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Das war Schwerstarbeit. So wie sich hier Julian Damm mit Stefan Remke, Luca Burkhardt und Wilhelm Beyer gleich gegen drei Gegner durchsetzt, kämpfte die komplette mJSG-Mannschaft den amtierenden Staffelsieger nieder. Im Hintergrund bestaunt Ole Pregler das Durchsetzungsvermögen seines Kreisläufers. (Foto: WMK)

JBLH: Zum Auftakt gleich den Staffelsieger bezwungen

Was für ein Saisonauftakt! Mit 27:23 (15:14) schlug die mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen am ersten Spieltag der Jugendhandball-Bundesliga den amtierenden Meister der Staffel Mitte (vormals Ost), den SC DHfK Leipzig. In einem packenden, hochklassigen Spiel waren die beiden Halbzeiten nicht miteinander vergleichbar. In der ersten Hälfte schnelles, attraktives Angriffsspiel, nach dem Seitenwechsel dann Taktik und knisternde Spannung vom Feinsten. Zwischenzeitlich sahen die Leipziger schon wie die möglichen Sieger aus, dann drehte der MT-Nachwuchs nochmal auf und schließlich die Partie.

Einen schlechteren Einstand in die Saison kann man kaum erwischen. Sofort in Rückstand, trotz Pfostentreffer von Mikulas Cejka zwar mit dem Ausgleich durch Julian Damm erfolgreich, dann aber direkt erneut im Hintertreffen. Deutlich sogar, weil Jonas Goßmann lang vorbei zielte und Tomas Piroch erst zu hoch visierte und anschließend an Gästetorhüter Marius Gröbner scheiterte. Dessen Vorderleute wussten das zu nutzen und lagen nach Moritz Schwocks zweitem Tor hintereinander mit 4:1 vorn (7.).

Erst allmählich legten die Gastgeber ihren Respekt und die daraus resultierende Zurückhaltung ab. Die Abwehr steigerte sich, wovon Torhüter Björn Wenderoth profitierte und der nötige Rückhalt war, um das Spiel langsam in den Griff zu bekommen. Vermal in Folge schlugen die Bartenwetzer zu, führten innerhalb von nur vier Minuten gar selbst mit 5:4. Weil insbesondere die Außen Cejka und Goßmann ihre Treffsicherheit gefunden hatten.

Sogar auf zwei Differenz baute die mJSG mit Tomas Pirochs 7:5 aus, um dann doch wieder Boden abzugeben. Leipzig musste zwar weite Wege gehen und sich mitunter richtig quälen, um am stabilen Melsunger Mittelblock mit Jona Gruber und Nikita Pliuto vorbei zu kommen, zeigte dabei aber die nötige Geduld. Stefan Remke gelang der 8:8-Ausgleich (15.).

Die mJSG behielt dennoch ihre Ruhe. Nervenstark zeigte sich Jonas Goßmann von der Siebenmeterlinie, Tomas Piroch traf doppelt zum 11:10 (22.). Leipzig hatte sichtbar Probleme mit doppelter Kreis-Power von Julian Damm und Nikita Pliuto im Verbund und eröffneten dadurch dem Linkshänder die nötigen Räume. Joshua Saleh erzielte mit zwei Treffern in Folge noch einmal den Ausgleich zum 13:13 (27.), doch mit einer Führung in die Kabine ging Melsungen, nachdem Jonas Goßmann auch aus dem Rückraum getroffen hatte.

Mit der Hypothek einer doppelten Unterzahl starteten die Rot-Weißen in die zweite Hälfte. Überstand diese kritische Phase aber schadlos. Ganze sechs Minuten dauerte es, bis Tomas Piroch den Bann brach und das erste Tor überhaupt nach dem Seitenwechsel erzielte. Da wurde allerdings bereits deutlich, dass Leipzig seine Stabilität gefunden hatte. Zwar machte Max Bieber das 17:16 (38.), dann aber lief Marius Gröbner im Gästetor zu ganz großer Form auf. Parierte völlig freie Würfe von Julian Fuchs, Jona Gruber sowie Tomas Piroch und leistete damit die Vorarbeit zur 19:17-Führung der Messestädter, die Tobias Pfeiffer nach 41 Minuten erzielte.

Melsungens Trainer Björn Brede nahm eine Auszeit, brachte sein Team aber allenfalls in der Defensive wieder in die Spur. Vorn blieb vieles Stückwerk, Jonas Goßmann scheiterte sogar per Siebenmeter am zweiten Leipziger Schlussmann Jannik Löhne. Brede ging aufs Ganze, ließ Julian Fuchs zwischenzeitlich weit vorgezogen gegen den SC-Rückraum verteidigen und agierte mit sieben Feldspielern.

Mit Erfolg: über die Abwehr kam die mJSG zurück und nutzte den zusätzlichen freien Mann. Tomas Piroch jagte den Ball fulminant in die lange Ecke, Jan Dobriczikowski zauberte das Leder aus fast unmöglichem Winkel ins Tordreieck und Max Bieber kannte von der Siebenmeterlinie keine Nerven. 20:19 plötzlich wieder für Melsungen (49.), drei Minuten später nach Ole Preglers Treffer gar 22:20. Nun war Leipzig dran mit der Auszeit, um den eigenen Abwärtstrend zu stoppen.

Das gelang allerdings nicht. Zu viel Selbstvertrauen hatten sich die Gastgeber bereits geholt und gingen durch Julian Damm sogar mit 24:21 in Führung (54.). Was dennoch keine Vorentscheidung darstellte. Leipzig konterte noch einmal, schloss durch Josua Saleh zum 24:23 auf (56.). Um in der verbleibenden Zeit jedoch an der überragend stehenden Melsunger Deckung und Björn Wenderoth dahinter regelrecht zu zerschellen. Jona Grubers überragender Stemmwurf aus zehn Metern fulminant unter die Latte war der KO-Schlag für die Gäste. Dass Jan Dobriczikowski und Julian Damm in der letzten Spielminute ebenfalls noch trafen, leiß das Ergebnis letztlich zu hoch ausfallen. Verdient war der Erfolg der Nordhessen gegen den amtierenden Staffelmeister allemal.

 

Stimmen zum Spiel

Björn Brede (Trainer mJSG): Das ist schon ein echtes Glücksgefühl jetzt nach dem Abpfiff. Vor allem, dass es vom Ergebnis her aufgegangen ist. Wir haben ganz viel von dem, was wir uns im Vorfeld für die Abwehr erarbeitet haben, umsetzen können. Nur 23 Gegentore sind ein guter Wert. Ein kleiner Wermutstropfen ist aber, dass wir uns in der Chancenverwertung unbedingt steigern müssen. Wir sind dennoch verdiente Gewinner und hätten den Sack schon früher zu machen können oder sogar müssen. Wir haben gute Möglichkeiten liegen gelassen, zu oft zu früh den Abschluss oder den letzten Pass an den Kreis gesucht. Das 17:19 Mitte der zweiten Hälfte hat mich richtig geärgert. Aber dafür waren wir ganz allein verantwortlich, haben schlampig gespielt. Glücklicherweise haben wir noch rechtzeitig auf den siebten Feldspieler gewechselt und die Partie dann doch noch geduldig zu Ende gebracht.

Oliver Stockmar (Trainer SC DHfK): Glückwunsch an Melsungen. Das ähnelte heute mit den taktischen Varianten und dem Spiel mit dem siebten Feldspieler schon fast einem Männerspiel. Nur lag die Effektivität leider nicht bei uns. Die erste Halbzeit ähnelte noch dem, was wir aus der letztjährigen Ost-Gruppe gewöhnt waren, in der zweiten Halbzeit war das eher das körperbetontere Spiel des Westens. Da wurde wesentlich kompakter gearbeitet als vor dem Wechsel. Als wir dran waren und uns einen Vorteil erarbeitet hatten, haben wir uns das unter andrem mit Zeitstrafen wieder kaputt gemacht. Melsungen war ab Mitte der zweiten Halbzeit einfach konsequenter.

Statisik

mJSG: Wenderoth (14 Paraden / 23 Gegentore), Herbst (n. e.) , Eggert (n. e.);  Dobriczikowski 2, Piroch 5, Badenheuer, Küllmer, Goßmann 5/2, Gruber 3, Damm 4, Pregler 1, Bieber 4/2, Fuchs 1, N. Pliuto 1, Cejka 1, M. Pliuto.

SC: Göbner (9 P. / 21 G.), Löhne (4 P. / 6 G.);  Pfeiffer 4, Ebert, Remke 5, Elimelech, Schelenz, Szep-Kis 5/4, Saleh 3, Hannemann, Czycholl, Schwock 4, Bayer, Langer 2, Burkhardt..

Z: 189 - SR: Mühlenberg / Weist (Marl / Gladbeck) - Strafen: 8 : 10 Minuten – 7m: 5/4 : 4/4.

 

 

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