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Mit seinem sicher verwandelten Siebenmeter bei bereits abgelaufener Spielzeit rettete Eugen Gisbrecht der MT 2 einen Punkt in Obernburg. (Foto: WMK)

Oberliga: Das nächste 32:32-Drama, aber mit angekündigtem Nachspiel

Angelehnt an einen alten Liedtext könnte man sagen: „Ohne Krimi fährt die MT2 nie nach Haus‘“. Tatsächlich hatte es die Partie der MT Melsungen 2 beim TuSpo Obernburg in sich, endete am Ende zwar schiedlich, aber nicht friedlich mit 32:32 (13:15). Denn die Gastgeber kündigten unmittelbar nach dem Schlusspfiff einen Einspruch gegen die Spielwertung wegen der letzten, entscheidenden Szene an, die zum Siebenmeter und damit zu Eugen Gisbrechts Ausgleich nach Ablauf der Spielzeit führte.

Was war geschehen? Obernburg führte mit 32:31, war auf dem Weg zum entscheidenden Treffer. Die MT-Deckung forcierte bei 59:47 Minuten ein Stürmerfoul, erkämpfte sich damit den Ball. Vlad Avram stürmte nach vorn und wurde beim Sprungansatz von Philipp Schnabel „gepflückt“. Was die Rote Karte für den Abwehrspieler und Freiwurf MT2 fünf Sekunden vor Schluss führte. Direkt nach dem Anpfiff der Unparteiischen folgte umgehend ein zweiter Pfiff, denn für die Referees hatte sich Lukas Neeb zu früh nach vorn bewegt. Was zur nächsten Roten Karte und dem bereits erwähnten Siebenmeter zum Endstand führte. Und was nach Meinung von TuSpo-Trainer Tobias Milde nicht regelkonform war, weil der Freigabepfiff der Referees erfolgt sei und sein Abwehrspieler damit „frei“ war in seinem Handeln.

Soweit die letzten Sekunden. Aber auch vorher schon war das kein Spiel für schwache Nerven. Das begann mit einem frühen Vorlegen der Gäste, die kurzfristig ohne Max Pregler auskommen mussten. Sicher eine Schwächung, aber Martin Reinbold machte seine Sache am Kreis gut. Sperrte die Lücken frei, die Tomas Piroch und Ole Pregler aus dem Rückraum nutzten, und traf selbst zum 5:7 (9.). Es gab nicht viel zu bemängeln am Angriffsspiel der Nordhessen. Wohl aber an der Deckung, die erst nach Francesco Wengerters 8:8 (13.) sicherer wurde. Und damit die Vorlagen zu einem 4:0-Lauf lieferte (8:12, 18.).

Obernburgs Trainer Tobias Milde bat zur Auszeit, fand die richtigen Worte und es ging mit einem Mal andersherum. Die Gastgeber-Deckung rührte Beton an, vorn waren es vor allem die Linkshänder Tobias Raab und Lucas Bauer, die sicher vollstreckten. Sechsmal in Folge klingelte es im MT-Gehäuse, im Spiel nach vorn lief kaum mehr etwas zusammen. Und wenn, dann war Pech im Spiel wie bei Martin Reinbolds Heber, der beim Stand von 12:12 von der Latte ins Feld zurücktropfte (23.). Zur Pause war die Partie komplett gedreht.

Nach dem Seitenwechsel drehte Lucas Bauer mächtig auf. Dreimal in Folge traf der Rechtsaußen und baute den Vorsprung sogar auf 18:15 aus (34.), ehe Eugen Gisbrecht, der eingewechselte und stark aufspielende Julian Fuchs sowie Vlad Avram innerhalb von nur zwei Minuten egalisierten. Doch der Schwung war nur von kurzer Dauer. Obernburg übernahm sofort wieder die Initiative, allein zwei Gisbrecht-Siebenmeter sorgten dafür, dass Melsungen den Anschluss hielt. Vorerst jedenfalls. Denn bis nach Nino Jedinaks Sprungwurf aus dem Rückraum zum 22:22 (43.) vermochte sich niemand mehr abzusetzen.

Es wurde hektisch, es wurde unsauber. Die technischen Fehler häuften sich, leider zu Ungunsten der Gäste. Die Kampfbereitschaft stimmte, wie man an einem sauber abgelaufenen Tempogegenstoß-Ball ablesen konnte. Nur die Veredelung fehlte nun des Öfteren, wie in dieser Szene durch Fuchs‘ Pfostentreffer statt dem Anschluss. Im Gegenzug erhöhte dafür Philipp Schnabel auf 26:23 (46.). Was die Bartenwetzer auch machten, auf alles hatte der TuSpo eine Antwort. Und wenn nicht, dann war es mal wieder eine falsche Sperre oder ein Schrittfehler, der für Ballverluste sorgte.

Nach Lucas Bauers 30:26 (54.) war die Partie eigentlich durch. Obernburg strotzte vor Selbstbewusstsein, die Zuschauer auf den Rängen veranstalteten ein Höllenspektakel in Erwartung des sich abzeichnenden Sieges. Dann aber mobilisierte die Bundesliga-Reserve alle verbliebenen Kräfte. Daniel Kocsis, der seine prima Leistung zwischenzeitlich sogar mit einem Treffer gekrönt hatte, war zweimal zur Stelle, vorn wurde nichts mehr verschenkt. Jona Gruber verkürzte auf 30:28 (55.), Nino Jedinak auf 31:30 (59.). Nach Grubers 32:31 scheiterte Fuchs im Gegenstoß an Friedrich und alles schien 30 Sekunden vor Schluss vorbei. Mit 13 Sekunden Rest auf der Uhr unterlief Obernburg das fatale Stürmerfoul, der Rest steht schon weiter oben …

Statistik

MT2: Eggert (3 Paraden, 11 Gegentore), Kocsis (1 Tor, 11 P. / 21 G.) – Jedinak 3, Avram 2, Piroch 3, Kothe, Dobriczikowski, Damm, O. Pregler 7, Reinbold 2, Gisbrecht 5/4, Fuchs 4, Kuntscher  1, Gruber 4 – Trainer Georgi Sviridenko.

TuSpo: Friedrich (11 P. / 31 G.), Kiss (bei einem Siebenmeter, 0 P. / 1 G.) – Reus, L. Wengerter, Raab 10, Neeb 3, Karrer, Fries, F. Wengerter 2, Schnabel 6, Göpfert 4/3, Bauer 7 – Trainer Tobias Milde.

Z: 300 - SR: Heinzel / Wieprecht (Wallau/Massenheim) - Strafen: 8 : 14 Minuten – Disqualifikation: Schnabel 60., Neeb 60., beide TuSpo) – 7m: 4/4 : 4/3.

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