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Mit vier Toren war Jonas Ebner maßgeblich daran beteiligt, dass sich die MT Talents zu Beginn der zweiten Hälfte zunächst absetzen konnten. (Foto: WMK)

JBLH: MT Talents geben das Spiel auf der Zielgerade noch ab

Die MT Talents haben ihr erstes Auswärtsspiel der Saison in der Jugendhandball-Bundesliga beim TSV Bayer Dormagen mit 31:33 (14:14) verloren. Trotz gutem Start und zwischenzeitlicher Drei-Tore-Führung Mitte der zweiten Hälfte reichte es nicht, um etwas Zählbares vom Rheinufer mit nach Nordhessen zu nehmen. Ein Viertel der Spielzeit in Unterzahl, dabei zu viele Ballverluste im Vorwärtsgang kosteten letztlich den Sieg, der bis in die Schlussminuten hinein möglich war.

Unglaublich viel Hektik war in den Anfangsminuten im Spiel. Kein einziger angriff wurde ordentlich bis zum Ende durchgespielt, es wurde falsch gesperrt, durch den Kreis abgekürzt, daneben und drüber gezielt – auf beiden Seiten. Fast folgerichtig entsprang der erste Treffer von David Kuntscher einem Siebenmeter, bis zu Ole Preglers erstem Feldtor zum 0:2, einem feinen Schlagwurf ins lange Eck, dauerte es beinahe fünf Minuten. Einmal durfte auch Dormagens David Jurisic zum Anschlusstreffer, dann war er fertig für den Tag: glatt Rot dafür, dass er Ole Pregler im Sprungwurf aus der Luft geholt hatte (7.).

Erst allmählich beruhigte sich das Geschehen auf dem Spielfeld. Profiteure waren zwei: David Kuntscher und Carlos Marquis. Sie lieferten sich ein packendes Toreduell. Fünfmal Kuntscher, viermal Marquis, wobei der sich einen verworfenen Siebenmeter gegen den ganz starken Jan-Lasse Herbst leistete, zum 6:7 (15.). Während Herbst für die MT Talents seinen zweiten Strafwurf gegen Marquis parierte, kam auf der Gegenseite Jonas Bang zwischen die Pfosten.

Mit Wirkung, wobei sich Lasse Hellemanns Strafe, bereits die dritte gegen die Nordhessen, ebenfalls direkt auswirkte. Drei Paraden von Bang, zwei Tore ins verlassene Melsunger Gehäuse wovon der Schlussmann eins selbst erzielte. Weil bei Jona Rietze die Latte und bei Malvin Haeske der Pfosten für den TSV rettete und Matthis Blum mit drei Treffern am Stück das Erbe von Marquis antrat, führte Dormagen nach 22 Minuten plötzlich mit 11:9. Was Ole Pregler und immer wieder David Kuntscher bis zur Halbzeit egalisierten.

Die Zeit direkt nach dem Seitenwechsel gehörte eindeutig zwei Melsungern: Jan-Lasse Herbst kassierte in sechs Minuten bei drei starken Paraden gerade mal einen Treffer, vorn erzielte Jonas Ebner deren vier bis zur 20:18-Führung (39.). Es lief rund, auch noch bis zum 23:20 durch Benjamin Fitozovic vier Minuten später. Dann brachte eine doppelte Zeitstrafe gegen Ben Beekmann wegen Foulspiels bei Lennart Leitz‘ 21:23 sowie anschließenden Meckerns die MT Talents ins Straucheln.Aron Seesing, Carlos Marquis sowie Matthis Blum stellten ein weiteres Mal auf Remis (24:24, 47.).

Noch dreimal holten Ole Pregler, Jona Rietze und Malvin Haeske die Führung, dann hielt die Ungeduld Einzug ins Angriffsspiel der Melsunger. Haeske wie auch Rietzevergaben überhastet, Dormagen konterte eiskalt. Holte über Maximilian Hinrichs den Vorteil erstmals im zweiten Durchgang zurück und baute durch Matthis Blum sogar auf 31:28 aus (55.), weil David Kuntscher nur krachend die Unterkante der Latte traf und Ben Beekmann bei seinem vermeintlichen Tor schon im Kreis stand.

Wer dachte, das sei die Vorentscheidung, der irrte. Moritz Goldmann kam für Jan-Lasse Herbst und erwies sich als Glücksgriff. Gleich zwei Paraden zum Einstieg, vorn hatte David Kuntscher plötzlich sogar per Siebenmeter die Chance zum 31:31, traf aber wieder nur den Innenpfosten. Stattdessen machte es auf der Gegenseite Blum besser und versenkte von der Linie zum 32:30 (58.). Ben Beekmanns Anschluss per Sprungwurf aus dem Rückraum war nochmal ein Highlight, verblasste aber nach Carlos Marquis‘ 33. Treffer und der sich anschließenden 14. Parade des hervorragend disponierten Jonas Bang im TSV-Gehäuse.

Stimmen zum Spiel

Björn Brede: Wir haben das Spiel heute in unterzahl verloren. Weil wir unser Konzept in dieser Situation nicht diszipliniert durchgezogen haben. Es war klar abgesprochen, was gespielt wird. Aber wir kamen beim Ersetzen des Torhüters erst gar nicht in unsere Aktion von der Bank weg. Die Folge waren mehr Gegentreffer ins leere Netz als jemals zuvor. Das kann man dann nur undiszipliniert und unaufmerksam nennen. Deshalb habe ich auch den siebten Feldspieler erst so spät mal gebracht, weil das ohne Torwart vorher so oft nicht passte. Die Umstellung auf eine 5:1-Deckung brachte auch nicht das erhoffte Ergebnis. Trotzdem muss man aber auch sagen, dass wir es heute gegen einen sehr guten Gegner lange Zeit offen gehalten haben, ohne unsere beste Leistung zu zeigen. Das ist positiv zu sehen.

Jamal Naji: Ich glaube, Melsungen hat den besten Kader der Staffel West. Ich habe vorher schon gesagt, wer die schlagen will, muss das zu Hause tun. In Melsungen wird nichts zu holen sein. Deshalb hatten wir uns vorgenommen, das Spiel so lange wie möglich offen zu halten und im Wissen um unsere höhere Wechselfrequenz im Rückraum zum Ende hin über die Breite zu kommen. Das hat geklappt. Wir haben auf beiden Seiten sehr gute Torhüterleistungen gesehen, was bei diesem Spielstand eigentlich kaum zu glauben ist. Aber es war ein temporeiches Spiel mit vielen Aktionen. In die Karten gespielt hat uns auch der Ausfall von Fuchs. Dadurch konnten wir uns mehr nach innen ziehen und besser gegen Pregler und Rietze verteidigen.

Statistik

mJSG: Herbst (15 Paraden,30 Gegentore), Goldmann (3 P. / 3 G.), Büde (n. e.)  – Haeske 2, Badenheuer, Beekmann 3, Ebner 4, Pregler 7, Rietze 3, Fitozovic 3, Andrei 1, Hellemann, Fuchs, Kuntscher 8/2 – Trainer Björn Brede.

TSV: Wolters (1 P. / 7 G.), Bang (1 Tor, 14 P. / 24 G.), Wiese (n. e.) – Rehfus, Blum 10/2, Hinrichs 1, Wilhelm, Wache, Bark 2, Jurisic 1, Johannmeyer, Marquis 9/2, Leitz 4, Neven 2, Seesing 1, Mast 2 – Trainer Jamal Naji.

Z: 110 - SR: Bona / Frank (Remscheid) - Strafen: 14 : 4 Minuten – Disqualifikation: Jurisic (TSV) - 7m: 3/2 : 5/4.

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