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Seine Tore waren die Grundlage zum überzeugenden Auswärtssieg in Gelnhausen: Tomas Piroch traf neunmal ins Schwarze und lieferte auch in der Defensive eine starke Partie ab. (Foto: WMK)

JBLH: Den Auftaktsieg mit dem ersten Auswärtserfolg veredelt

Zweiter Sieg im zweiten Spiel – die Bundesliga-A-Jugend der mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen hat nach ihrem 33:26 (12:12)-Erfolg beim TV Gelnhausen den besten Start in vier Jahren JBLH-Zugehörigkeit hingelegt. Eine Halbzeit lang überzeugte nur die Abwehr, nach dem Seitenwechsel stimmte dann auch die Angriffsleistung. Neun Tore des treffsicheren Tomas Piroch und eine konzentriert stehende  Deckung waren der Grundstein für den am Ende vielleicht etwas zu deutlichen, aber nichtsdestotrotz hoch verdienten Auswärtserfolg.

Nach nervösem Beginn auf beiden Seiten dauerte es fast vier Minuten, ehe Ole Maiwald bei längst angezeigtem passivem Spiel die Gastgeber mit dem ersten Tor des Tages in Führung warf. Die Cedric Marquardt per Tempogegenstoß nach Ballverlust der mJSG im Vorwärtsgang auch gleich auf 2:0 ausbaute (5.). Bis zum ersten Tor der Nordhessen dauerte es noch einmal 90 Sekunden, dann machte Tomas Piroch in seinem zweiten Anlauf den Anschluss.

Im Spiel waren die Melsunger dadurch noch lange nicht. Die Nervosität blieb, die Ballverluste in der Offensive ebenfalls. Was indes fast perfekt klappte war die Verteidigung. Gelnhausen fand aus dem gebundenen Spiel zunächst keine Lücke in der ganz starken Hintermannschaft um Julian Damm und Jona Gruber im Innenblock, so dass es nach zehn Minuten immer noch nur 2:1 für die Hausherren hieß.

Ein weiteres Plus der Gelnhäuser stand im Tor. Alexander Bechert hielt glänzend gegen Julian Damm, Jan Dobriczikowski und Tomas Piroch, wohingegen Björn Wenderoth seinen ersten Ball nach langen 14 Minuten zu fassen bekam. Da führte der TVG allerdings schon mit 5:3 und legte kurz darauf durch einen Konter über Felix Reinhardt zum 6:3 nach. Zeit für eine Auszeit durch Trainer Björn Brede und eine Neujustierung insbesondere im Angriffsspiel (16.).

Das klappte in der Folge tatsächlich besser. Tomas Piroch und Julian Damm verkürzten auf 7:6 (19.) und obwohl Jonas Goßmann per Siebenmeter am weiterhin starken Bechert scheiterte, glich Tomas Piroch mit seinem bereits fünften Volltreffer zum 8:8 aus (23.). Doch noch blieben die Südhessen vorn. Jan-Lasse Herbst kam zwar für den glücklosen Wenderoth und parierte auch gleich einen Ball, aber weiterhin blieb im Vorwärtsgang zu vieles Stückwerk. Einzig Tomas Piroch und Julian Damm vermochten sich gegen die Deckung zu behaupten und trafen regelmäßig. Damm war es auch, der eineinhalb Minuten vor der Pause mit dem 11:10 die erste Gästeführung realisierte. In die Kabine ging es dennoch mit einem Remis.

Ausgeglichen ging es auch in die zweite Halbzeit. Cedric Marquardt sorgte für das 13:12, Jona Gruber egalisierte umgehend. Danach gab es Verwirrung pur. Die Melsunger Abwehr holte sich den Ball, Maxim Pliuto warf über das ganze Feld auf das leere Gelnhäuser Tor – und traf. Die Führung? Nein! Der Technische Delegierte unterbrach in den Flug des Balles hinein die Partie, nahm den Vorteil und entschied über die Schiedsrichter hinweg auf Zeitstrafe gegen Gelnhausen, weil deren Torhüter zu früh zurück aufs Feld kam. Eine klare Benachteiligung der Nordhessen, anschließend minutenlange, fruchtlose  Diskussionen am Zeitnehmertisch und am Ende lediglich Ballbesitz am eigenen Kreis.

Handball wurde dann auch wieder gespielt. Mit Vorteilen nun für die Melsunger. Max Bieber zeigte von der Siebenmeterlinie keine Nerven, Tomas Piroch traf weiter zuverlässig – die mJSG ging mit 15:13 nach vorn (35.). Und hielt diesen Vorsprung, weil Jona Gruber im Abschluss ebenfalls fehlerlos blieb. Drei feine Versuche des Spielmachers sorgten für eine 18:15-Führung (38.). Die korrigierte zwar Cedric Marquardt auf 18:17 als Julian Fuchs für zwei Minuten draußen war, doch noch in Unterzahl stellten Tomas Piroch und Ole Pregler per Tempogegenstoß den alten Abstand wieder her (20:17, 40.).

Die Partie wurde etwas ruppiger, die Zeitstrafen häuften sich. Jona Gruber musste runter, aber Jan Lasse Herbst parierte nacheinander gegen die jeweils völlig freien Moritz Schmeel und Magnus Georgi. Dennoch war der MT-Nachwuchs endlich richtig drin in der Partie. Der Kampf stimmte, die Ideen waren da und auch von der Bank kam Input für die Offensivabteilung. Max Bieber war umsichtiger Ballverteiler und traf auch selbst aus dem Feld zum 24:20 (46.).

Von diesem Polster profitierte die mJSG in der Folge. Experimentierte viel, auch mit zwei Kreisläufern und dem siebten Feldspieler, ließ die Gastgeber beim 26:24 durch Adrian Borth im Nachwurf nach feiner Parade des ins Tor zurückgekehrten Björn Wenderoth wieder herankommen, um anschließend durch Maxim Pliuto sogar auf 29:24 davonzuziehen (56.). Dazwischen lag noch ein gehaltener Siebenmeter von Wenderoth gegen Marquardt; die Vorentscheidung war gefallen. In den Schlussminuten ließ die mJSG nichts mehr anbrennen sondern erhöhte gegen aufsteckende Gelnhäuser sogar noch und machte ihren Traumstart in die Saison perfekt.

Stimmen zum Spiel

Björn Brede: Der Sieg ist, wie schon gegen Leipzig, etwas zu hoch ausgefallen. Allerdings haben wir es doch sehr cool und überlegt zu Ende gespielt und eiskalt genetzt. Haben einfach unsere herausgespielten Möglichkeiten wesentlich kaltschnäuziger genutzt als das am Anfang der Fall war. Da haben wir viel zu viel liegen gelassen und Gelhausen die Möglichkeit gegeben, ihre schnelle Mitte und die dritte Welle zu spielen. Dagegen waren wir zum Teil zu passiv. Obwohl wir zu Beginn nicht richtig da waren, bin ich mit der Abwehrleistung zufrieden. Da sind wir in dem Rahmen, wo wir uns bewegen wollen. Dagegen müssen wir vorn einfach von der ersten Minute an konzentriert sein. Und wenn man gerade gegen Mannschaften wie Gelnhausen seine Chancen nicht nutzt, kontern die dich tot. Der erste Torwartwechsel auf Jan-Lasse Herbst war ok, er hat frische Impulse gebracht. Der Rückwechsel auf Björn Wenderoth war dann der Dosenöffner für unseren Sieg. Seine Paraden haben es uns ermöglicht, uns entscheidend abzusetzen.

Philip Deinet: Wir haben uns leider in den letzten Minuten fallen lassen und viele Tore hergeschenkt. Das ärgert uns natürlich. Ansonsten haben wir uns für unseren gegenwärtigen Status mit fünf verletzten Spielern gut verkauft. Das war eine klare Leistungssteigerung im Vergleich zu letzter Woche gegen Wallau, weil immerhin die Kranken zurückgekommen sind. Melsungen hat sein Spiel geschickt und mit weniger Fehlern sehr solide heruntergespielt. Sie haben Mitte der ersten Halbzeit neben Piroch auch ihre übrigen Positionen gefunden und neben dem Kreis auch andere Spieler eingebunden. Wallau letzte Woche hatte nicht die Qualität von Melsungen heute. Davon haben wir uns den Schneid abkaufen lassen. Melsungen war deutlich robuster und qualitativ einfach besser.

Statisik

mJSG: Wenderoth (6 Paraden / 13 Gegentore), Herbst (5 P. / 13 G.), Eggert (n. e.);  Dobriczikowski 1, Piroch 9, Badenheuer, Küllmer, Goßmann 2, Gruber 5, Damm 6, Pregler 1, Bieber 5/3, Fuchs, N. Pliuto, M. Pliuto 4 – Trainer Björn Brede.

TVG: Bechert (8 P. / 22 G.), Schrimpf (3 P. / 11 G.); Marquardt 7/2, Georgi, Reinhardt 1, Hilb 3, Wörner 3, Anhäuser, Meyer 2, Schmeel 2, Maiwald 4, Borth 4 – Trainer Philip Deinet.

Z: 45 - SR: Brecht / Wilhelm (Graben-Neudorf) - Strafen: 10 : 6 Minuten – 7m: 4/3 : 3/2.

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