konnte Deutschland seinen Vorsprung ausbauen. Schmidt und der nun auch offensiv agierende Golla stellten auf 19:13 (34.). Ein entscheidender Faktor war weiterhin Bitter. Der Keeper hatte einen Sahnetag erwischt und kam zwischenzeitlich auf eine Quote von über 60 Prozent.

Die deutsche Mannschaft hatte das Spiel nun unter Kontrolle und setzte weiter nach. Tobias Wagner kassierte nach einem Gesichtstreffer gegen Schmidt eine Zeitstrafe und Kohlbacher zog in Überzahl einen Siebenmeter. Reichmann trat erneut an und versenkte den Ball sicher zum 24:18 (43.). Kurz darauf war der Zehn-Tore-Vorsprung da: Das 29:19 (49.) ging auf das Konto von Pekeler.

Die Entscheidung in dieser Partie war spätestens mit diesem Treffer gefallen. Die deutsche Mannschaft ließ jedoch nicht nach und baute seinen Vorsprung aus. Keeper Bitter, der nur acht Gegentreffer im zweiten Durchgang kassieren sollte, wurde nach weiteren Paraden vom Publikum mit Sprechchören gefeiert. Der eingewechselte Patrick Zieker traf zum 33:21 (57.), am Ende siegte Deutschland mit 34:22. (J. Nikoleit)

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Kroatien erneut im Glück: Auch gegen Tschechien mit nur einem Tor gewonnen

Nachdem Kroatien am Samstag mit dem 25:24-Sieg gegen Deutschland endgültig sein Mitwirken am Halbfinale klar gemacht hatte, ließ man es am Montagnachmittag gegen Tschechien etwas lockerer angehen. Mit Domagoj Duvnjak, Luka Cindric, Marin Sego, Zeljko Musa und Igor Karacic gönnte Trainer Lino Cervar gleich fünf Spielern aus der ansonsten als "Starting Seven" bekannten Formation eine 60-minütige Verschnaufpause auf der Bank. Die Folge nicht zuletzt davon: Die hochmotivierten Tschechen gaben übers gesamte Spiel einen gleichwertigen Gegner ab. Da bedurfte es schon eines sehr glücklichen "Last-Second-Shots" von Luca Stepancic, um im letzten Augenblick mit einem Tor die Oberhand zu behalten (25:24). Melsungens Kreisläufer Marino Maric kam fast 60 Minuten lang zum Einsatz und trug sich bei drei Versuchen drei Mal in die Scorerliste ein. Mit diesem sechsten Sieg im sechsten Spiel untermauerten die Handballer vom Balkan ihre Titelambitionen bei dieser Europameisterschaft

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Hauptrundengruppe 1 – Tabelle nach dem heutigen Spieltag:

1. ESP: 8 Punkte, +26 Tore
2. CRO: 8 Punkte, +14 Tore
3. GER: 4 Punkte, +12 Tore
4. AUT: 2 Punkte, -17 Tor
5. BLR: 2 Punkte, -22 Tore
6. CZE: 0 Punkte, -13 Tore

Das letzte Hauptrundenspiel für Deutschland

Mi., 22.01.20, 20:30 Uhr, CZE – GER (Stadthalle Wien, live im ZDF)

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